Niedergösgen
Papierfabrik-Dampf künftig aus Strom statt aus Öl

Wenn das Kernkraftwerk abgestellt ist, bezieht die Papierfabrik Model AG ihren Prozessdampf zukünftig aus Strom vom benachbarten Wasserkraftwerk statt aus Ölverbrennung. Für dieses Projekt «Power to heat» baut Alpiq demnächst ein neues Kesselhaus.

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Das Kesselhaus für die elektrische Dampferzeugung ist auf dem Areal des Wasserkraftwerks (hinten) geplant. Ein Schacht (vorn) zum Anschluss an die bestehende Dampfleitung vom Kernkraftwerk wurde während der aktuellen KKG-Revision erstellt.

Das Kesselhaus für die elektrische Dampferzeugung ist auf dem Areal des Wasserkraftwerks (hinten) geplant. Ein Schacht (vorn) zum Anschluss an die bestehende Dampfleitung vom Kernkraftwerk wurde während der aktuellen KKG-Revision erstellt.

cva

Im Niedergösger Gemeinderat präsentierten die Alpiq-Vertreter Martin Eschle und Sascha Wyss ein Projekt, das unter dem Titel «Power to heat» geführt wird.

Die Alpiq AG versorgt die in Niedergösgen ansässige Wellkartonpapierherstellerin Model AG mit Prozessdampf ab dem Kernkraftwerk Gösgen (KKG). Bei Revisionsstillständen des Kernkraftwerks – wie gerade dieser Tage – erzeugt die Model AG heute ihren Prozessdampf selbstständig, und zwar mittels Ölkessel unter Einsatz von zirka 60 000 Litern Öl pro Tag.

Mit der Erweiterung der Alpiq Prozessdampfversorgung um eine Power-to-Heat- Anlage soll nun die Verfügbarkeit der Dampflieferung der Alpiq massgeblich erhöht und ein Grossteil des Öleinsatzes während Revisionsstillständen des KKG vermieden werden.

Kesselhaus auf dem Kraftwerkareal

Das Kesselhaus mit zwei Elektroden-Dampfkesseln zu je 11 MWel soll auf dem Gelände des Wasserkraftwerks Niedergösgen erstellt werden, in direkter Nachbarschaft zur Model AG. Die thermische Leistung beträgt maximal 21 MWth. Die Speisewasserlieferung erfolgt durch die Model AG. Das regelungsbedingte kurzzeitige Abführen von überschüssigem Dampf erfolgt wie bisher auf dem Dach der Model AG.

Es handelt sich dabei um eine Stabilisierung und auch Erweiterung des bestehenden Prozessdampf-Systems. Die bestehenden Gegebenheiten (Prozessdampf aus dem KKG, bestehende Dampfleitung und Dampfbezüger) sind ideal für die Realisation des Projekts.

Die Bauherrin des Projekts, die Alpiq Hydro Aare AG, rechnet mit Kosten von rund 6 Mio. Franken. Die Verantwortlichen gehen davon aus, dass sie bis Mitte Juni das Baugesuch einreichen können. Der sportliche Terminplan sieht die Inbetriebnahme des Kesselhauses bereits Ende Februar 2017 vor. (aln/otr)