Obergösgen
Pumpenschacht soll bei Aarehochwasser Entlastung bringen

An der Budget-Gemeindeversammlung von Obergösgen ging das Defizit im Budget von 162 054 Franken neben all den Sanierungsplänen unter.

Tijana Nikolic
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Beim Widacker ist ein Pumpenschacht zu erstellen, über den bei Aarehochwasser eine Entlastung gewährleistet wird.

Beim Widacker ist ein Pumpenschacht zu erstellen, über den bei Aarehochwasser eine Entlastung gewährleistet wird.

Bruno Kissling

«Wie wird die Bevölkerung bei einer Schwellwasseralarmierung benachrichtigt?», erkundigte sich jemand aus der Versammlung bei der Verabschiedung des Protokolls der Gemeindeversammlung vom Juni zu Beginn der Versammlung. Leider gebe es in der Region keine offizielle Wassermeldung wie etwa im Nachbarkanton Aargau, hiess es vom Gemeinderat.

In so einem Fall käme die örtliche Feuerwehr zum Zug, und die Gemeinde würde von Haus zu Haus persönlich benachrichtigt. Nach dieser Abklärung konnten die 57 anwesenden stimmberechtigten Bürger bei den vorgelegten Geschäften weiterfahren.

Gemeindepräsident Christoph Kunz stellte den Antrag vor für einen Kredit zur Erneuerung der Strassenbeleuchtung sowie diverse Kreiselneubauten in der Höhe von 120 000 Franken, gemäss einer Offerte der Alpiq Versorgung AG. Mit diesem Kredit könnten in einer ersten Phase, gestützt auf die Empfehlung der Gemeindepartnerin Elektra Obergösgen AG, die alten Natriumdampflampen der Strassenbeleuchtung durch moderne LED-Lampen ersetzt werden.

Das darin enthaltene Projekt «Knotenlagen und Strassenraum» wäre in einer zweiten Phase nötig zur Verbesserung der Verkehrsqualität im Ortszentrum. «Diese Messungen könnt ihr gleich wieder von vorne anfangen», meinte Fridolin Huber aus der Versammlung. Er habe die angebrachten Ausmessungspunkte in seinem Garten ausgerissen, weil niemand einfach so unbefugt in seinen Garten hereinspazieren könne. Dies ändere jedoch an der Grundplanung und am benötigten Kredit nichts, versicherte der Gemeinderat. Und somit wurde der Kreditantrag bis auf die Enthaltung von Huber angenommen.

Zweiter Teil Hochwasserschutz

Peter Kyburz vom Ressort Werke und Umweltschutz erläuterte den Kreditantrag zum Pumpenschacht Widacker. Die Arbeiten am Schacht würden in einem zweiten Teil einen Kredit von 190 000 Franken beanspruchen. Denn beim Regenklärbecken Widacker sei ein Pumpenschacht zu erstellen, über den bei Aarehochwasser und gleichzeitigem Starkniederschlag mit modernen und mobilen Pumpen eine Entlastung in der Mischwasserkanalisation gewährleistet werden könne.

Es würden drei Firmen eingeladen, ihre Vorschläge zu präsentieren, damit die Arbeitsvergabe bereits am 21. Dezember stattfinden könne. Dem Kreditantrag wurde einstimmig zugestimmt.

Sanierung der Mehrzweckhalle

Gemeinderat Marco Pally informierte aus dem Ressort Bauwesen zur Planung der Sanierung der Mehrzweckhalle Obergösgen. Die Halle ist 36 Jahre alt und in ihrer ganzen Substanz sanierungsbedürftig. Nach einer detaillierten Prüfung sei der Gemeinderat zum Schluss gekommen, dass unter anderem eine komplette Sanierung der Aussenhülle, der Böden, des Schubladensystems, der Bühnentechnik sowie des Hallenbodens nötig ist.

Die Kostenschätzung der Sanierung beläuft sich maximal auf drei Millionen Franken. Ein Neubau wurde anfänglich ebenfalls in Erwägung gezogen. Dieser würde jedoch zu doppelt so hohen Kosten führen, was ein Vergleich mit neu gebauten Turnhallen in Erlinsbach, Murgenthal und Balsthal zeigten. Der Gemeinderat fällte am 15. November den einstimmigen Grundentscheid für eine Sanierung der Mehrzweckhalle. Ziel ist es, die Sanierungsarbeiten nach dem kantonalen Turnfest im Jahr 2018 zu realisieren.

Dieses Jahr ein grosses Defizit

Der Voranschlag 2016 der laufenden Rechnung sieht ein Defizit von 162 054 Franken vor. Die Investitionsrechnung rechnet mit Nettoinvestitionen von 1 297 600 Franken. Der Selbstfinanzierungsgrad ist tief und der Finanzierungsfehlbetrag massiv. «Das sieht jetzt schlecht aus. Man sollte jedoch auf die vergangenen Jahre zurückschauen. Denn da sah die Budgetrechnung jeweils besser aus mit Überschüssen», meinte Peter Frei vom Ressort Finanzen, Steuern und Wirtschaft.

Frei führte den Ausgabenüberschuss nicht zuletzt auf die höheren Ausgaben für die ambulante Krankenpflege und die Sozialregion zurück. Eine Erhöhung der Steuern sei nicht nötig. Diese möchte der Gemeinderat stabil halten. Die Gemeindeversammlung nahm das Budget einstimmig an.

Im Besitz der Gemeinde

Mario Schenker vom Verwaltungsrat der Elektra Obergösgen AG präsentierte einen Entwicklungsplan der Firma über die letzten sieben Jahre. Das Unternehmen ist seit der Gründung im Jahre 2007 zu 100 Prozent im Besitz der Einwohnergemeinde. Dazu führte der damalige Auslauf des AVAG-Konzessionsvertrages mit den Vertragsgemeinden Däniken, Dulliken und Obergösgen. Die Gemeinden prüften Alternativen, da eine Vertragsverlängerung bis 2027 mit der AVAG nicht mehr gewünscht war.

Damals wurde ebenfalls ein Verwaltungsrat gewählt, der bis heute auch gleichzeitig die operative Geschäftsführung ausübt. Seither finden jährlich vier ordentliche Verwaltungsratssitzungen sowie Generalversammlungen statt. Weiter erklärte Schenker, dass bis heute der Cashflow zur vollsten Zufriedenheit der Gemeinde sowie der Elektra AG verläuft und keiner von den Vertragspartnern aus dem Vertrag aussteigen möchte.

Nach diesem Referat wurde es still und traurig in der Mehrzweckhalle. Die Anwesenden erhoben sich im Gedenken an den verstorbenen Werner Meier, der 34 Jahre im Dienste der Gemeindeverwaltung und danach noch einige Jahre im Dienste der Steuerkommission Obergösgen stand.

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