Niedergösgen
«Nicht vor Chaoten kapitulieren» – Gemeinderat will Rastplatz Schachenbad vorerst nicht aufheben

Der Niedergösger Gemeinderat möchte nicht vor einer Handvoll Chaoten kapitulieren und das Schachenbad aufheben. In einem ersten Schritt sollen Plakate darauf hinweisen, was auf dem Gelände erlaubt ist und was nicht. Zudem soll das Engagement einer privaten Security-Firma geprüft werden.

Antonietta Liloia
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Im Sommer überschritten gewisse Benutzer des Niedergösger Schachenbades die Toleranzschwelle der Anwohner.

Im Sommer überschritten gewisse Benutzer des Niedergösger Schachenbades die Toleranzschwelle der Anwohner.

Bruno Kissling

Ende September hatten die Behörden von Niedergösgen die Anwohner des Ratsplatzes Schachenbad zu einer Aussprache in den Schlosshof eingeladen. Während der Sommermonate hatten die Anwohner wiederholt reklamiert wegen Lärm durch laute Musik bis in die Morgenstunden, Gestank durch Fäkalien in der Umgebung und Diebstahl von Brennholz direkt vor den Liegenschaften der Anwohner.

Die Toleranzschwelle war massiv überschritten und die Anwohnerschaft verlangte Massnahmen von der Gemeinde- und der Bürgergemeinde. Vertreter beider Gemeinden und Adjutant Markus Schneeberger von der Kantonspolizei Solothurn suchten gemeinsam nach Lösungen.

Ein Teil der Anwohnerschaft forderte, den Rastplatz komplett aufzuheben, andere wollten den massiven Grill sowie die Tische und Bänke versuchsweise für ein Jahr entfernen lassen. Die Anwohnerschaft wurde indes aufgefordert, bei den höchst unangenehmen Problemen die Polizei anzufordern. Dies wurde auch vom Vertreter der Kantonspolizei unterstützt.

Plakate und Security

Der Niedergösger Gemeinderat hatte nun zu entscheiden, welche Massnahmen zu ergreifen sind. Er möchte nicht vor einer Handvoll Chaoten kapitulieren und das Schachenbad aufheben. In einem ersten Schritt sollen Plakate darauf hinweisen, was auf dem Gelände erlaubt ist und was nicht. Zudem soll das Engagement einer privaten Security-Firma geprüft werden. Diese kann die Polizei avisieren und damit wird die Anwohnerschaft von diesen Anrufen entlastet.

Der Rat ist der Meinung, dass man mit diesen beiden ersten Massnahmen die teuren Investitionen vorerst stehen lassen kann. Im Übrigen stellt sich die gleiche Problematik auch beim Spielplatz der Mehrzweckhalle und beim Rastplatz Hängebrücke.

Aussprache zum Lädelisterben

Ebenfalls Ende September folgten rund ein Dutzend engagierte Niedergösger Gewerbetreibende der Einladung des Gemeindepräsidenten zu einem Gedankenaustausch in den Schlosshof. Thema des Abends war das Lädelisterben. Man war gespannt auf Ideen zu möglichen innovativen Wegen, um den Marktplatz Niedergösgen zu fördern.

Die Gewerbetreibenden sind überzeugt, dass Niedergösgen ein grosses Potenzial aufweist. Allerdings wurde auch das heutige Kaufverhalten diskutiert, denn viele Leute betreiben Online-Shopping oder tätigen ihre Einkäufe im nahen Ausland.

Erst wenn die Leute nicht mehr mobil sind, besinnen sie sich auf die Dorfläden zurück, sofern diese dann noch existieren. Hier soll eine Sensibilisierung stattfinden und auch der soziale Aspekt, welcher ein Detailhändler bieten kann, soll dem Käufer bewusst gemacht werden. Auch die Gewerbeausstellung wurde thematisiert und einige fanden sich bereit, einen Neustart zu wagen.

Unterstützung für Maxi-Kreisel

Die Gewerbetreibenden thematisierten auch den zunehmenden Verkehr und die fehlenden Parkplätze an der Hauptstrasse. Einen Maxi-Kreisel befürworteten alle Anwesenden. Die Idee ist, dass die Verkehrsführung von Schönenwerd her über die Jurastrasse via Erlinsbacherstrasse in Richtung Olten und von Obergösgen her in Einbahn Richtung Schönenwerd erfolgt.

Damit könnte der Abschnitt zwischen der ehemaligen Metzgerei Stöckli und der Raiffeisenbank mit mehreren Parkplätzen bestückt und verkehrsberuhigend und einkaufsfreundlich angelegt werden.

Der Gemeinderat unterstützt die Idee mit dem Maxi-Kreisel ebenso und will beim Kanton deswegen vorstellig werden.

In Kürze

Die Vorprüfung der Ortsplanungsrevision nimmt mehr Zeit als erwartet in Anspruch. Mitte Dezember wird es hierzu ein Treffen mit dem Gemeinderat, den Kantonsvertretern und dem Planteam geben, um die ganze Sache zu bereinigen.

Otto Bitterli durfte am 3. September sein 40-Jahr-Jubiläum als Pilzkontrolleur feiern. Der Gemeinderat gratuliert ihm ganz herzlich dazu. In dieser langen Zeit hat er 23 Tonnen Pilze kontrolliert und kürzlich hat er wie gewohnt den Pilzkontrolleur-Kurs mit Bravour bestanden.