Seit Freitag ist der Lostorfer Pädo-Lehrer S. E. nicht mehr in Untersuchungshaft, berichtet «Blick». Am 2. Dezember 2014 war er verhaftet worden, wegen Verdacht auf Kinderpornografie und sexueller Handlungen mit Kindern. Es wurden nicht nur tausende von kinderpornografischen Videos und Bilder auf seinem PC gefunden. S.E. soll sich auch an einer 10-Jährigen vergangen und acht Mädchen zwischen 6 und 8 Jahren sexuell belästigt haben.

Dennoch konnte er nach zwei Monaten die U-Haft verlassen. «Wenn die drei Bedingungen (Fluchtgefahr, Verdunklungsgefahr und Wiederholungsgefahr) nicht gegeben sind, so ist es schwierig eine Untersuchungshaft fortzuführen», sagt Simon Kopp, Sprecher der Luzerner Staatsanwaltschaft auf Anfrage. In diesem Fall habe kaum Fluchtgefahr und auch keine Verdunkelungsgefahr bestanden, «da viele Sachen bereits beschlagnahmt wurden».

Wie gross die Gefahr ist, dass S.E. weitere Delikte begeht, habe ein Spezialist in einer Kurzeinschätzung beurteilen müssen, wie Kopp sagt. «Dieser sagte, dass man ihn zwar aus der Haft entlassen darf, aber sehr eng forensisch-psychiatrisch begleiten muss.» S.E. muss regelmässig in eine ambulante Therapie. «Seine Entwicklung», so Kopp, «wird streng beobachtet. Falls er Rückschritte macht, wird die Situation neu beurteilt.»

Täter zeigt sich reumütig

S.E. bereut seine Taten, wie er im «Blick» sagt. «Was passiert ist, tut mir leid. Ich möchte mich bei allen direkten und indirekten Opfern entschuldigen.» Er will aber zu seinen Taten keine weitere Stellung nehmen. Laut seinen eigenen Worten befinde er sich nun in ärztlicher Behandlung und er habe die Auflage, zu seinen Opfern keinen Kontakt herstellen zu dürfen.

Er empfand es als «hart», die Festtage in U-Haft verbringen zu müssen. «Zum Glück hatte ich moralische Unterstützung von Eltern und Bruder.»

Mehrere Delikte über Jahre verteilt

Seit 2006 soll sich der Primarlehrer mehrmals nachts in ein Pfadiheim geschlichen haben, welches er aus seiner Kindheit kannte. Zweimal betrat er nackt einen Schlafsaal, das erste Mal wurde er von Mädchen sofort entdeckt und flüchtete unmittelbar. Beim zweiten Mal legte er sich nackt zwischen schlafende Mädchen und floh, sobald diese aufwachten und schockiert reagierten.

Als dritte Tat schlich er sich in ein Zimmer, in welchem nur eine 10-Jährige alleine schlief. S.E. zog ihr die Pyjamahose aus, es kam zum Übergriff. Im Nachhinein konnte die Polizei S.E. mittels Speichelspuren und einer nachfolgenden DNA-Analyse als Täter ausmachen. Zudem wurde er gefilmt, als er den Schlafsaal mit der 10-Jährigen betreten hatte.

Beim Kauf von Nacktvideos im Internet, kamen kanadische Betreiber dieser Pornoseiten dem Straftäter ebenfalls auf die Schliche.

Konsequenzen sind noch schwammig

Bis Ende November 2014 hat der Lehrer noch an der Primarschule in Lostorf unterrichtet. Er wurde von der Schule aber fristlos entlassen, als diese über seine Taten in Kenntnis gesetzt wurde. Ob S.E. jemals wieder unterrichten darf, sei laut seinen eigenen Worten ungewiss. Er fügt aber hinzu, dass nun niemand mehr Angst vor ihm zu haben brauche. Dennoch hat er auch klare Äusserungen gemacht: Dass er sich von Schulkindern allgemein, auch von Jungen, angezogen fühle. (nw/do/ldu)