Finanzverwalter Beat Fuchs informierte den Rat über das Budget 2018, welchen einen Aufwandwandüberschuss von 468'724 Franken ausweist. Es sind Nettoinvestitionen von insgesamt 1,8 Mio. Franken geplant.

Beat Fuchs gab vor Beginn der Gemeinderatssitzung den interessierten Ratsmitgliedern eine Einführung in das Rechnungswesen der Gemeinde. Dies ist bei einem Amtsperiodenwechsel schon bald Tradition. Das Budget weist bei einem Gesamtaufwand von 16,538 Mio. Franken und einem Gesamtertrag von 16,070 Mio. Franken einen Aufwandüberschuss von 468'724 Franken aus.

Die Finanzkommission konnte keine signifikante Sparpotenziale ausmachen. Die Steuersätze und die Gebühren sollen gegenüber dem Vorjahr trotzdem keine Änderungen erfahren, denn die Gemeinde verfügt nach wie vor über ein Nettovermögen von rund 2,1 Mio. Franken und ein Eigenkapital von rund 8,8 Mio. Franken. Ebenso wird auf die Teuerungszulage beim Gemeindepersonal verzichtet. Die Löhne der Lehrkräfte erfahren ebenfalls keine Teuerungsanpassung.

Den Berechnungen lagen also die gewohnten Parameter mit dem Steuerfuss von 105 Prozent für natürliche Personen und 125 Prozent für juristische Personen zugrunde. Bei den Gebühren für Wasser, Abwasser, Kehricht und Grünabfuhr sind keine Erhöhungen geplant. Die Spezialfinanzieren stehen insgesamt auf gesunden Beinen.

Es sind Nettoinvestitionen von rund 1,8 Mio. Franken geplant, wobei diese lediglich mit 27'000 Franken selber finanziert werden können, was 1,43 Prozent und somit einem schwachen Wert entspricht. Dabei sind aber die Finanzkennzahlen für den Zinsbelastungsanteil und den Kapitaldienstanteil sehr gut. Der Rat genehmigte den Voranschlag und verabschiedete ihn zuhanden der Gemeindeversammlung.

Zweiter Anlauf für Teilzeitstelle

Die Sommergemeindeversammlung hat den Antrag der Verwaltung auf eine zusätzliche 40-Prozent-Stelle zurückgewiesen. Den Gegnern fehlten damals im Vorfeld Informationen zur geplanten Stelle und ein Pflichtenheft.

Diesen Begehren wurden nun Rechnung getragen. Der Gemeinderat hat eine Botschaft verfasst, welche auf der Homepage aufgeschaltet ist. Dort sind Informationen zur Historie und Begründungen sowie Kostenfolge aufgeführt. Die Dokumentation wird auch an der Gemeindeversammlung abgegeben.

Dass die Verwaltung personell unterdotiert ist, hat im Jahr 2014 bereits die vom damaligen Gemeinderat in Auftrag gegebene Verwaltungs- und Behördenanalyse gezeigt. Den Vergleich mit anderen Gemeinden im Niederamt muss Niedergösgen ebenfalls nicht scheuen. Mit insgesamt 430 Stellenprozenten werden bislang sämtliche Fachgebiete einer Gemeindeverwaltung abgedeckt – und dies bei sehr grosszügigen Schalteröffnungszeiten. Dazu werden noch zwei KV-Lernende ausgebildet.

Neuorganisation Verwaltung

Die Fusion der Wasser- und der Werkkommission erfordert erneut eine kleine Umorganisation in der Verwaltung. Die Sekretariatsarbeiten sollen durch die Stelleninhaberin Aktuariat Bau übernommen werden.

Neu sollen für das Sekretariat Baukommission 60 Prozent und für das Sekretariat Wasser-/Werkkommission 20 Prozent zur Verfügung gestellt werden. Das führt dazu, dass die Arbeiten für die Finanzverwaltung nicht mehr durch diese Stelleninhaberin bewältigt werden können. Für die Finanzverwaltung bleiben weiterhin die bereits seit 15 Jahren bewilligten 40 Prozent nebst dem vollen Finanzverwalterpensum. Wenn der Souverän diesem Antrag zustimmt, werden in der Verwaltung künftig 470 Stellenprozente inklusive Gemeindepräsidium besetzt.

Spezielle Förderung und Logopädie

Seit der Einführung «Spezielle Förderung» wird im Kindergarten und an der Primarschule Niedergösgen die integrative Förderung erteilt. Schülerinnen und Schüler mit besonderem pädagogischen Förderbedarf werden – in der Regelklasse integriert – zusätzlich von schulischen Heilpädagogen begleitet und unterstützt. Mit der Vollzugsverordnung hat der Regierungsrat die dafür notwendigen Rahmenbedingungen festgesetzt.

Somit erhält jede Schule gemäss Schülerzahl subventionierte Lektionen für die spezielle Förderung, welche sie selber bedarfsgerecht einsetzen muss. Die Ressourcierung ist vom Kanton neu auf 20 bis 28 Lektionen pro 100 Schülerinnen und Schüler festgelegt worden. In den Richtlinien des Kantons wird zudem verlangt, dass pro 100 Schülerinnen und Schüler drei bis sechs Lektionen Logopädie angeboten werden müssen.

Dieser Förderunterricht wird durch spezialisierte Fachpersonen erteilt, welche die Klassenlehrperson in ihrer Arbeit unterstützen. Die Besoldungskosten dieser Massnahmen werden gemäss Verteilschlüsse durch den Kanton subventioniert.

Der Schulleiter hat deshalb dem Gemeinderat für die Spezielle Förderung 78 Wochen-Lektionen und für die Logopädie 9 Wochen-Lektionen für das Schuljahr 2018/19 für 280 Schülerinnen und Schüler beantragt. Der Antrag wurde einstimmig gutgeheissen.