Baden, die Sonne geniessen, Wandern und Velofahren einerseits; campieren, Abfall, wildes Parkieren und Lärm andererseits – dieses gegensätzlichen Themenkomplexes nimmt sich die Gemeindepräsidentenkonferenz Niederamt (GPN) in den kommenden Jahren an, um eine möglichst konfliktfreie Nutzung des Naherholungsgebiets Aareraum zwischen Olten und Aarau zu gewährleisten. Der Schwerpunkt in diesem Mehrjahresprojekt liegt im laufenden Jahr im Bereich Information und Verkehrslenkung. Die GPN hat für erste Massnahmen grünes Licht gegeben.

«Öisi Aare»

Die rund 13 Kilometer Aareraum zwischen Olten und Aarau bieten nicht nur eine reiche Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren, sondern auch einen einzigartigen Naherholungsraum für die Menschen aus dem gesamten Niederamt. Leider stellten die Behörden fest, dass wildes Campieren, Littering, Lärmemissionen sowie wildes Parkieren im Laufe der Zeit überhandgenommen haben.

Die Gemeindepräsidentenkonferenz Niederamt (GPN) hat deshalb eine Arbeitsgruppe beauftragt, um unter dem Label «Öisi Aare / Solothurner Niederamt» Massnahmen ins Leben zu rufen, damit das Miteinander von Mensch und Natur in diesem Raum in möglichst geordneten und konfliktfreien Bahnen verlaufen kann.

Für Langsamverkehr motivieren

Das Konfliktfeld zwischen Mensch und Natur hat durch die Aare-Korrekturmassnahmen im Rahmen des Hochwasserschutzes im Raum Niederamt eine neue Bedeutung erhalten. Die Schaffung neuer Flussarme zur Entlastung der Alten Aare bei Winznau und Erlinsbach und der damit entstandene neue Raum ermöglicht nicht nur neuen Pflanzen- und Tierarten bessere Chancen, sich auszubreiten, sondern zieht nicht zuletzt durch die neu entstandenen Inseln auch die Menschen an, welche sich in diesem Gebiet sichtlich wohlfühlen und sich in ihrer nächsten Umgebung erholen möchten.

Im laufenden Jahr liegt der Schwerpunkt im Bereich Information und Verkehrsführung. Ziel soll es sein, die Nutzerinnen und Nutzer aufzufordern, mit dem Velo oder zu Fuss in das Naherholungsgebiet zu gelangen. Der Aufruf: «Kommt mit dem Velo» soll auch dazu ermutigen, dass die Besucherinnen und Besucher möglichst keinen Abfall hinterlassen respektive diesen wieder mit nach Hause nehmen. Ergänzend soll ein Konzept zusammen mit der Oltech ausgearbeitet werden, welches die kommunalen Werkhöfe entlastet. Dieser Prozess ist derzeit im Gang.

Reglemente vors Volk

Die GPN hat Anfang Juli grünes Licht für Sofortmassnahmen erteilt. Ab sofort werden parkende Autos direkt an der Aare nicht mehr geduldet. Wer trotzdem mit dem Auto erscheint, wird mithilfe von lenkenden Massnahmen auf Ersatzparkplätze gewiesen oder bei Nichteinhalten gebüsst. Die Massnahmen sollen die Anwohnerinnen und Anwohner sowie das Gewerbe aber nicht behindern; die Anstösser werden in den kommenden Tagen informiert.
Weiter wird das Campieren im Schwallwasserbereich der Kraftwerke aus Sicherheitsgründen untersagt. Bezüglich Abfall, Campieren, Parkieren und Lärm machen sich die Anstösser-Gemeinden nach den Sommerferien daran, ein gemeinsames Reglement zu erarbeiten, welches an den Budget-Gemeindeversammlungen im Dezember dem Souverän zur Genehmigung vorgelegt werden soll.

Kanton unterstützt Massnahmen

Diese Massnahmen werden vom Kanton unterstützt. Das Raumplanungsamt, das Amt für Umwelt und die Kantonspolizei sind ebenfalls involviert respektive haben die Planung auf Anfrage der Gemeinde Winznau in Gang gesetzt. Dabei spielt die Koordination der zahlreichen Massnahmen aus den Bereichen Freizeit, Naturschutz, Hochwasserschutz sowie seitens der Kraftwerkbetreiber eine tragende Rolle. Im August soll eine Begehung des gesamten Aareraums mit den Verantwortlichen stattfinden – damit durch die Erarbeitung weiterer Massnahmen einer der schönsten Naturräume unserer Region weiter besucht und genossen werden kann, ohne unschöne Nebenwirkungen und -geräusche. (MGT)