Für ihn gab’s immer nur den Blues, und damit sollte Pascal Geiser Recht behalten. Der 36-Jährige aus Erlinsbach wurde jüngst mit dem Swiss Blues Award ausgezeichnet. An seiner Seite: der 29-jährige Shanky Wyser, aufgewachsen in Obergösgen, Piano-Mann und geniales Hirn von Geisers Band.

Geiser und Wyser lernten sich 1994 an einem Schulchorprojekt in Obergösgen kennen. In den Pausen setzte sich Wyser, damals neunjährig, ans Klavier und spielte Boogie und Blues. Geiser begleitete ihn am Schlagzeug. Dann trennten sich die Wege wieder.

Früh wurde Geiser vom Blues infiziert. Schliesslich war sein Vater Schlagzeuger in einer Bluesband, und natürlich wollte auch der kleine Pascal an den Drums sitzen. Achtjährig begann er seine Musikerkarriere an der Musikschule.

Während der Schulzeit gründete er in Küttigen mit Gleichaltrigen die obligate Rockband, die aber «nie so wirklich konkret aufgetreten» sei. Nach der Schulzeit, Ende der 90er, versandete das Projekt.

2003 trat er in der Bluesband seines Vaters erstmals als Sänger in Aktion. «Das war eine bewusstere Berührung mit dem Blues», erinnert er sich. Ab 2005 nahm er als Schlagzeuger während sieben Jahren einen festen Platz in der Partyband «Tornados» ein. «Chläbrige Musik, aber ohne diese Zeit wäre ich musikalisch nicht da, wo ich heute bin», sagt er.

Bluesband gegründet

2010 dann traf er Wyser wieder, via Facebook. Er dachte daran, eine Bluesband zu gründen. Und er wusste, Wyser war der richtige Mann dafür. Shanky Wyser hatte schliesslich bereits mit drei Jahren Radiosongs auf dem Klavier nachgespielt.

Kindheit und Jugend hatte Wyser zwischen Obergösgen und Lostorf verbracht. In der Primarschule begleitete er den Schülerchor am Klavier, danach rückte die Musik in den Hintergrund. «Wir sind als Jugendliche viel vor der Epa herumgehangen», denkt Wyser lachend an diese Zeit zurück. Während der Kellnerlehre in Aarburg setzte er sich hin und wieder ans Klavier, um die Gäste zu unterhalten. Bis ihn ein Gast einmal darauf hinwies, dass er mit der Musik auch Geld verdienen könne.

Was er nach der Lehre auch tat. Er wirkte in verschiedenen musikalischen Projekten mit, hatte aber nach absolviertem KV und BWL-Studium in Olten eigentlich eine Wirtschaftskarriere im Kopf. Und dann kam eben Geiser. Dieser hatte klare Vorstellungen. Er drückte Wyser Material in die Hand, sagte ihm: «Hör dir das an.»

Wyser merkte schnell, dass ihn das Projekt musikalisch weiterbrachte. Seine einzige Bedingung: «Ich möchte mitreden in der Band.» So kam es, dass Geiser die Texte schreibt, Wyser als musikalischer Leiter ist für die Musik verantwortlich. Die erste gemeinsame Zusammenarbeit mündete 2011 bereits in einem Song, der auf einem deutschen Blues-Sampler erschien.

Danach ging es Schlag auf Schlag: Vorband von Philipp Fankhauser 2012, diverse Gigs, etwa in der Variobar oder an der Einweihung der Kirchgasse in Olten. Im April 2015 dann siegte die fünfköpfige Band an der Basler Promo Blues Night und wurde von einem Management unter Vertrag genommen.

Pascal Geiser spielt an der Promo Blues Night 2015

Pascal Geiser spielt an der Promo Blues Night 2015

Dieses Jahr gewann die Band den Swiss Blues Award, der sie nächstes Jahr zur Teilnahme an der European Blues Challenge in Dänemark sowie an die International Blues Challenge in Memphis (USA) führt.

Wyser, der inzwischen von der Musik lebt, möchte bis Ende 2017 selbstständig sein. Geiser hat nach wie vor eine Vollzeitstelle im Aussendienst inne. Aber auch er möchte sich in der nahen Zukunft nur noch der Musik widmen. Um «die Leute zu unterhalten und zu berühren», wie er sagt. Dazu ist er bereits am 30. Juli wieder in der Lage, am «Feelgood»-Festival in Niedergösgen.