Erlinsbach

Pläne für Erweiterung des Steinbruchs Gugen liegen öffentlich auf

Steinbruch Gugen in Erlinsbach SO: Blick Richtung Westen, wo die Erweiterung geplant ist.

Steinbruch Gugen in Erlinsbach SO: Blick Richtung Westen, wo die Erweiterung geplant ist.

Die Bevölkerung erhält Gelegenheit, sich zur Anpassung des kantonalen Richtplans Erweiterung Steinbruch Gugen in Erlinsbach zu äussern. Der Kanton Solothurn führt bis am 28. Juni 2016 eine öffentliche Auflage durch.

Der Kanton Solothurn plant die Erweiterung des Steinbruchs Gugen in Erlinsbach SO gegen Westen. Die Anpassung des kantonalen Richtplans liegt ab jetzt einen Monat lang öffentlich auf, jedermann kann dazu schriftliche Einwendungen machen.

In Zukunft fahren die Lastwagen vom Muggenloch aus über bestehende Feldwege zum Steinbruch. Damit werden die Anwohner der Erlinsbacher Gugenstrasse vom Lastwagenverkehr verschont. Nach den Sommerferien werden die Gemeinden Erlinsbach SO und Stüsslingen auch die Nutzungsplanung mit der neuen Erschliessung auflegen.

Bestehende Grube ausgeschöpft

Der Steinbruch Gugen wird von der Firma Gebrüder Huber AG, Wöschnau, schon jahrzehntelang genutzt. Das Material dient vor allem für den Wegebau. Mittlerweile sind die Abbaureserven aber fast völlig ausgeschöpft, der Betrieb ruht weitgehend. Ein weiterer Gesteinsabbau wäre betrieblich nicht sinnvoll.

Deshalb haben die Betreiber die Erweiterung des Steinbruchs Richtung Westen vorgeschlagen. Die Waldrodung für die Erweiterung betrifft eine Fläche von 5500 m2 (oder 0,55 Hektaren). Nach Auskunft von Rolf Glünkin vom kantonalen Amt für Raumplanung ist dies gut die Hälfte der bisherigen Fläche.

Wie schon der bisherige Steinbruch soll auch die Erweiterung von aussen nicht gut sichtbar sein. Der Eingriff in die Landschaft sei gering, so der Kanton. Das Areal liegt in der Juraschutzzone und im Gebiet «Aarauer und östlicher Solothurner Faltenjura», das ein Objekt des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung (BLN) ist.

Bedarf für Steine aus der Region

Der Kanton hat den Bedarf für den weiteren Abbau von Gestein im Gugen anerkannt. Die Erweiterung ist als Ersatz für den Steinbruch Bodenfeld in Hauenstein-Ifenthal vorgesehen, der in wenigen Jahren erschöpft sein wird. Der Kanton beziffert den jährlichen Bedarf der Region Olten-Gösgen an Gesteinsmaterial auf rund 7000 m3, die möglichst aus dieser Region kommen sollen. Mit einer Abbauhöhe von 15 bis 45 Metern sei im Gugen eine hohe Bodennutzungseffizienz gewährleistet.

Anwohner möglichst schonen

Parallel zum Abbau in der Erweiterung wird die bisherige Grube mit Aushub aufgefüllt. Dabei handelt es sich um Bodenmaterial unterhalb des Humus. Eine Deponie ist im Steinbruch Gugen nicht vorgesehen. Die Lastwagentransporte bei gleichzeitigem Abbau- und Auffüllungsbetrieb werden in den Unterlagen mit maximal 12 Fahrten pro Werktag beziffert.

Der Lastwagenverkehr war das umstrittenste Thema, wenn es in den letzten Jahren um die Erweiterung des Steinbruchs Gugen ging. Bisher erfolgte die Erschliessung von der Stüsslingerstrasse aus über die Erlinsbacher Gugenstrasse. Deren Anwohner wehrten sich seit Jahren gegen weiteren Lastwagenverkehr in den Steinbruch.

Die Gemeinde Erlinsbach SO stellte sich hinter ihr Anliegen. Nun wurde eine neue Zufahrt ausgehandelt: Die Lastwagen fahren auf der Stüsslingerstrasse etwa bis zur Bushaltestelle Muggenloch in Stüsslingen und von dort über bestehende Feldwege zum Steinbruch. Diese Wege müssen auf 3,2 Meter Breite ausgebaut und befestigt werden.

Dazu gibt es Kreuzungsstellen. Ein kurzes Stück beim (Erlinsbacher) Gugenhof wird neu gebaut. Alles in allem werden für den Strassenausbau 600 m2 Land beansprucht.

Die zwei betroffenen Gemeinden sind mit dieser Lösung einverstanden, wie Erlinsbachs Gemeindepräsident Markus von Arx auf Anfrage mitteilte. Ob dies auch für die Anwohner und die landwirtschaftlichen Anstösser gilt, wird sich im Rahmen der öffentlichen Auflage zeigen.

Wenn es keine Einsprachen gibt, könnte die Rodung für die Steinbrucherweiterung bereits im Winter 2016/17 erfolgen, meinte Rolf Glünkin vom Amt für Raumplanung.

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Autor

Christian von Arx

Christian von Arx

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