In Kienberg versteht sich die Gemeindeversammlung nicht als reines Bestätigungsgremium. Das zeigte sich an der Budget-Gemeindeversammlung, wo 62 Personen oder 15 Prozent der gut 400 Stimmberechtigten anwesend waren.

So gelang es dem Gemeinderat nicht, die Versammlung von der Notwendigkeit einer Änderung des Pachtreglements zu überzeugen. Auf landwirtschaftlicher Seite stiessen die beabsichtigten Einschränkungen auf kein Verständnis.

Es solle den Pächtern freigestellt bleiben, auch Privatland mit Gemeindepachtland zu tauschen. Die Erklärung, dass die vorgeschlagenen Änderungen vom kantonalen Amt für Landwirtschaft verlangt würden, wurde aus der Versammlung in Zweifel gezogen.

Mit 44:0 Stimmen, bei 18 Enthaltungen, wies die «Gmeind» das Pachtreglement zu weiteren Abklärungen an den Gemeinderat zurück.

Schadhafte Strassenbeläge

Auch mit einem von drei Kreditbegehren hatte der Gemeinderat kein Glück. Für 210 600 Franken sollten die Deckbeläge von zwei Gemeindestrassen saniert werden – der Flussacherstrasse und der Wölflinswilerstrasse.

Obwohl die Werkkommission die Sanierung als dringend erachtete, um die Strassen vor dem Zerfall zu retten, lehnte eine Mehrheit von 26 gegen 15 Stimmen, bei 21 Enthaltungen, diese Investition ab.

Alle andern Traktanden brachte der Gemeinderat nahezu ohne Gegenstimmen durch. Das Gebührenreglement musste ergänzt werden, weil die Gemeinde neu für Anlassbewilligungen zuständig ist.

Gleichzeitig wurde eine Gebühr für die Benützung der Turn- und Mehrzweckanlagen durch Privatpersonen eingefügt und eine Erhöhung der kantonalen Hundetaxe um 20 Franken auf die Hundehalter überwälzt. Diese Änderungen wurden mit 54:0 bei 8 Enthaltungen genehmigt.

Ein Kredit von 350 000 Franken für den Ersatz der Wasserleitungen in der Bühlstrasse war unbestritten und wurde mit 57:0 bei 5 Enthaltungen beschlossen. Die häufigen Rohrleitungsbrüche sprachen eine deutliche Sprache. «Glücklicherweise gibt es ja noch den Dorfbrunnen», meinte Brunnenmeister Markus Schneeberger.

Interimistische Schulleitung

Bei der Behebung einer unerfreulichen Situation in der Schulleitung stärkten die Anwesenden dem Gemeinderat den Rücken und genehmigten einen Betrag von 45 880 Franken für die Schulleitung ad interim.

Der Auslöser war, dass die Schulleiterin nach der schlecht ausgefallenen externen Schulevaluation (Ampel auf Rot) gekündigt hat. In der Person von Max Wittwer (Luterbach), Mitinhaber der Firma dw Schulstruktur und -management, wurde eine erfahrene Fachperson engagiert, um bis zum Ende des laufenden Schuljahres (Juli 2016) die Schulleitung im bisherigen 32-Prozent-Pensum sicherzustellen.

Die gleiche Firma wird eine neue Schulleitung für die Schule Kienberg auf August 2016 rekrutieren. Die Kosten akzeptierte die Versammlung mit 54:0 Stimmen bei 8 Enthaltungen.

Das ausgeglichene Budget 2016 (siehe Kasten) mit gleich bleibendem Steuerfuss gab zu keinen Diskussionen Anlass und wurde mit 55:1 Stimmen bei 6 Enthaltungen verabschiedet.

Bauvorhaben rund um Kienberg

Unter «Verschiedenem» gab es Informationen über mehrere Bauvorhaben:

Der längere Unterbruch der Gesamtsanierung der Saalstrasse wird vom Kanton mit schlechten Wetterbedingungen begründet. Für Kienberg soll dies keine negativen finanziellen Folgen haben. Das erste Teilprojekt ist abgeschlossen, das zweite startet 2016.

Der Kanton plant die Renaturierung des Saalbaches, woran die Gemeinde 10 bis 20 Prozent zahlen soll. Die genaue Kostenhöhe ist nicht bekannt. Das Vorhaben stiess auf Vorbehalte.

Die Gemeinde Anwil plant ein neues Wasserreservoir. Das Amt für Landwirtschaft sieht den idealen Standort auf Kienberger Boden. Auch Kienberg könne langfristig davon profitieren.

Im Frühjahr 2016 startet beim Hirschenplatz die Sanierung der Wasserleitung in der Anwilerstrasse, bis Anwil. Die Arbeiten werden sich über zwei bis drei Jahre erstrecken. (cva/mgt)