Jahresrückblick
Niedergösgen erlebte 2018 intensiven Wahlkampf – und bekam neuen Gemeindepräsidenten

Silvana Schreier
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Roberto Aletti und Andreas Meier

Roberto Aletti und Andreas Meier

bko

Die Geschichte rund um das Gemeindepräsidentenamt in Niedergösgen begann bereits 2017: Der CVPler Kurt Henzmann verpasste als einziger Kandidat das absolute Mehr. In stiller Wahl wurde er schliesslich im Amt bestätigt. Im April dieses Jahres gab Henzmann dann seinen Rücktritt bekannt. Andreas Meier, der parteilose Vize-Gemeindepräsident und Bauunternehmer, vermeldete im Mai seine Kandidatur. Der 58-Jährige engagierte eine professionelle Kampagnenleiterin und steckte viel Geld in den Wahlkampf.

Einen Monat später wurde der Gegenkandidat bekannt: Roberto Aletti, CVP-Mitglied und Politik-Neuling, stellt sich ebenfalls für das Amt des Gemeindepräsidenten zur Wahl. Der mehrere Monate dauernde Wahlkampf wurde somit eingeläutet.

Aletti und Meier: zwei Kandidaten, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Aletti, der seit 25 Jahren in Niedergösgen lebt und Vater zweier Töchter ist, hatte die gesamte CVP-Ortspartei hinter sich. «Ein Brückenbauer für Niedergösgen», lautete sein Slogan, den er gerne wiederholte. Der 62-Jährige will die Gemeinde verändern. Zu einer Situation wie 2017 mit der Nicht-Wahl von Henzmann soll es nicht mehr kommen.

Bauunternehmer Meier hausierte hingegen mit dem Spruch: «Andi bi de Lüt». Während er als Parteiloser wenig Rückhalt bei den Parteien genoss, erhielt er umso mehr Zustimmung von den Stimmbürgern. Er setzte auf Sach- statt Parteipolitik und wollte «ein Gemeindepräsident für alle sein».

Der Wahlkampf verlief intensiv: Während die beiden Kandidaten Plakate aufhängten, Flyer verteilten und Anlässe veranstalteten, mischten sich auch Bürgergemeindepräsident Patrick Friker und Noch-Gemeindepräsident Henzmann ein. Einzig zu einem Aufeinandertreffen von Aletti und Meier kam es nie.

Am 23. September nahm der emotionale Wahlkampf schliesslich ein Ende: Die Stimmbürger wählten Roberto Aletti im ersten Wahlkampf als Gemeindepräsident. Der Sieger trat bereits am 1. Oktober seine neue Stelle als Oberhaupt von Niedergösgen an.

Umzug und Einarbeiten

Meier verkündete hingegen, dass er nun das Versprechen an seine Familie einlösen werde: Er wird Niedergösgen – die Gemeinde, in der seine Familie seit vier Generationen Bürger ist – verlassen und nach Schönenwerd ziehen. Dort baut Meiers Firma Tannenbaum Generalbau AG eine neue Einfamilienhaus-Überbauung.

Während Meier also bereits an den bevorstehenden Umzug denkt, ist Aletti dabei, sich in die Geschäfte einzuarbeiten. Für das Amt als Gemeindepräsident hat er dann auch seinen Job gekündigt, damit er sich ausschliesslich auf die Gemeinde konzentrieren könne.

Was wann im Niederamt geschah

Januar
> In Erlinsbach SO verschwinden mehrere Briefe spurlos. Ende Februar wird das Rätsel gelöst: Der ehemalige Briefträger stellte nicht alle Briefe zu. Die neue Pöstlerin sorgt nun dafür, dass die Post wieder ankommt.
> Nach einem halben Jahr ohne Website ist Walterswil wieder online.

Februar
> Das Projekt «Hauptstrasse Nord» wird erstmals der Lostorfer Bevölkerung vorgestellt.
> In Stüsslingen trotzt Nicole Leuzinger dem Lädelisterben: Sie eröffnet ihren eigenen Dorfladen.

März
> Am 23. März findet der Spatenstich für die neue Sportanlage Breite in Erlinsbach SO statt. Die Anlage soll bis Anfang April 2019 den Vereinen übergeben werden.

April
> Der Spatenstich für das neue Reservoir in der Ängi in Stüsslingen erfolgt. Es wird den über 100-jährigen Wasserspeicher ersetzen.

Mai
> Das Franziskushaus in Dulliken wird versteigert. Für 3,53 Millionen Franken geht es an die Aargauische Kantonalbank. Bisher wurde das als Kloster konzipierte Gebäude nicht weiterverkauft.

Juni
> Die Gemeinde Winznau kämpft mit mehreren Rücktritten: Zwei Gemeinderäte und zwei Kommissionspräsidenten gehen auf Ende Jahr. Es konnte eine Nachfolge gefunden werden.
> Am 12. Juni fahren die Radfahrer im Rahmen der Tour de Suisse durchs Niederamt: von Wöschnau über Schönenwerd, Gretzenbach, Däniken und nach Walterswil.

Juli
> Der Kulturverein der Khmer in Walterswil will neben dem Kulturzentrum eine Ruhestätte bauen. Am 22. September beginnen die Bauarbeiten.
> Der Blutmond verzückt auch die Niederämter: In Rohr SO versammeln sich Hunderte Schaulustige.

August
> Während der Hitzetage sind die Niederämter im Boot auf der Aare oder in der Badi in Schönenwerd anzutreffen.
> Die Schrebergartenanlage in der Rankwog in Trimbach wird auf Ende Oktober aufgelöst. Für die Hobbygärtner ein Schock.

September
> Das Altersheim Brüggli in Dulliken gibt die Fusion mit der Tagesstätte Sonnegg aus Olten bekannt. Es soll eine «Liebesheirat» werden.
> In Obergösgen werden die beiden neuen Kreisel feierlich eröffnet.
> Die Bauarbeiten für das Grundwasserpumpwerk Aarenfeld in Gretzenbach beginnen. Auch die Pumptests verlaufen erfolgreich.

Oktober
> Neben dem buddhistischen Tempel in Gretzenbach soll eine Versammlungshalle entstehen. Das Projekt wird erstmals vorgestellt.
> Die GEWAG 18 findet in der Kreisschule Mittelgösgen statt. Lostorf und Obergösgen führen die Ausstellung gemeinsam durch.

November
> Die Lostorfer sagen Ja zum Projekt «Hauptstrasse Nord».
> Der Skilift Gsahl auf dem Hauenstein wird dank einer Crowdfunding-Aktion gerettet.

Dezember
> Der Winznauer Weihnachtsmarkt fällt aus. Zu gross ist die Konkurrenz aus Olten oder Schönenwerd.
> In Trimbach sagen die Stimmbürger Nein zu den Investitionsprojekten: Der Gemeinderat muss nochmals über die Bücher.
> Am 13. Dezember geben die Kienberger dem Windpark auf der Burg grünes Licht. (SIL/RB)

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