Wisen

«Parkieren verboten»: Grundstückseigentümer will Wildparkierer fernhalten

In Wisen wurden auf der Strasse zur Hupp Lodge Tafeln mit «Parkieren verboten» aufgestellt. Der Grundstückseigentümer geht damit gegen Wildparkierer vor.

Die Hupp oberhalb von Wisen ist in der Region ein beliebtes Wandergebiet. Nicht alle, die sich dort erholen wollen, gehen zu Fuss. Ein beliebter Ort, um Autos abzustellen, befindet sich beim Waldeingang unmittelbar ausserhalb des Dorfes. Entlang der Strasse wird auf dem leicht ansteigenden Waldbord parkiert. Offiziell ist die Stelle kein Parkplatz, wird aber als solcher rege genutzt. Ungeachtet dessen, dass es sich um ein Privat- und Waldgrundstück handelt und folglich ein Parkverbot herrscht. Nun hat der Eigentümer des Grundstückes anscheinend keine Lust mehr, die Wildparkierer weiterhin zu dulden.

Bis vor Kurzem standen Tafeln mit der Aufschrift «Privatgrundstück – Parkieren verboten» auf dem laubfreien und kahlen Streifen neben der Hupp-Strasse. Ein OT-Leser beobachtete kürzlich auf seiner Sonntagswanderung ein kleines Verkehrschaos: «Etliche Leute wollten ihre Autos dort parkieren. Als sie die Schilder sahen, fuhren sie weiter oder versuchten, wieder umzukehren. In der Folge kam es zu Stau und umständlichen Wendemanövern.»

Am Ende der Strasse befindet sich die Hupp Lodge. Das Lokal ist ein beliebtes Ausflugsziel. Der im letzten Jahr neu eröffnete Kinder- und Naturspielplatz lockt viele Familien auf den Ausflugsberg. Auf der Hupp selbst und auch etwas unterhalb gibt es Parkplätze. Claudia Hagmann von der Hupp Lodge erklärt auf Anfrage, dass die Schilder nicht von ihrem Betrieb aufgestellt worden seien. Wer sie platziert habe, wisse sie jedoch nicht. Ein Problem mit Wildparkierern gebe es ihrer Erfahrung nach nicht: «Wir geben unseren Besuchern und Gästen extra einen Flyer ab, wo man in der Gemeinde parkieren kann.»

Grundstücksbesitzer hat Schilder aufgestellt

Eine Suche im Grundbuch, das online einsehbar ist, ergab den Eigentümer des besagten Grundstückes. Der Grundstückseigentümer selbst wollte sich zu der Sache auf Anfrage hin aber nicht weiter äussern. Er macht allerdings deutlich, dass es Fremden ohnehin nicht gestattet sei, auf seinem Privatgrundstück zu parkieren.

Ob die selbst gemachten und aufgestellten Schilder überhaupt rechtliche Verbindlichkeit haben, ist fraglich. Einem richterlichen Verbot mit Androhung einer Busse entsprechen die Eigenbau-Hinweistafeln jedenfalls nicht. Doch auch ohne die «Parkieren verboten»-Schilder gilt auf diesem Gelände grundsätzlich ein Parkverbot. Denn auf einem Privatgrundstück, wie auch auf einem Waldgrundstück darf im Allgemeinen nicht parkiert werden. Der Eigentümer könnte also ohne Weiteres und zu Recht auf einer Busse für die Wildparkierer bestehen.

Kommt bald ein Parkplatzkonzept?

Das Parkplatzproblem scheint aber nicht ganz neu. So soll sich der Gemeinderat, gemäss Gemeindepräsident Paul Hecht, bereits mit der Idee eines Parkplatzkonzeptes für Wisen auseinandergesetzt haben. Allerdings sei dieses – wie jedes andere Geschäft momentan – sistiert. In Zeiten des Corona-Virus, befinde man sich im Notfallbetrieb und die Gemeinde habe weitaus wichtigere und dringendere Aufgaben zu erledigen, wie Hecht mitteilt. Man werde die Geschäfte zu einem gegebenen Zeitpunkt wieder aufgreifen.

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