Obergösgen
«Mit online Angeboten konnten wir vor allem ältere Jugendliche erreichen» ‒ So beeinflusst Corona die Jugendarbeit

Der digitale Wandel in der Pandemiezeit betrifft viele Bereiche ‒ auch die Jugendtreffs in Obergösgen.

Cyrill Pürro
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Sprayen, so oder so mit Maske: eines der Angebote am «Boys- and Girlsday» der OJALO vom vergangenen Mittwoch.

Sprayen, so oder so mit Maske: eines der Angebote am «Boys- and Girlsday» der OJALO vom vergangenen Mittwoch.

zvg

Bis vor über einem Jahr war dieses Szenario unvorstellbar. Seit der Pandemie sind die Alternativmöglichkeiten zu Präsenzveranstaltungen aber kaum wegzudenken. Egal ob Schule, Studium, Arbeit oder die freitagabendliche Zusammenkunft: Die Coronapandemie hat das öffentliche Leben in vielen Bereichen in die digitale Welt katapultiert. Aus einem Sitzungsprotokoll des Gemeinderates von Obergösgen vom 11. Mai geht hervor: Das fordert auch bei Organisationen im Bereich der Jugendarbeit ein Umdenken. Die offene Jugendarbeit Lostorf Obergösgen (OJALO) war und ist von diesem digitalen Wandel betroffen. Seit Corona muss sich die OJALO grösstenteils mit Onlineangeboten begnügen. Der Verein blickt auf eine turbulente Zeit zurück, mit vielen Auswirkungen.

«Mit diesen Onlineangeboten konnten wir vor allem die älteren Jugendlichen erreichen, die eher auf den sozialen Medien unterwegs sind»,

so Stefanie Wyss, Jugendarbeiterin bei der OJALO.

So habe man bei der Nutzung der Onlineangebote während des letzten Jahres eine Verschiebung von der jüngeren in die etwas ältere Altersgruppe der Jugendlichen wahrgenommen. Es fordere viel Kreativität die vielfältigen Angebote virtuell durchzuführen und dabei die Bedürfnisse möglichst aller dennoch zu berücksichtigen.

Onlineangebote weiter fördern und ausbauen

Nebst den digitalen Angeboten konnte OJALO letztes Jahr von Juni bis Dezember diverse Veranstaltungen unter Einhaltung der Hygienemassnahmen wieder aufnehmen. Darunter fällt das Angebot der offenen Turnhalle und die Boys- und Girlsdays. Auch der wöchentliche Jugendtreff öffnet jeden Mittwochnachmittag von 14 bis 17 Uhr und Freitagabend von 17 bis 19 Uhr. Diese physischen Angebote der OJALO laufen seit Anfang 2021 weiter, bis nächste Lockerungen seitens des Bundesamtes für Gesundheit in Kraft treten.

Stefanie Wyss, OJALO

Digitale Angebote können reelle nicht ersetzen

Bewährte Kommunikationswege und Angebote über die sozialen Netzwerke sollen bei der OJALO auch nach der Pandemie erhalten bleiben. Es zeigte sich aber, dass die digitalen Angebote die reellen nicht ersetzen können. Das sei zu erwarten gewesen, wie Wyss ausführt. Die Jugendlichen schätzen die erneuten Möglichkeiten sich persönlich zu Treffen und gemeinsam etwas zu erleben. «Dem wollen wir, so weit es die aktuelle Situation zulässt, nachkommen», so Wyss. Denn die Angebote der offenen Jugendarbeit sollen bestmöglich immer gemeinsam mit den Jugendlichen geplant und umgesetzt werden. Das ist ein Anspruch, der durch die Verschiebung in die digitale Welt erschwert wurde. Nebst den digitalen Weiterentwicklungen will die OJALO vor allem eines: Jugendlichen vielfältige Begegnungs- und Erfahrungsräume schaffen. Deshalb freut man sich seitens der OJALO auf weitere Lockerungen. «Wir werden die pandemische Situation laufend beobachten und schauen, wie sich die Situation entwickelt», sagt Wyss. Erst dann wird über weitere Lockerungen diskutiert.

Gemeindeordnung wird geprüft

Auch die Gemeindeordnung, steigende Kosten im Sozialbereich und die Trefferanzeige des 300-m-Schiessstandes waren Themen der Gemeinderatssitzung. Der Beschluss «Neuorganisation Bauverwaltung und Werke und Umwelt» wurde an der Rechnungsgemeindeversammlung vom letzten August abgesegnet. Jetzt sei es notwendig, die Gemeindeordnung anzupassen. Der Gemeinderat nutze die Gelegenheit und überprüfe die gesamte Gemeindeordnung, heisst es im Bericht zur letzten Gemeinderatssitzung. Die überarbeitete Gemeindeordnung wird an der Gemeindeversammlung vom 14. Juni 2021 vorgestellt, wie Gemeindepräsident Peter Frei auf Anfrage erklärt. Auch die Bezeichnungen und Verantwortlichkeiten der Ressorts sollen leicht angepasst werden.

Zudem: Um die steigenden Kosten im Sozialbereich und Gesundheitswesen zu analysieren, setzte der Gemeinderat zwei Arbeitsgruppen ein. Sie sollen die aktuelle finanzielle Situation in den Bereichen prüfen und dem Gemeinderat einen Bericht abgeben. Die daraus resultierenden finanziellen Folgen beschäftigten den Gemeinderat von Obergösgen schon seit längerem. Auch für den Ersatz der Trefferanzeige im Schiessstand wurde eine Arbeitsgruppe eingesetzt. In der werden verschiedene Möglichkeiten geprüft. Die elektronische Trefferanzeige ist mittlerweile 30 Jahre alt.