«Ein Hohn sondergleichen»
Raser von Schönenwerd fährt im Knast-Urlaub Auto

Nekti T., Haupttäter im tödlichen Raserunfall von Schönenwerd im Jahr 2008, sitzt seine Strafe ab. Über die Festtage bekam er aber Kurz-Ferien. Dabei stieg der 25-Jährige ins Auto.

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Nekti T. muss sechs Jahre absitzen. (Archiv)

Nekti T. muss sechs Jahre absitzen. (Archiv)

Tele M1

Für 48 Stunden durfte Nekti T. über die Feiertage nach Hause. Wie «Blick» berichtet, soll er während dieser Kurz-Ferien gleich wieder ins Auto gestiegen sein. Abends wurde er offenbar an einer Tankstelle in Schönenwerd gesehen, wo er auf der Fahrerseite aus dem Auto gestiegen sein soll.

Wie Stefan Krähenbühl von Road Cross gegenüber der Boulevardzeitung erklärt, sei es für ihn «völlig unverständlich, warum ein inhaftierter Raser, der mit seiner rücksichtslosen Fahrweise einen Menschen getötet hat, im Hafturlaub wieder ins Auto steigen darf». «Für das Opfer ist dies ein Hohn sondergleichen.»

Der 25-jährige Grieche erhielt seinen Führerausweis bereits 2012 zurück. Er darf also Auto fahren. Dass Nekti T. Urlaub bekommt, ist möglich, weil er sich im Normalvollzug befindet.

Raser-Trio verurteilt

Beim Raserunfall von Schönenwerd war am 8. November 2008 eine 21-Jährige gestorben. Das Solothurner Obergericht verurteilte den Griechen im März 2012 als Haupttäter wegen vorsätzlicher Tötung, vorsätzlicher schwerer und einfacher Körperverletzung sowie mehrfacher grober Verkehrsregelverletzung zu sechs Jahren Gefängnis.

Die beiden Mitbeteiligten Vedran B. und Cemal A. wurden der fahrlässigen Tötung und Körperverletzung sowie wegen Verkehrsdelikten schuldig gesprochen. Das Obergericht verhängte teilbedingte Strafen von drei Jahren; je zwölf Monate davon unbedingt. (ldu)

In diesem Auto starb eine 21-Jährige. Ein beschädigter VW Golf nach dem Unfall in der Nacht vom 8. November 2008.

In diesem Auto starb eine 21-Jährige. Ein beschädigter VW Golf nach dem Unfall in der Nacht vom 8. November 2008.

Keystone