Kirchenchor

Operettenmusik zu Kaffee und Kuchen

Der Kirchenchor Winznau probt Operetten, unter der Leitung von Georges Regner und Hansruedi von Arx am Keyboard.

Der Kirchenchor Winznau probt Operetten, unter der Leitung von Georges Regner und Hansruedi von Arx am Keyboard.

Der Kirchenchor Winznau lädt am Sonntag, 27. Oktober, zum Kaffeehaus-Konzert im evangelisch-reformierten Kirchgemeindehaus in Winznau ein.

«Das ist zu hoch! Das ist zu tief!», ruft Dirigent Georges Regner mitten in die Passage hinein, die der Chor gerade singt. Seine Worte sind aber nicht etwa an die 22 Mitglieder des Kirchenchors in Winznau gerichtet, sondern ein Teil seiner Solopassage namens «Heil sei dem Tag» aus der Oper «Zar und Zimmermann» von Albert Lorzing. Etwas später hat die Figur genug: «Dann fangt ohne meine Leitung noch einmal von vorne an», singt Regner und spaziert von der Bühne, worauf der Kirchenchor selbst auf die Klaviertöne von Hansruedi von Arx lauschen und den richtigen Moment für den Einsatz finden muss. Dies üben sie an der Probe an diesem Mittwochabend mehrfach, bis der Einsatz sitzt.

Bald gilt es ernst: Am Sonntag in einer Woche lädt der Kirchenchor Winznau zum Kaffeehaus-Konzert im evangelisch-reformierten Kirchgemeindehaus in Winznau ein. In den zwei Pausen zwischen den Liedern bleibt Zeit für Kaffee, Kuchen und Austausch. Vor zwei Jahren sang der Kirchenchor zum ersten Mal in diesem Arrangement. «Das lief sehr gut, wir haben 80 Leute erwartet und es kamen 150», erinnert sich Chorleiter Georges Regner. Deshalb entschied sich der Chor, ein solches Konzert im Wechsel mit dem Adventskonzert zu organisieren, welches alle zwei Jahre mit der Musikgesellschaft Winznau stattfindet.

Melodien von Johann Strauss und Franz Lehár

Dieses Jahr gehört den Operettenchören, mit Stücken aus «Die lustige Witwe» von Franz Lehár oder aus der «Fledermaus» von Johann Strauss. Da das Programm nicht abendfüllend ist, eignet es sich gut zur Umsetzung in diesem Format. «Die Form ist sehr locker und sehr gesellig», findet Regner. Drei der Gesänge werden auch szenisch umgesetzt, «wenn auch nur am Rande», wie Regner einwirft. «Wir haben schliesslich nicht viel Platz im Kirchgemeindehaus, vor allem nicht, wenn viele Leute kommen.»

Eines davon ist das oben genannte Stück aus «Zar und Zimmermann», in dem Zar Peter als Zimmermann in Holland arbeitet. Als der Bürgermeister dies erfährt, will er einen Empfang durchführen. Der Bürgermeister und die Bürger singen im Wechsel. «Irgendwann überschlagen sie sich, weil sie immer noch lauter sein wollen als der andere», erzählt Regner. «Das klingt einmal ganz schräg, nimmt dann aber ein gutes Ende.» Auch das Duett «Ach Josef» aus «Madame Pompadour» von Leo Fall, welches Chorleiter Regner mit seiner Ehefrau Elisabeth Regner als Sopranistin darbietet, enthält szenische Elemente. Der Probenaufwand war für dieses Konzert grösser als beim letzten Mal, da die Operettenchöre für den Kirchenchor neu waren. Bei der Auswahl der Stücke achtete Regner darauf, dass die Chorpassagen möglichst lang sind, und setzte sie in einer sinnvollen Reihenfolge zu einem Programm zusammen.

Kirchenchor singt an vielen anderen Anlässen

Bereits letzten Frühling übte der Kirchenchor erste Lieder für das Kaffeehaus-Konzert, die intensiven Proben begannen jedoch erst nach den Sommerferien, wie Präsidentin Fränzi Brun erzählt. «Wir haben dazwischen immer auch mal anderes geprobt, was wir an verschiedenen Anlässen vorgetragen haben», führt Brun aus. So singt der Chor zwei Mal jährlich an ökumenischen Anlässen in Winznau sowie an Feiertagen wie Ostern oder Pfingsten. Der Verein ist zwar katholisch, aber auch für andere Konfessionen offen. «Im Chor singen auch Misch-Ehepaare, wo ein Ehepartner katholisch und einer reformiert ist», erzählt Brun. Hinzu kommen Gastsänger, die dem Chor für einzelne Projekte regelmässig aushelfen.

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