Obergösgen
Zerstörungswut und Müllberge: Kameras sollen Täterschaft ausfindig machen

Seit Jahren hat die Gemeinde Obergösgen massive Probleme mit Vandalismus und Littering. Die Täterschaft konnte jedoch nie gefasst werden. Nun soll Videoüberwachung eindeutige Beweise liefern.

Felix Ott
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Künftig werden in Obergösgen Videokameras gegen Littering und Vandalismus eingesetzt.

Künftig werden in Obergösgen Videokameras gegen Littering und Vandalismus eingesetzt.

Stefan Kaiser (20.1.2020)

In Obergösgen bildeten sich in den vergangenen Jahren mehrere Littering- und Vandalismus-Hotspots. Diese Standorte werden besonders häufig Opfer von Vermüllung und Beschädigung. Deshalb beschloss der Gemeinderat dagegen vorzugehen. Diese stark betroffenen Gebiete werden künftig mit Kameras überwacht. Denn von der Täterschaft fehlt bisher jede Spur.

Betroffen sind das Schulhaus Hardmatt, die Mehrzweckhalle, die Munimatte, der Platz bei der Kirche und der Werkhof. Es sind Orte an denen sich häufig Personen treffen und anschliessend ihren Abfall zurücklassen oder das Inventar beschädigen. So wurden beispielsweise frisch gepflanzte Bäume einfach abgeknickt, erzählt Peter Frei auf Anfrage.

Zwar gäbe es Annahmen wer hinter der Zerstörungswut und den Müllbergen stecke. Jedoch könne dies nicht bewiesen werden. Der Gemeindepräsident Obergösgens vermutet, dass die Taten auf Jugendliche zurückzuführen sind. In den vergangenen Monaten sei er immer wieder zur Polizei gegangen, um Anzeigen zu erstatten. Doch durch die Kameras sollen endlich handfeste Beweise gegen die Täterschaft gesichert werden.

«Es ist jetzt leider nötig. Wir haben es lange aufgeschoben»,

sagt Frei. Es gäbe keine Chance die Übeltäter ohne Zeugen zu finden. Zwar habe man Quittungen und Kontoauszüge gefunden, doch laut der Staatsanwaltschaft genügen diese nicht als Beweis. Es könne nicht zweifellos gesagt werden, dass sie tatsächlich der Täterschaft gehören. Frei betont:

«Ohne Videobeweise gäbe es null Chancen die Täter zur Rechenschaft zu ziehen.»

Alle bisherigen Massnahmen zeigten kaum Wirkung. Die Gemeinde stellte Warnschilder auf und verhängte Aufenthaltsbeschränkungen. Seit einiger Zeit patrouilliere auch die Securitas, aber auch das habe das Problem nicht gelöst. Von den neuen Kameras erhofft sich der Gemeinderat, die Lage endlich in den Griff zu bekommen.

Für die Planung und Umsetzung des Projektes wurde eine Arbeitsgruppe gegründet. Diese setzt sich aus Vertretern des Gemeinderates und der betroffenen Standorte zusammen. Nach Begehungen der Hotspots und einigen Sitzungen wurde die Lage eingeschätzt und die Standorte der Kameras bestimmt.

Insgesamt werden fünf Überwachungskameras montiert, die eine gute Sicht auf die betroffenen Berieche haben. Diese dienen einerseits zur Abschreckung, andererseits auch zur Identifikation der Täterschaft bei erneuten Vorkommnissen. Die Aufnahmen kommen jedoch nur zum Einsatz, wenn es zu erneuten Vorfällen kommt.

Videoüberwachung ist eines der effektivsten Mittel zur Verhinderung von Littering und Vandalismus. So setzt beispielsweise die Nachbargemeinde Niedergösgen, bereits seit vielen Jahren, auf Videoüberwachung des Schulareals. Erst kürzlich berichtete diese Zeitung über die Videoüberwachung des Schulhauses Kappel sowie in weiteren Gemeinden.

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