Däniken
Post mit Premiere in der Region

Die Behörden organisierten ganztägige Info-Veranstaltung zur Poststelle in Däniken. Ob es die Poststelle im Jahr 2025 noch gibt konnte Peter Hediger nicht versprechen.

Myriam Sperisen
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Info-Veranstaltung der Post im Gemeindehaus gestern Donnerstag (v. l.): Vincenzo Pierdomenico, Postleiter Region Aargau; Einwohnerin Andrea Gugger; FDP-Gemeinderätin Gabi Stiegeler; Gemeindeschreiberin Andrea Widmer; Einwohner Fritz Tschopp; SVP-Kantonsrat Walter Gurtner; André Aregger, Spezialist für Umwandlung Post; Peter Hediger, Postleiter Gebiet Aarau.

Info-Veranstaltung der Post im Gemeindehaus gestern Donnerstag (v. l.): Vincenzo Pierdomenico, Postleiter Region Aargau; Einwohnerin Andrea Gugger; FDP-Gemeinderätin Gabi Stiegeler; Gemeindeschreiberin Andrea Widmer; Einwohner Fritz Tschopp; SVP-Kantonsrat Walter Gurtner; André Aregger, Spezialist für Umwandlung Post; Peter Hediger, Postleiter Gebiet Aarau.

Myriam Sperisen

Nachdem in Dulliken im März gegen die Schliessung der dortigen Poststelle demonstriert worden war, kochten im Nachbarort Däniken die Emotionen hoch. «Was, wenn unsere Post ebenfalls geschlossen wird?», fragten sich Behördenmitglieder und Einwohner. «Was geschieht mit unseren Einzahlungen und mit unserem Post-Büchlein?» So oder ähnlich lauteten die Fragen, die seither immer wieder von Einwohnern im Gemeindehaus gestellt wurden.

Die Gemeindebehörden Dänikens gingen deshalb von sich aus auf den Postkonzern zu, damit die Bevölkerung «so früh wie möglich» umfänglich orientiert wird. Doch worüber genau? Die Fragen wurden gestellt, aber die Antworten scheinen nicht wirklich beruhigt zu haben. Doch alles der Reihe nach.

Post: «Eine solche Veranstaltung ist für uns ein Novum»

Mit einem Flyer war die Bevölkerung Dänikens auf die Info-Veranstaltung aufmerksam gemacht worden. Ein Flyer, dessen Fazit lautet: «Der klassische Postschalter verliert an Bedeutung», mit der Einladung: «Wir möchten Ihnen persönlich die Vielfalt unseres Angebotes aufzeigen.»

Für die anwesenden Fachleute der Post war dies ein Novum, wie sie erklärten: «Normalerweise organisieren wir nur solche Info-Veranstaltungen, wenn bereits klar ist, dass eine Poststelle geschlossen wird», gab Peter Hediger, Postleiter Gebiet Aarau, zu. Deshalb sei die Sache in Däniken schon speziell und einmalig in der Region. Hediger, der gestern Vormittag bereits mit zahlreichen Einwohnerinnen und Einwohnern gesprochen hatte, fasste zusammen: «In Däniken ist die Angst um die Post sehr gross, und die Leute sperren sich grundsätzlich gegen andere Lösungen.»

Wenn er jedoch die Kritiker frage, ob sie sich auch schon in der Filiale Gretzenbach waren, wo die Postdienstleistung bereits im Volg integriert ist, so laute die Antwort meist Nein. Doch woher stammt dieses Misstrauen? Hediger vermutet, dass es mit Tradition zusammenhängt: «Früher hatte eben wirklich jedes Dorf eine Post, jahrzehntelang in der Schweiz verwurzelt. Aber mit der Digitalisierung fallen viele Dienstleistungen weg.»

Kunde: «Ich will nicht, dass alles nur noch elektronisch abläuft»

«Bis im Jahr 2020 wird hier nichts umgestellt», versicherte Peter Hediger gestern den besorgten Einwohnerinnen und Einwohnern. Ein Satz, der schon ein paar mal gefallen ist (wir berichteten). Einwohner Fritz Tschopp meinte darauf sichtlich genervt: «Dass angeblich nichts geht, beruhigt mich überhaupt nicht, das hören wir immer wieder. Und was ist in zwei Jahren?» Tschopp machte sich Sorgen, dass danach nur noch alles elektronisch ablaufen wird. Denn: «Das will ich nicht», und er blickte leicht abschätzig auf die Automaten der Online-Dienste, welche die Post gestern extra zur Erklärung nach Däniken gebracht und im Foyer des Gemeindehauses postierte.

SVP-Kantonsrat Walter Gurtner hingegen trug eine Kopie der «Standesinitiative gegen Poststellenabbau», die der Kanton Solothurn in diesen Tagen Richtung Bern geschickt hatte (wir berichteten), mit sich und breitete diese vor den Post-Experten aus. Gurtner brachte seine Befürchtung an, wonach er glaubt, Däniken und Dulliken würden jetzt von der Post gegeneinander ausgespielt. Das stimme so nicht, entgegnete André Aregger, mit der bezeichnenden Funktion «Umwandlungsspezialist» bei der Post.

Grosse Bedenken bezüglich einer allfälligen Postschliessung hat auch Gemeindeschreiberin Andrea Widmer, wie sie gestern vor den Experten der Post betonte: «Waren Sie schon mal hier im Volg?», fragte sie die Experten. Volg kooperiert bereits in vielen Gemeinden mit der Post. Was die Frage soll, war zunächst nicht klar. Widmer weiter: «Ich sehe da einfach keinen Platz für unsere 50 Kisten mit Abstimmungsmaterial.» Darauf wusste niemand so richtig eine Antwort.

Die Befürchtung der Däniker Bevölkerung, die Poststelle könnte dann doch geschlossen werden, ist überhaupt nicht abwegig. Denn: «Ob es die Poststelle im 2025 noch gibt, kann ich Ihnen nicht versprechen», sagte Peter Hediger gestern gegenüber dieser Zeitung Und setzt noch einen oben drauf: «Das kann ich ja beispielsweise für die Filiale Schönenwerd auch nicht.»