Ein luxuriöses Kreuzfahrtschiff mit kuriosen Gästen, ein Nichtsnutz als Kapitän, der sich mehr für Champagner und hübsche Frauen interessiert als für die Fahrt, und ein Erster Offizier, der die Fäden führt. Damit beginnt das Theaterstück in drei Akten, welches die Stüsslinger Theatergruppe dieses Jahr zur Aufführung bringt.

Zwischen den Figuren gibt es bald erste Spannungen und als der Kapitän nicht ganz zufällig bei einer Rettungsübung verloren geht, ist das Chaos perfekt. Ob es das Schiff tatsächlich «Uf Bali und zrugg» schafft, wie der Titel des Stücks von Bernd Spehling verspricht?

Langjähriges Engagement

Kurz vor der Premiere am 12. Oktober probte die Theatergruppe noch einmal intensiv. Zuletzt übten die Spieler zwei Mal wöchentlich und zusätzlich an einem Probewochenende. Seit April finden regelmässig Proben statt. Die Planung und die Auswahl für das Stück des nächsten Jahres beginnt jedoch viel früher, nämlich kurz nach Ende der letztjährigen Aufführungen, wie Regisseurin Brigitte Wyss erzählt. Zum runden Geburtstag der Theatergruppe, die vor 40 Jahren ins Leben gerufen wurde, sei jedoch kein spezielles Stück ausgewählt worden.

Bevor die Theatergruppe 1979 mit dem Stück «E dunkle Punkt» loslegte, führte die Jungmannschaft bereits Theater auf. Um auch den Frauen das Mitspielen zu ermöglichen, wurde die nun konfessionslose Theatergruppe gegründet, die heute rund 30 Mitglieder zählt. Martin Eng, der im diesjährigen Stück den Ersten Offizier spielt, war schon bei der Jungmannschaft dabei.

In den letzten 40 Jahre habe sich viel verändert: «Heute werden viel mehr Lustspiele aufgeführt. Lacher sind wichtig», meint Eng. Die Stücke früher seien ernster gewesen. Gleichzeitig habe sich der Aufwand bezüglich Technik und Kostümen geändert. Auf Atemtechniken und die Sprache werde viel mehr geachtet als früher.

Eine gute Abwechslung

Was sich für ihn jedoch nicht verändert hat, ist die Freude, in andere Rollen zu schlüpfen. «Es ist eine gute Abwechslung zu Familie und Arbeit, wo mich alle gut kennen», findet der 63-Jährige. Ausserdem sei Theater immer noch Teamarbeit, was er sehr schätze. Der Lohn für die Anstrengungen sei jeweils der Applaus des Publikums, besonders nach der Premiere. Am meisten freut er sich über Szenenapplaus, «weil der dann wirklich denen gilt, die gerade gespielt haben».

Auch abgesehen von den Gründungsmitgliedern sind die meisten Spieler schon seit vielen Jahren dabei, wie Präsident Adrian Strähl erzählt. Er selbst spielt seit zwölf Jahren mit und verkörpert dieses Jahr den unzuverlässigen Kapitän. Es sei immer wieder eine Herausforderung, eine Rolle darzustellen, die sonst gar nichts mit dem Alltag zu tun habe. Auch er freut sich auf den Applaus des Publikums. Das Publikum helfe ihm, das Stück wieder schätzen zu lernen, wenn er nach hundert Durchgängen die Pointen nicht mehr lustig findet — «dann zeigt uns das Publikum wieder, dass es doch eine lustige Stelle ist».