Niedergösgen
Nur die SP nennt Zeitraum: «Kurt Henzmann soll bis in einem Jahr zurücktreten»

Nur die SP Niedergösgen nennt einen Zeitraum für Kurt Henzmanns Rücktritt. Ein Jahr.

Kelly Spielmann
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Kurt Henzmann hat seinen Rücktritt schon bekannt gegeben. Wann liess er allerdings offen. (Archiv)

Kurt Henzmann hat seinen Rücktritt schon bekannt gegeben. Wann liess er allerdings offen. (Archiv)

Bruno Kissling

Der Wahlsonntag von letzter Woche überraschte im Niederamt wohl nirgends so sehr wie in Niedergösgen: Kurt Henzmann, Gemeindepräsident seit 1997, wurde von den Stimmberechtigten nicht mehr in sein Amt gewählt. Obwohl mehr leere Wahlzettel in der Urne landeten als solche, auf denen Henzmanns Name stand, nimmt dieser am zweiten Wahlgang teil und wird damit nach Gesetz in stiller Wahl gewählt erklärt. Seiner Meinung nach hätte er mit dem Rückzug seiner Kandidatur die Gemeinde in ein Chaos gestürzt.

Doch seine nächste Amtsperiode wird von einem Versprechen begleitet: Noch während der Periode will er zurücktreten. «Die Zeit bis zu seinem Rücktritt wird die CVP-Ortspartei nutzen, um einen Nachfolgekandidaten oder eine Nachfolgekandidatin aufzubauen», schrieb die CVP Niedergösgen. Doch wann wird dies der Fall sein? Und wer wird sein Nachfolger?

Nicht alle anderen Niedergösger Parteien haben dazu Erwartungen oder wollen diese kundtun. Matthias Moser, Ortsparteipräsident der SP Niedergösgen, nennt als einziger eine klare Meinung zur Situation. Er verstehe zwar, dass die CVP sich noch etwas Zeit nehmen möchte, um einen neuen Kandidaten oder eine neue Kandidatin aufzubauen, aber: «Das Argument, dass Chaos ausbrechen würde, ist lächerlich.» Moser ist der Meinung, dass Henzmann innerhalb eines Jahres vom Amt zurücktreten und das Ganze nicht unnötig herauszögern sollte.

Dass sich anschliessend ein Kandidat oder eine Kandidatin von ausserhalb der CVP zur Verfügung stellen könnte, schliesst Matthias Moser nicht aus. Denn: «Wir von der SP wussten, dass in Niedergösgen eine CVP-Macht herrscht, daher haben wir uns nicht überlegt, jemanden zu stellen», so Moser. Er ist jedoch der Meinung, die CVP müsse auf die anderen Parteien zukommen, und nicht umgekehrt. Auch müsse man mit den anderen Parteien zusammensitzen und sich absprechen, bevor man eine Entscheidung treffe.

«Ebenso überrascht wie alle»

Was Moser ebenfalls wichtig ist, ist die Tatsache, dass sich die anderen Parteien nicht im Geheimen abgesprochen haben, um Henzmann nicht mehr zu wählen, wie im Dorf gemunkelt werde. «Wir haben uns nicht abgesprochen, wir haben von nichts gewusst», sagt der Präsident der SP Niedergösgen. «Wir waren selber genauso überrascht wie alle anderen», fügt er an.

Funkstille bei FDP und SVP

Gemeinderat Markus Hunziker, Ansprechperson der FDP Niedergösgen, wollte auf Anfrage keine Meinung zur Situation abgeben.

Die SVP Niedergösgen konnte nicht erreicht werden, da sich Aktuarin Judith Piller für mehrere Wochen im Ausland aufhält. Auf eine Mailanfrage hat die SVP Niedergösgen nicht reagiert.