Däniken
Post bleibt mindestens bis 2020 – auch wenn Zahlen rückläufig sind

Die Post überprüft ob es möglich ist die Postdienstleistungen künftig in einer Filiale mit Partner anzubieten. Der Gemeinderat Däniken will die Bevölkerung anhören.

Christoph Zehnder
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Die Däniker Poststelle steht auf dem Prüfstand. Der Gemeinderat soll dazu eine Stellungsnahme abgeben.

Die Däniker Poststelle steht auf dem Prüfstand. Der Gemeinderat soll dazu eine Stellungsnahme abgeben.

Bruno Kissling

Wo zwischen Olten und Aarau in Zukunft noch eigenständige Poststellen stehen werden, ist noch immer nicht ganz klar. Im März gab die Post bekannt, dass die Filiale in Niedergösgen schliessen wird und stattdessen ab Herbst eine bediente Agentur im Voi diesen Service anbieten wird. Eine Informationsveranstaltung in Dulliken fast zur gleichen Zeit wurde von einer Protest-Kundgebung begleitet.

Die Poststelle in Däniken bleibt bis mindestens 2020 bestehen, wie der Gemeinderat gestern mitteilte. Die Post habe gegenüber der Gemeinde aber deutlich gemacht, dass die Zahlen der Poststelle Däniken in allen Bereichen (Einzahlungen, Briefe, Pakete) rückläufig seien und darum alternative Zugangsformen geprüft werden. Diese wurden dem Gemeinderat im März bei einem Treffen präsentiert. «Die Vertreter der Post haben das Modell der bedienten Partnerlösung vorgestellt», sagt Gemeindepräsident Matthias Suter.

Post Däniken

Vernehmlassung Kontakt: matthias.suter@daeniken.ch oder 079 438 90 99 sowie Montag-/Dienstagnachmittag oder Freitagmorgen im Gemeindehaus
Informationstag Donnerstag, 28. Juni, 10 bis 19.30 Uhr im Foyer der des Gemeindehauses.

An einem Informationstag Ende Juni will die Post dieses Modell auch der Öffentlichkeit vorstellen und offene Fragen beantworten (siehe links). Die Post AG teilte diese Woche mit, sie prüfe in Däniken die Möglichkeit, Postdienstleistungen künftig in einer Filiale mit Partner anzubieten. Man wolle weiterhin mit einem kundennahen Angebot präsent sein und sei im Gespräch mit den Däniker Gemeindebehörden. Eine Entscheidung darüber, welchen Zugang die Post ihren Kunden in Däniken künftig anbieten wird, ist noch nicht gefallen.

Dass sich das Konsumverhalten der Postkunden ändert, ist auch für den Gemeinderat nicht von der Hand zu weisen. Er will aber grundsätzlich an der Poststelle festhalten, wie Matthias Suter betont. Falls es doch zu einer Partnerlösung komme, dann müsse diese unbedingt bedient sein. «Eine Automatenlösung kommt, auch aufgrund der Frequentierung in Däniken, sicherlich nicht infrage.»

Meinung der Einwohner gefragt

Der Gemeinderat wurde von der Post um eine Stellungnahme gebeten. Dazu will er aber zunächst die Bevölkerung anhören. In einer Vernehmlassung lädt Suter die Einwohner dazu ein, sich dazu äussern, was bei einer möglichen Schliessung der Poststelle mit Ersatz durch eine Partnerlösung fehlen würde, beziehungsweise weshalb die Poststelle zu erhalten ist. «Ich hoffe, dass sich möglichst viele Einwohnerinnen und Einwohner aber auch zahlreiche Gewerbe-, Dienstleistungs- und Industriebetriebe am Dialog beteiligen werden.» Erste Rückmeldungen hat er bereits erhalten: «Unlängst habe ich ein aufschlussreiches Telefonat mit der Verantwortlichen eines Industrie- und Handelsbetriebes geführt, welche mir von ihren nicht alltäglichen Bareinzahlungen und Paketsendungen nach Australien berichtete.» Was eine Postagentur für das Gewerbe bedeuten würde, ist noch unklar. Man habe der Post jedoch klar signalisiert, dass hierfür eine Alternativlösung gesucht werden müsste, sagt Suter. Diese habe das Anliegen aufgenommen.

Dulliken oder Däniken?

Bernhard Büchler, Leiter Region Mittelland bei der Post, sagte vergangene Woche am Gewerbeapéro in Obergösgen, dass entweder in Dulliken oder in Däniken auch künftig eine Poststelle betrieben werde. Welche das sein wird, ist noch nicht entschieden. «Ich war ebenfalls an dieser Veranstaltung und habe diese Äusserung erstmals vernommen», sagt Suter. Argumente gibt es für beide Standorte. Für Dulliken spricht die grössere Einwohnerzahl und das erweiterte Einzugsgebiet. Däniken ist verkehrstechnisch gut erschlossen und verfügt über zahlreiche Parkplätze. «Wichtig ist», betont Matthias Suter, «dass es kein Ausspielen zwischen den Gemeinden geben darf. Dazu würde der Gemeinderat von Däniken nicht Hand bieten.»

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