Dulliken
Opfer des eigenen Erfolgs

Das finanzielle Wohlergehen der Gemeinde sorgt in naher Zukunft für deutlich tiefere Einkünfte aus dem Finanzausgleich.

Tobias Schalk
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Das satte Zwischenminus, kann dank einem stolzen Gewinn aus Energie- und Wasserversorgung, günstigen Fremdkapitalzinsen sowie unlängst getätigter Totalabschreibung des Verwaltungsvermögens zu einem budgetierten Ertragsüberschuss von knapp 120 000 Franken korrigiert werden. (Symbolbild)

Das satte Zwischenminus, kann dank einem stolzen Gewinn aus Energie- und Wasserversorgung, günstigen Fremdkapitalzinsen sowie unlängst getätigter Totalabschreibung des Verwaltungsvermögens zu einem budgetierten Ertragsüberschuss von knapp 120 000 Franken korrigiert werden. (Symbolbild)

KEYSTONE/GABRIELE PUTZU

Während Jahren eine eigentliche Steuerhölle und einer der grössten Nehmer im kantonalen Finanzausgleich, hat sich Dulliken rehabilitiert und in den vergangenen Jahren sukzessive die Steuerbelastung vermindert.

Die im Vorjahr beschlossene Steuersenkung auf 119 Prozent (natürliche Personen) beziehungsweise 89 Prozent für juristische Personen bewährt sich und wurde an der Budgetgemeindeversammlung einstimmig bestätigt.

Als Kehrseite der Medaille – des gestiegenen Steueraufkommens bei tieferer Belastung – erweise sich nun die Schlechterstellung im Finanzausgleich, berichtete Gemeinderat und Ressortleiter Finanzen Martin Henzmann der Gemeindeversammlung und bezifferte den Rückgang der Zuschüsse aus dem Finanzausgleich auf gegen 680 000 Franken.

Veränderte Berechnungsgrundlagen mit HRM 2 und das Nachwirken eines ausserordentlichen Steuerertrags aus dem Jahr 2014 sind die Gründe hierfür.

So entsteht im eigentlichen «Kerngeschäft» ein sattes Zwischenminus, das aber dank einem stolzen Gewinn aus Energie- und Wasserversorgung, günstigen Fremdkapitalzinsen sowie unlängst getätigter Totalabschreibung des Verwaltungsvermögens zu einem budgetierten Ertragsüberschuss von knapp 120 000 Franken korrigiert werden kann.

So wurden die Ausführungen im mit 63 Stimmberechtigten gut gefüllten Saal wohlwollend zur Kenntnis genommen.

Umstrittene Personalunion

Ansonsten schnürte der Gemeinderat zuhanden der Versammlung einige Traktandenpäckchen, teils formaljuristischer Natur, deren Annahme Formsache war. Einzig beim Antrag zur Teilrevision der Gemeindeordnung, wo unter anderem die Formulierung der Regelung der Ressortzuteilung angepasst und konkretisiert werden sollte, kam Leben in die Bude.

Aus der Versammlung meldete sich Sabrina Weber-Sutter mit dem spontanen, aber sehr wohl einstudierten Antrag, dass zusätzlich die Personalunion von Ressortleitung im Gemeinderat und Kommissionspräsidium explizit ausgeschlossen und entsprechend in der Ordnung niedergeschrieben werden solle.

Dem versuchte Gemeindepräsident Walter Rhiner mit der rhetorischen Frage nach der Notwendigkeit einer solchen Ergänzung und dem Hinweis, dass eine solche Personalunion in seiner Erinnerung ohnehin gerademal zweimal – davon sei er in einem Falle als damaliger Schulkommissionspräsident und Ressortleiter Bildung selbst betroffen gewesen – vorgekommen sei, den Wind aus den Segeln zu nehmen.

Als schliesslich Gemeinderatskollege Patrik Strahm plötzlich das Wort für das Ansinnen aus dem Saal ergriff, herrschte kurz Verwirrung im Saal. Auch Rhiner reagierte kurz irritiert, bewies dann aber viel Humor und hatte mit dem Spruch: «Zvöu Macht, das heisst ebe ou, du machsch zvöu», die Lacher auf seiner Seite, was die Stimmbürgerin ihren Antrag abschwächen liess, damit aber keine Mehrheit im Saal fand.

Übereinkunft herrschte dafür wieder beim grössten und einzigen Kreditbegehren im Rahmen der «Gmeind». So wurde die Gesamtsanierung der Stichstrasse im Kleinfeld-Quartier gutgeheissen, welche mit 280 000 Franken zu Buche schlägt.

Dabei sollen Synergien genutzt werden, indem die Arbeiten der Aare Energie AG (a.en) zur Verlegung der elektrischen Erschliessung in den Boden mit den gemeindeseitigen Arbeiten zum Ersatz der Wasserversorgung und der Erneuerung des Belags kombiniert werden. Der Baustart für die umfassenden Arbeiten soll im kommenden Frühling erfolgen.

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