SBB
Operation an der Schlagader ist geglückt

Seit heute Montag verkehren die Züge von Schönenwerd Richtung Aarau auf einem neuen Gleis.

Christian von Arx
Drucken
Teilen
Ortseingang Schönenwerd Ost, Blick Richtung Westen: Diese Woche wurde das Gleis ganz rechts für den Verkehr geöffnet. RFr

Ortseingang Schönenwerd Ost, Blick Richtung Westen: Diese Woche wurde das Gleis ganz rechts für den Verkehr geöffnet. RFr

Remo Fröhlicher

Wer heute Montag mit der Bahn von Schönenwerd nach Aarau fährt, gehört zu den Ersten, die auf einer Strecke von 2 Kilometern eine neue Fahrbahn benützen.

Zwischen dem Aarauer Stadttunnel und dem östlichen Ortseingang von Schönenwerd hatten die SBB in den letzten Monaten ein neues Gleis gebaut, und zwar auf der zu Aare und Jura hin gelegenen Seite des bisherigen Gleisfelds. Das neue Gleis wurde heute früh von den fahrplanmässigen Zügen in Betrieb genommen.

Am Wochenende wurde auf der Höhe der Firma Schenker Storen in Schönenwerd noch die Verbindung mit dem benachbarten Gleis erstellt. Dort waren am Samstag Schienen und Schwellen der bisherigen, juraseitigen Spur ausgebaut worden, dafür setzte ein Kran neue, 18 Meter lange Gleisjoche für die neue Spur ein.

Am Sonntag wurden diese eingeschottert. «Die Krampmaschine macht eine erste und zweite Stopfung», erklärte SBB-Vorarbeiter Michael Meyer am Sonntagmorgen. «Dabei wird das Gleis reguliert, damit die Höhe und der seitliche Abstand stimmen.» Am Sonntagnachmittag wurden die neuen Schienen verschweisst und die Fahrleitungen angeschlossen.

Da bei der Bahn Linksverkehr gilt, sind es die Züge von Schönenwerd in Richtung Aarau, die das neue Gleis befahren. Vorerst dürfe darauf nur mit 80 km/h gefahren werden, so Meyer. Erst nach der dritten Regulierung in den nächsten Tagen werde das Gleis für die volle Geschwindigkeit freigegeben.

Das mittlere Gleis präsentiert sich zurzeit als «Stumpengleis», das von Aarau her auf der Höhe Schenker Storen abrupt endet. Dies wird sich aber ändern: Das mittlere Gleis wird in der nächsten Zeit mit dem andern «alten» Gleis verbunden und danach von den Zügen aus Aarau Richtung Schönenwerd befahren werden. Das «alpenseitige» Gleis (das zum Eppenberg hin gelegene) wird dagegen ab Sommer zwischen Schönenwerd Ost und Wöschnau ausschliesslich als Logistikgleis für die Baustelle des Eppenbergtunnels genutzt. Für den Ost-West-Verkehr bleibt es also vorderhand bei zwei Gleisen – bis zur Eröffnung des Eppenbergtunnels Ende 2020.

Während der Arbeiten am Wochenende stand auf dem betroffenen Abschnitt nur ein einziges Gleis für beide Fahrtrichtungen zur Verfügung – und das an der Schlagader des Ost-West-Verkehrs. Aus diesem Grund wurden die Regionalzüge der S23 zwischen Olten und Aarau vollständig durch Busse ersetzt. Auch für die Nonstop-Züge zwischen Zürich und Basel hatte es im einspurigen Nadelöhr der Baustelle keinen Platz mehr, sie wurden über den Bözberg und das Fricktal umgeleitet.

Das gleiche Regime kommt an den nächsten drei Wochenenden zum Einsatz. Auch am 30./31. Januar, 6./7. Februar und 13./14. Februar werden die drei Bahnhöfe Dulliken, Däniken und Schönenwerd mit Bahnersatzbussen statt Zügen bedient.