Statt des budgetierten Überschusses von 18'680 Franken schliesst die Gretzenbacher Jahresrechnung mit einem unerwartet hohen Gewinn von 429'047.93 Franken ab. Gegenüber dem budgetierten Cashflow von 477'080 Franken (5 Prozent) verdoppelt sich der Cashflow auf 952'721.14 Franken respektive 10 Prozent vom Steuer- und Gebührenertrag von 9,4 Millionen Franken. Infolgedessen ergibt sich statt der budgetierten Pro-Kopf-Verschuldung von 949 Franken ein Nettovermögen von 176 Franken pro Einwohner. Die grosse Budgetabweichung ist dem höherem Steuerertrag (+ 276'000 Franken) und einem besseren Finanzergebnis (+ 122'000 Franken) zu verdanken.

Die massiven Ertragseinbussen bei den KKG-Steuern bewirken einen Rückgang bei den Steuern der juristischen Personen auf 573 000 Franken (minus 177'000 Franken). Dank dem Anstieg bei den Steuern der natürlichen Personen auf 7,3 Millionen Franken und nach wie vor deutlich höheren Sondersteuern auf Kapitalabfindungen sowie weniger Forderungsverlusten entwickelt sich der gesamte Steuerertrag auf 8,3 Millionen Franken gegenüber 7,7 Millionen Franken im Vorjahr und budgetierten 8,0 Millionen Franken.
Dank äusserster Disziplin der Kommissionen konnten alle Dienststellen insgesamt unter ihren jeweiligen Budgets abschliessen, dies bei einem Ausgabenvolumen von knapp 7 Millionen Franken (- 3 Prozent).

10 Prozent höhere Sozialkosten

Weniger erfreulich zeigt sich die Entwicklung bei der sozialen Sicherheit. Nach einer kurzen Phase der Stabilisierung steigen die Gesamtkosten hier wieder deutlich an. Die anteilmässigen Kosten für die Gemeinde Gretzenbach belaufen sich auf 2,183 Millionen Franken (+ 10 Prozent), was Mehrausgaben von 199'000 Franken bedeutet. Während die kantonalen Leistungsfelder (Ergänzungsleistungen AHV und IV, Pflegekostenbeiträge, Alimentenbevorschussung etc.) mehr oder weniger im Rahmen des Budgets mit 1 Million Franken abschliessen, steigen die Kosten der gesetzlichen Sozialhilfe massiv auf 1,132 Millionen Franken. Im Lastenausgleich werden die Gemeinden deshalb mit 409 Franken pro Einwohner belastet, budgetiert waren 365 Franken (+ 12 Prozent).
Die Spezialfinanzierungen Wasser, Abwasser und Abfall schliessen gesamthaft mit einem Gewinn von 251'012.31 Franken ab. Damit stehen dem Eigenkapital von 1'808'245.07 Franken aktivierte Investitionen mit einem Buchwert von 1'490'155.31 Franken gegenüber.

Rückzahlung Elektra-Darlehen

Die Investitionsrechnung schliesst mit einem Einnahmenüberschuss von 900'944.45 Franken ab. Allerdings ist darin die Rückzahlung des Aktionärsdarlehens von 2 Millionen Franken durch die Elektra Gretzenbach AG enthalten. Die reinen Investitionen in Sachanlagen belaufen sich auf rund 1,1. Millionen Franken. Die Investitionen in die Spezialfinanzierungen Wasser, Abwasser und Abfall belaufen sich auf netto 147'000 Franken. Gegenüber den budgetierten Investitionen von 2,8 Millione Franken sind diverse Projekte deutlich tiefer abgeschlossen oder noch gar nicht realisiert worden. Die Investitionen in die Erschliessung Sandackerstrasse und Weid-West sowie in die öffentlich-rechtliche Unternehmung Wasserversorgung unteres Niederamt (WVuN) mit einem Volumen von rund 1,6 Millionen Franken verschieben sich in die Folgejahre.

Eigenkapital gestärkt

Das Jahresergebnis 2017 ist geprägt von erfreulich wachsendem Steuerertrag der natürlichen Personen und einer grossen Budgetdisziplin in allen Funktionen. Anderseits ist das wiederum starke Anwachsen der Sozialhilfekosten beunruhigend. Der Finanzierungsüberschuss von 1,8 Millionen Franken erlaubt zwar die Rückzahlung von Schulden, darf aber nicht darüber hinweg täuschen, dass es sich dabei angesichts der geplanten grossen Investitionen nur um ein vorübergehendes Phänomen handelt. Mit dem Rechnungsüberschuss wird das Eigenkapital gestärkt und beträgt nun solide 1'882'398.63 Franken.

In Kürze

  • Die Rechnungsgemeindeversammlung der Einwohnergemeinde Gretzenbach findet am 11. Juni 2018 um 19.30 Uhr in der Bibliothek Meridian statt.
  • Der Gemeinderat genehmigte die Verpflichtungskreditabrechnung Ersatz Wägesystem Staldenacker Eigentümer sowie Neuanschaffung Überbauung Lismeracker von total 116'020 Franken. Es resultiert eine Kreditüberschreitung von 24'272 Franken. (vö/aw)