Die Information über den geplanten Windpark Wisnerhöchi, die der ausserordentlichen Gemeindeversammlung von Montag vorgeschoben wurde, entsprach wohl nicht den Erwartungen und Hoffnungen der Gemeinde. Zwar äusserte sich Projektleiterin Karin Rötheli zum Stand des Projekts, drückte sich aber dabei nach wie vor nicht in konkreten Zahlen aus. Weder über die bisherigen Messergebnisse der Windverhältnisse noch die genaue Höhe der geplanten vier Anlagen erfuhren die 17 anwesenden Stimmberechtigten mehr.

Wechsel in der Geschäftsführung

Stattdessen die Neuigkeit: Die Trianel Suisse AG, die bisher die Geschäftsführung des Projektkonsortiums innehielt, wird nicht weiter bestehen. Die Aktionäre haben an der letzten Generalversammlung im April beschlossen, das Unternehmen aufzulösen, so Rötheli. Sie selbst arbeite nur noch bis Ende Monat im Projekt mit, bevor sie zur Konkurrenz wechsle.

Doch was bedeutet das für die Wisnerhöchi? Bis mindestens Ende der Messungen im Herbst wird die Geschäftsleitung von zwei der vier Mitspieler übernommen. Es sind dies Philippe Ramuz von der IBB Energie AG in Brugg sowie Davide Crotta von der Energie Service Biel/Bienne. Weiter wirken die EWD Elektrizitätswerk Davos AG sowie die Energie Seeland AG im Projektkonsortium mit.

Dies trug nicht zu einer Entschärfung der geladenen Stimmung im Ifenthaler Pfarreiheim bei. Ein Stimmbürger fand das Vorgehen des Projektkonsortiums «daneben» und wollte wissen, wer denn neuer Ansprechpartner sei, worauf Rötheli erneut auf die beiden obenstehenden Herren verwies.

Das war aber längst nicht das Einzige, woran die Anwesenden etwas auszusetzen hatten. So interessierten die Bewegungen der Vögel und der Fledermäuse. Im Zentrum standen aber die Auswirkungen auf den Menschen, beispielsweise die noch unbekannten Lärmemissionen sowie der Schattenwurf. Rötheli versuchte dies mit der Möglichkeit zu relativieren, die Anlagen zeitweise abzustellen. Weiter wurde angezweifelt, ob denn tatsächlich genügend Wind auf der Wisnerhöchi vorhanden sei, und ob dies das Projektkonsortium wirklich nach objektiven Kriterien überprüfte.

Kritik wurde auch darüber laut, dass wieder keine genauen Zahlen zu vernehmen waren. Eine Stimmbürgerin empörte sich darüber, dass ein Windpark im Siedlungsgebiet geplant wird: «Warum auf der Wisnerhöchi, genau zwischen zwei Gemeinden?» Sie empfindet dies als eine Zumutung. Eine Antwort vonseiten Röthelis blieb offen und die Versammlung schritt zu den Traktanden der ausserordentlichen Gemeindeversammlung über.

Chambersbergstrasse sanieren

Der Grund, warum überhaupt eine ausserordentliche Gemeindeversammlung einberufen wurde, nachdem die Rechnung bereits im Mai genehmigt worden war, lag bei der Sanierung der Chambersbergerstrasse.

Diese befindet sich laut Gemeindepräsident Jürg Ryffel in einem desolaten Zustand. Um noch in diesem Jahr die Sanierung in Angriff zu nehmen, nämlich nach dem Abschluss der Sanierung der Ifenthalerstrasse, beantragte der Gemeinderat einen Kredit von 70'000 Franken. Dies gestützt auf die Offerte der Firma Ruepp AG Ormalingen, die die Kosten auf 67'011 Franken schätzt. Die Versammlung genehmigte den Kredit einstimmig.

Des Weiteren genehmigte die Versammlung einstimmig die Abrechnung der Verpflichtungskredite. Dazu gehörten drei Bauprojekte (Passhöchi, Generelles Wasserprojekt sowie die Sanierung der WC-Anlagen im Schulhaus), wobei es sich um Kredite von insgesamt rund 120'000 Franken handelte, die deutlich unterschritten wurden.

Weiter wies Ryffel auf den Abschluss der Sanierung der Ifenthalerstrasse hin, welche heute Mittwoch eröffnet wird. Er erwähnte erneut die Infoveranstaltung am 19. September zu den anstehenden kommunalen Wahlen 2017.