«Wir wollen mit dem Kabarett näher zu den Leuten: ins Restaurant, in die Beiz. Denn viele Leute haben immer noch falsche Vorstellungen. Sie meinen, Kabarett sei zu ernst und zu politisch — zu schwierig. Aber das stimmt nicht», versichert Claude Schoch. Er ist Leiter und Initiant der Oltner Kabarett-Tage. Deshalb suchten sie mit «Kabarett unterwägs» dieses Jahr erstmals weiteres Publikum an neuen Plätzen.

Das neue Konzept und die Premiere des Kabaretts von Thomas «Veri» Lötscher und Kilian Ziegler haben über 50 Zuschauer in den Saal im Hotel Storchen gelockt. Die beiden Bühnenkünstler spielten gemeinsam in der Rahmenhandlung «Heiter im Abgang — hier liegt der Hund begraben»: eine Beerdigung im Dorf. Dieser Stoff für Gereimtes und Ungereimtes wird auch durch die Gegensätzlichkeit der beiden Künstler belebt, die sich altersmässig in anderen Gefilden bewegen und dabei gut ergänzen.

Wortakrobatik gegen scharfzüngige Sprüche

Beide erzeugen Schmunzeln, Heiterkeit und Lacher über ihre Generation hinaus. Zudem hat jeder noch seine eigenen Stücke im Stück: Während der Luzerner «Veri» eher bodenständig-ländlich und scharfzüngig die Lachmuskeln beansprucht, schafft dies der Trimbacher Kilian Ziegler, der Slam-Poetry-Schweizermeister von 2018, besonders durch Wortakrobatik und Jonglierkunst mit sinnigem Unsinn — oder unsinnigem Sinn.

Dem Publikum in Schönenwerd gefiel das. Viele stammen aus dem Niederamt. Darunter auch solche, die gar noch nie an den Kabaretttagen waren, wie Nicole und Johnny: «Wir sind während den Oltner Kabarett-Tagen immer in den Ferien. Dank ‹Kabarett unterwägs› haben wir endlich Gelegenheit, das nun zu geniessen. Und das fast um die Ecke.»

Kabarett in familiärem Rahmen

Weitere Niederämter sahen es genau gleich. Christian Schacher und Evelyne Scheuss aus Däniken freuten sich, dass sie fürs Kabarett nicht bis nach Olten fahren mussten. Das machten sie sonst zwar regelmässig, «doch im kleineren, familiären Rahmen ist man näher bei den Künstlern.» Zudem sei dieses Stück authentisch. Jeder verstehe es.

Auch einige Oltner waren in Schönenwerd dabei. Das Programm von «Veri» und Kilian Ziegler gefiel ihnen ebenso wie die Idee, «Olten ein bisschen hinauszutragen», wie die Oltnerin Priska sagte. Sie und ihr Mann hätten das Kabarett in der Provinz genossen, samt Abendessen im «Storchen», wie etwa die Hälfte der Besucher.

«Storchen» freut sich schon auf nächstes Jahr

Für die kulturbegeisterte Chefin des «Storchen» — bekanntlich nicht gerade das «erstbeste Lokal in Schönenwerd», wie «Veri» zu Beginn der Rahmengeschichte witzelte — sind die Oltner Kabaretttage gut unterwegs. Hoteldirektorin Monika Lustenberger-Meier sagt: «Das Echo ist sehr gut. Die Gäste haben bereits nach dem nächsten Mal gefragt. Gerade dem geografisch verzettelten Kanton Solothurn tut es gut, dass das Kabarett neue Orte besucht.» Sie seien jedenfalls bereits für das nächste Jahr bereit.

Dieses Fazit, die vielen Lacher während und die heiteren Gesichter nach der Vorstellung lassen erwarten, dass neues Publikum an neuen Orten dank «Kabarett unterwägs» mit Thomas «Veri» Lötscher und Kilian Ziegler einen vergnüglichen Abend mit heiterem Abgang erleben darf.

Nächste Vorstellungen: 27. März, 20 Uhr, Gasthof Kreuz, Egerkingen; 3. April, 20 Uhr, «Rössli Pub», Grenchen; 4. April, 20 Uhr, «Kreuz» Kultur, Solothurn; 10. April, 20 Uhr, Kloster Dornach. Weitere Informationen unter www.kabarett.ch.