Lostorf
Prix Wartenfels: Das sind die diesjährigen Preisträger

Die Stiftung Schloss Wartenfels zeichnet Leistungen aus, die den Horizont der Region Olten-Gösgen-Gäu weiten.

Christian von Arx
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Prix Wartenfels 2016: Dies sind die Preisträger
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Christoph Schwager, Härkingen «Man merkt es: Christoph Schwager steht mitten im Leben. Er ist verheiratet, stolzer Vater von vier Kindern, ein Mensch ohne Vorurteile, voller eigener Fantasien und deren Umsetzungsmöglichkeiten. Er hat zahlreichen Theateraufführungen und Festspielen seinen unverkennbaren Stempel aufgedrückt, in der schlichten Sprache des Alltags, mit welcher er die Geschichte und Gegenwart unserer Regionen in eindrückliche Bilder umsetzt, im Kampf gegen die Mächte des Bösen, Gemeinen, Verschlagenen. – Der Stiftungsrat von Schloss Wartenfels freut sich über Deine Vielseitigkeit, Deine Menschenfreundlichkeit, Deine Schaffenskraft, über die vielen Impulse, die von Deiner Theaterarbeit ausgehen und vielen Spielern und Zusehenden das Gemeinschaftserlebnis eines verbindlichen Theaterspiels vermitteln.» (Aus der Laudatio von Peter André Bloch)
Arthouse-Kino Lichtspiele, Olten «Markus Arnold vertritt den Verein nach aussen, betreut die Dossiers Vorstand, Öffentlichkeitsarbeit, Einrichtung, Versicherung, Sponsoren. Seine Frau Jacqueline kümmert sich um die Programmgestaltung, reist in die grossen Stadtzentren, um Filme zu visionieren, damit sie einen guten Mix aus verschiedenen Kulturgebieten zusammenzustellen kann. Jacqueline Arnold ist zu 80 Prozent für die Lichtspiele im Einsatz und wird in Olten deshalb oft auch ‹Mama Cinéma› genannt. Die Filme werden Tag für Tag von ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern abgespielt. Das Arthouse-Kino Lichtspiele ist ein Verein mit Vorbildfunktion, welcher sich mit grossem Engagement und Ehrenamtlichkeit für den Erhalt des ‹altehrwürdigen› Kinos Lichtspiele einsetzt.» (Aus der Laudatio von Markus von Däniken)
Elektro-Fürst Holding AG, Lostorf Hägendorf «Elektro-Fürst wurde am 1. November 1956 durch den Gunzger Franz Fürst gegründet. Als Firmensitz diente damals eine kleine Werkstatt in Hägendorf. Heute ist die Elektro-Fürst Holding AG eine erfolgreiche Unternehmung. Der Konzern zählt inzwischen rund 80 Mitarbeiter. Unter diesen – und diese Zahl finde ich wirklich fantastisch – sind 17 Lehrlinge. Was mich an Elektro-Fürst immer fasziniert hat, ist der enorme Einsatz für den regionalen Sport und die Kultur. Etwa 60 Institutionen und Vereine werden jährlich bedacht. Das ist eine ganz immense Zahl. Viele dieser Vereine und Institutionen könnten ohne eine solch grosszügige Unterstützung der Wirtschaft gar nicht mehr in dieser Form existieren.» (Aus der Laudatio von Thomas A. Müller)
Stefan Frey, Olten «Stefan Frey bezeichnet sich selber als Überzeugungstäter, als Rampensau, welche die Reibung von politisch schwierigem Terrain brauche. So etwa im Engagement bei Mad’Eole, einem Windenergie-Projekt auf Madagaskar, für das Stefan Frey seit fast 30 Jahren tätig ist. Dort habe er erlebt, wie Elendsflüchtlinge ‹produziert› würden. Mit dem – wie er bescheiden sagt – kleinen Projekt versuche er dort mit einem Team zusammen, das Elend zu stoppen und die Chancen der Betroffenen zu verbessern. Dasselbe Ziel verfolgt er seit seiner Rückkehr in die Schweiz in seiner Tätigkeit als Mediensprecher für die Schweizerische Flüchtlingshilfe: Er versuche auch hier mitzuhelfen, dass Flüchtlinge eine zweite Chance bekämen und die Möglichkeit erhielten, mit neuem Wissen ausgestattet wieder in ihre Heimat zurückzukehren.» (Aus der Laudatio von Martin Wey)

Prix Wartenfels 2016: Dies sind die Preisträger

Bruno Kissling

«Blick in die Welt» heisst die Skulptur von Paul Gugelmann, die den Trägern des Prix Wartenfels als Ehrengabe überreicht wird. Da passt es, wenn die Preisträger selber Mittler zwischen den Welten sind. Als solchen hat gestern Stadtpräsident Martin Wey in seiner Laudatio den Madagaskar-Oltner Stefan Frey bezeichnet.

Aber auch die drei andern Preisträger vermitteln, alle auf ihre Art, zwischen verschiedenen Welten: Ein Kino wie das Oltner «Lichtspiele» bringt seinem Publikum mit jeder Filmvorführung andere Welten näher; ebenso der Theatermann Christoph Schwager, der mit seinem Lebensweg als Seelsorger (unter anderem in Peru), Autor und Schauspieler unterschiedliche Welten in seiner Person verkörpert; und auch das Unternehmen Elektro-Fürst, das seine Welt, die der Elektroinstallationen, mit einem breiten Sponsoring für die Welten von Sport und Kultur verbindet.

Wohl über 100 Personen nahmen am Freitagabend an der Preisverleihung auf Schloss Wartenfels teil. Stiftungsratspräsident Peter André Bloch nannte das Schloss einen Ort des Selbstbewusstseins des unteren Kantonsteils. Er erinnerte an die Aufgaben der Stiftung: Unterhalt und nie endenden Sanierungen des Schlosses, aber auch die jährliche Sommersaison mit Ausstellungen und weiteren Anlässen.

«Wir Solothurner haben immer die Tendenz, uns schlechter zu verkaufen als wir sind», stellte Landammann Roland Fürst in seiner Ansprache fest. Darum sei er ein Freund von Preisverleihungen. «Die Preisträger des Prix Wartenfels haben etwas Nachhaltiges geleistet», rühmte Fürst und sprach sie direkt an: «Was ihr macht, spornt andere an, etwas Grosses zu vollbringen.»

Peter André Bloch schloss mit einem persönlichen Dank an den auf Ende dieses Jahres scheidenden Leiter des kantonalen Amts für Kultur und Sport, Cäsar Eberlin, mit dem er 43 Jahre lang in der Kulturförderung durch gute und schlechte Zeiten gegangen sei: «Wir sind immer wieder aufgestanden und haben weitergemacht: der Sache zuliebe.»

Das Saxofon-Duo «Saxerstrasse» (Willy Kenz und Judith Simon) entführte die Gäste mit Mozart-Klängen in andere Welten.

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