Trimbach
Online proben wegen Corona: Für den Gospelchor ist es wichtig, dranzubleiben

Der Gospelchor Trimbach hält seine Chorproben im Moment über die Internetplattform «Zoom» ab.

Rebecca Rutschi
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Während des Singens haben alle Sängerinnen und Sänger – ausser dem Chorleiter – ihr Mikrofon stummgeschaltet.

Während des Singens haben alle Sängerinnen und Sänger – ausser dem Chorleiter – ihr Mikrofon stummgeschaltet.

zvg

18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer nehmen an der Zoom- Chorprobe teil. Bis auf ein
einziges Mikrofon sind alle stummgeschaltet und man sieht lediglich an den offenen Mündern, dass die Teilnehmenden gerade singen. Einige wippen dabei zur Musik mit, andere konzentrieren sich mehr auf ihre Noten. Der Gospelchor Trimbach trifft sich so jeden Donnerstagabend zur Online- Chorprobe. Als Einziger sein Mikrofon eingeschaltet und so für alle hörbar ist der Chorleiter Markus Koch, nur sporadisch klinkt sich eine Solistin oder ein Solist ein und singt die zugeteilte Solo passage.

Gesungen werden vor allem Lieder, welche die Mitglieder schon kennen. Koch begleitet den Chor und wechselt zwischen den verschiedenen Stimmen hin und her, sodass er alle, von Sopran bis Bass, mal unterstützt hat. Zwischen den Stücken fragt er nach, ob und wo allfällige Probleme lagen, und geht die einzelnen Stimmen noch einmal passagenweise durch.

Repertoire und Gruppendynamik

Mit einer solchen Chorprobe könne er zwar nicht überprüfen, wie qualitativ es klinge, erklärt Koch, die Alternative wäre aber, gar nicht zu proben. «Es ist wichtig, dranzubleiben», meint er. Nicht nur, um das Repertoire à jour zu halten, sondern auch wegen der Gruppendynamik. «Ein Chor ist etwas, das – nach dem Gesang natürlich – vor allem auf Gemeinschaft aufbaut.» Er glaubt, dass es den Sängerinnen und Sängern guttue sich in der aktuellen Lage wenigstens virtuell zu sehen. Ein Anwesender nickt zustimmend und sagt: «Für mich ist die wöchentliche Probe Seelenbalsam.»

Das sehen aber nicht alle Mitglieder des Chors so. Im Durchschnitt sind jeweils 15 bis 20 Mitglieder anwesend – insgesamt umfasst der Chor rund 30 Personen. Für viele sei es auch komisch, in einen Bildschirm zu singen oder die Zoom-Sitzungen bereiten ihnen technisch oder akustisch Probleme. Diese Leute hätten sich für den Moment von den Chorproben abgemeldet und möchten dann erneut kommen, wenn man wieder gemeinschaftlich singen darf. Auch dafür habe er Verständnis, sagt der Chorleiter.

Auf eigene Einnahmen angewiesen

Und noch ein weiteres Problem geht für den Gospelchor aus der Coronakrise hervor: Es fallen wie jedes Jahr auch in diesem Kosten für Chorleitung und Noten an. Der Chor wird durch den reformierten Pfarrkreis Trimbach zwar grosszügig finanziell unterstützt, trotzdem ist er jeweils auch auf eigene Einnahmen durch Konzerte angewiesen. Da diese im aktuellen Jahr nicht möglich sind, organisieren die Mitglieder ein Sponsoren- Lotto. Die Namen aller Personen, die einen Betrag spenden, werden in einen Lostopf geworfen und im Januar möglicherweise mit einem Preis belohnt.

Die Preise – zum Beispiel ein Apéro auf dem Kirchturm, ein Glühwein-Set oder verschiedene Gutscheine – wurden zu diesem Zweck von den Mitgliedern gespendet. Trotz der Mühen
der Coronakrise und der Umständlichkeit einer Online-Chor probe kann Koch der Zoom-Probe aber auch etwas Positives abgewinnen. Wenn man als Sängerin oder Sänger etwas unsicher sei, könne man sich bei normalen Chorproben neben stärkere Stimmen setzen und sich davon leiten lassen. In einer Chor probe auf Zoom ist man auf sich selbst gestellt. Das stärke bei vielen das Vertrauen in die eigene Stimme, berichtet Koch.

Hinweis: Mehr Informationen zum Sponsoren-Lotto gibt es hier