In der Region gehen wieder die Kupferdiebe um. In den vergangenen Wochen wurden der Polizei zahlreiche Fälle zugetragen. Auffällig: Der untere Kantonsteil scheint für die Langfinger ein besonders lukratives Einsatzgebiet zu sein. «Wir haben seit Februar eine Häufung solcher Fälle in der Region Olten festgestellt», sagt Astrid Bucher, Mediensprecherin der Solothurner Kantonspolizei. Bekannt sind unter anderem mehrere Fälle in Dulliken, Gretzenbach und Schönenwerd, wo seit Anfang April diverse Kupferkabel sowie vereinzelt Baustellenzubehör entwendet wurde. Dies teilte die Polizei vergangenen Freitag mit (vgl. Ausgabe «Schweiz am Wochenende). Die entwendeten Kabel dienten demnach überwiegend der Stromversorgung von Kränen.

Zuletzt verschafften sich die Täter in der Nacht auf vergangenen Donnerstag Zutritt zu einer Baustelle an der Quartierstrasse «Im Bad» in Dulliken, wo sie ein Stromzufuhrkabel aus Kupfer von rund 100 Metern Länge entwendeten. Das Kabel schnitten sie fein säuberlich durch. Sachschaden und Wert des gestohlenen Kupfers belaufen sich laut Polizeiangaben allein in diesem Fall auf mehrere Tausend Franken.

Bevölkerung sensibilisieren

Eine Erklärung, warum die Kupferdiebe ausgerechnet im unteren Kantonsteil wieder zunehmend aktiv sind, gibt es nicht. Ein Grund für die allgemeine Häufung könnte der Kupferpreis sein, der in den vergangenen Monaten wieder zugelegt hat. Mit dem Hinweis auf die steigende Zahl von solchen Delikten erhofft sich die Polizei, die Aufmerksamkeit sowohl von Baufirmen wie auch in der Bevölkerung zu erhöhen. «Die Diebstähle geschehen auf Baustellen ebenso wie mitten im Quartier», erklärt die Polizeisprecherin. Auffällige Beobachtungen sollten deshalb immer unverzüglich der Polizei gemeldet werden (Tel. Nummer 112 oder 117). Mit der Sicherung von Baustellen, beispielsweise durch Überwachungskameras, könnten die Baufirmen den Kupferdieben das Handwerk zusätzlich erschweren. Auch die Polizeipatrouillen sind laut Bucher sensibilisiert darauf, ihr Augenmerk verstärkt auf Baustellen zu richten.

Dass Kupferdiebe nicht immer ungeschoren davonkommen, zeigte sich vor zwei Wochen: Nachdem Polizeihund «Gio-Gordon vom Grafenfels» in Pratteln BL zwei Täter auf einem Firmengelände aufgestöbert hatte, konnte der eine von der Polizei Basel-Landschaft vor Ort, der andere kurz darauf von der Solothurner Kantonspolizei in der Region angehalten werden. Wichtig ist laut Astrid Bucher aber ebenso die Sensibilisierung: «In erster Linie geht es darum, Diebstähle zu verhindern.» (cze)