Rund 40 Gretzenbacher nahmen am Samstagmorgen im Rahmen eines Workshops das räumliche Leitbild in Angriff, welches die Grundlage für die anstehende Ortsplanungsrevision bildet. Besonders zu reden gab das Thema Verdichtung. Wie Projektleiterin Maron Peter vom beauftragten Planungsbüro Metron AG erläuterte, prognostiziert der Kanton für die Gemeinde ein Bevölkerungswachstum von jetzt rund 2750 auf mindestens 3050 Einwohner bis ins Jahr 2035. Nur mit dem Bestand an unbebauten Bauzonen könne der Prognose nicht Rechnung getragen werden, weshalb diverse Verdichtungsmassnahmen infrage kommen. Möglich wäre es, die zweigeschossige Wohnzone in eine dreigeschossige umzuwandeln und eine höhere Parzellenausnutzung zuzulassen. Projektleiterin Peter betonte, dass sich die Einwohnerdichte durchaus auch in Quartieren mit Ein- oder Zweifamilienhäusern erhöhen lasse, wenn An- und Neubauten sowie Aufstocken ermöglicht werden.

Die Vorschläge stiessen nicht bei allen Teilnehmern auf Gegenliebe. Während sich manche Einwohner durchaus vorstellen konnten, den Grundeigentümern mehr Spielraum zu lassen, gaben andere zu bedenken, dass durch zusätzliche Stockwerke auf den Häusern der Nachbarn der Wert des eigenen Grundstücks gemindert werden könnte. Manche sprachen sich vehement gegen jegliches Wachstum oder Verdichtung aus. Jedoch war man sich einig, dass die Wohnqualität und der von Einfamilienhäusern geprägte Charakter des Dorfs erhalten bleiben sollten. Massnahmen zur Verdichtung kamen für die Gretzenbacher, wie Peter als Fazit zog, vor allem schwerpunktmässig und nicht flächendeckend infrage. Auch wünschte sich die Mehrheit ein Bevölkerungswachstum auf maximal 3000 bis 3200 Einwohner.

Kein klares Dorfzentrum

Im ersten Teil der Veranstaltung konnten die Teilnehmer auf Karten und Zetteln aufschreiben und aufzeichnen, welche positiven Eigenschaften und Verbesserungspotenziale sie im Dorf sahen. Besonders in den Gruppendiskussionen im zweiten Teil wurde rege diskutiert. Prominent waren in beiden Teilen die Themen Ortsdurchfahrt Köllikerstrasse sowie ein fehlendes Dorfzentrum. Vielmehr gäbe es zwei Zentren, meinten manche Teilnehmer, nämlich das Schulhausareal sowie das Areal um die Kirche. Es kamen bereits erste kreative Ideen zur Aufwertung eines Zentrums, beispielsweise ein Treffpunkt mit Gemüsemarkt, Flohmarkt, Projektwochen und mehr.

Diskutiert wurde auch die Anbindung an den öffentlichen Verkehr in Richtung Olten und Kölliken, die von vielen als mangelhaft empfunden wurde. Hier hätten die Gemeinden jedoch wenig Spielraum, erklärte die Projektleiterin. «Möglich für die Gemeinde wäre die Förderung von Alternativen, beispielsweise bessere Velo- und Fusswege nach Däniken und andere umliegende Gemeinden», erklärte sie auf Nachfrage. Wichtig war den Teilnehmern auch eine altersdurchmischte Bevölkerung und Generationenwohnen. Viele weitere Themen konnten nicht ausdiskutiert werden, können aber in die Arbeit der Planer einfliessen, da sie schriftlich festgehalten wurden. Im August dieses Jahres sollte der erste Entwurf des räumlichen Leitbilds vorliegen. Nach dem öffentlichen Mitwirkungsverfahren und der Absegnung durch den Kanton soll das Leitbild im nächsten Frühling an einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung genehmigt werden. Auf der Basis des Leitbilds wird ab 2019 die Revision der Nutzungsplanung in Angriff genommen.

Zum Schluss dankte Gemeindepräsident Daniel Cartier für das Erscheinen und die angeregte Diskussion. Nicht nur er bedauerte das Fehlen der jungen Generation und das hohe Durchschnittsalter der Teilnehmer.