Je 23 Mädchen und Knaben haben ihre zweijährige Schulzeit an der Sek P Niederamt abgeschlossen. Von ihnen haben 32 das Wahlpflichtfach Wissenschaft und Technik absolviert, 14 hatten sich für Latein entschieden. An der Schulschlussfeier vom Mittwoch im Casino Schönenwerd erhielten sie ihre Zeugnisse aus den Händen ihrer Klassenlehrer Susan Eggenberger (Standort Schönenwerd) und Erwin Rieder (Standort Mittelgösgen). Die obligate Rose überreichte ihnen die als Gast anwesende Regierungsrätin Esther Gassler persönlich.

Der Grossteil der 46 Abgängerinnen und Abgänger des Progymnasiums wird mit dem Ziel einer gymnasialen Matur an die Kanti Olten übertreten, wie Schulleiter Andreas Basler mitteilte. Einzelne absolvieren das 9. Schuljahr in einer 3. Klasse der Sek E. Von dort aus stehen ihnen in einem Jahr verschiedene Wege offen, mit einer Übertrittsprüfung auch wieder der Weg an die Kantonsschule.

Der Schulleiter verabschiedete zwei Lehrpersonen des Standorts Mittelgösgen, die jetzt in den Ruhestand treten: Marie Theres Künzli (Tastaturschreiben) und Ruedi Künzli (Mathematik, Biologie, Wissenschaft und Technik) hatten seit dem Start im Jahr 2011 an der Sek P Niederamt unterrichtet.

Als ehemalige Gemeindepräsidentin und Schulpräsidentin der früheren Bezirksschule Schönenwerd hatte Regierungsrätin Gassler an dieser Schulschlussfeier ein «Heimspiel», wie sie sagte. Als Chefin des Volkswirtschaftsdepartements betonte sie die Vorteile des dualen Bildungssystems, das die jungen Leute nahe entlang den Bedürfnissen der Wirtschaft ausbilde. Sie trat dafür ein, den Weg ans Gymnasium nicht gegen den Weg der Berufsbildung auszuspielen, zumal das System in beide Richtungen durchlässig sei: «Auch ein späterer Wechsel ist möglich, verlorene Jahre gibt es nicht.»

«Eine Erfolgsstory»

Der Präsident des Schulvorstandes der Sek P Niederamt, Daniel Huber (Obergösgen), bezeichnete die ersten fünf Jahre der Schule als Erfolgsstory. Anfang Juni hatte der Regierungsrat alle Sek-P-Standorte im Kanton dauerhaft festgelegt. «Das bedeutet für uns, dass die Sek P Niederamt ihre Probezeit mit zwei Standorten erfolgreich bestanden hat und nun dauerhaft als Institution gesetzt ist», stellte Huber fest. Die Externe Schulevaluation (ESE) hat für die Sek P Niederamt durchweg grüne Ampeln ergeben. Und, vielleicht ebenso wichtig: «Die Rückmeldungen der Schülerinnen und Schüler, der Eltern und der Lehrerschaft sind durchweg positiv», so Huber.

Seit dem Start der Sek P Niederamt im Jahr 2011 sind die jetzt verabschiedeten
46 Schülerinnen und Schüler der vierte Jahrgang, der die von zehn Niederämter Gemeinden gemeinsam getragene Schule verlässt. Dieses Jahr waren es, wie schon 2014, zwei Parallelklassen (je eine in Obergösgen und Schönenwerd), in den Jahren 2013 und 2015 hatten jeweils drei Parallelklassen die Sek P abgeschlossen.

Die Grenze für die Bildung einer dritten Parallelklasse liegt bei einer Gesamtzahl von über 52 Schülern pro Jahrgang. Wie Schulleiter Basler auf Anfrage mitteilte, werden es im nächsten Schuljahr je drei Parallelklassen pro Jahrgang sein, sodass die Sek P Niederamt im kommenden Schuljahr 2016/17 erstmals insgesamt sechs P-Klassen zählen wird.

Das Einzugsgebiet des Standorts Schönenwerd (mit Däniken, Eppenberg-Wöschnau, Gretzenbach und Niedergösgen) ist leicht grösser als dasjenige des Standorts Mittelgösgen (mit Lostorf, Obergösgen, Rohr, Stüsslingen und Winznau). Trotzdem musste in der fünfjährigen Geschichte der Sek P Niederamt erst ein einziger Schüler an den nicht seinem Wohnort entsprechenden Schulstandort zugeteilt werden.