40 Stimmberechtigte kamen in Schönenwerd zur Rechnungsgemeindeversammlung. «Das ist ja ein Minusrekord», stellte Gemeindepräsident Peter Hodel fest. Dafür wurde der «harte Kern» belohnt: Spontan entschied der Gemeinderat, die Anwesenden auf Kosten der Gemeinde zu einem Apéro im «Storchen» einzuladen.

Fragen und Diskussionen gabs nur zu einem Geschäft: Zur Auslagerung der Reinigungsarbeiten in den Gemeindeliegenschaften. Der Gemeinderat nahm die bevorstehende Pensionierung von Hauswart Karl Hengartner zum Anlass, um auf 1.1.2017 einen schon 2013 gefassten Grundsatzbeschluss umzusetzen. Die frei werdende Stelle wird nicht mehr besetzt, die Schulhäuser, Turnhallen und weiteren Gebäude werden neu auf die drei verbleibenden Hauswarte aufgeteilt. Diese bleiben verantwortlich für Aufsicht und Unterhalt, machen aber die Reinigung nicht mehr selber. Die Reinigungsarbeiten werden ausgeschrieben und an eine externe Firma vergeben.

Spareffekt: 144 000 Franken

Der Versammlung machte der Gemeinderat die Auslagerung mit folgender Rechnung schmackhaft: Bisher kostete der Hauswartdienst die Gemeinde insgesamt 659 000 Franken, künftig sollen, inklusive externe Reinigung, 515 000 Franken reichen. Die Einsparung soll also 144 000 Franken betragen. «Macht ihr das Ganze wegen dem Geld?», fragte ein Teilnehmer. Klare Antwort des Gemeindepräsidenten: «Ja.» Das war unter dem Strich auch die Erklärung, warum die Gemeinde nicht selber Reinigungskräfte anstelle. «Wie wollt ihr kontrollieren, ob die Reinigungsleute auch zu anständigen Bedingungen beschäftigt werden?», lautete eine weitere Frage. Die Anbieter müssten die Löhne des Personals in ihren Offerten deklarieren, versprach Hodel.

Eine gewisse Skepsis im Saal war spürbar, aber am Ende liess sich eine klare Mehrheit vom finanziellen Vorteil der Auslagerung überzeugen: Mit 29 Ja gegen 7 Nein bei 3 Enthaltungen stimmte die Versammlung einem Kredit von 250 000 Franken zu. Dieses Geld steht der Gemeinde nun zur Verfügung, um die Reinigungsarbeiten des Jahres 2017 auszuschreiben.

Keine Gegenstimmen gab es gegen ein vollständig neu formuliertes Bestattungs- und Friedhofreglement. Teurer sind künftig Familiengräber. Seit dem Erlass des alten Reglements von 1998 hätten sich viele Gepflogenheiten geändert; so gebe es fast keine Erdbestattungen mehr, erklärte Gemeinderat Röbi Gilgen den Anlass zur Totalrevision.

Wieder einmal schwarze Zahlen

Überhaupt keine Fragen gab es zu der von Finanzverwalter Markus Lüscher erläuterten Rechnung 2015. Das erste Mal in dieser Legislaturperiode resultierte ein Überschuss, und die Ausgaben haben sich nach einem Höchststand 2013 stabilisiert, erklärte Gemeinderat Beat Keller. Alle Teile der Rechnung wurden einstimmig genehmigt.

Anwesend war der neue Bauverwalter Michael Purtschert, der seine Arbeit bei der Gemeinde am 1. Juni aufgenommen hat. Der Anfang Jahr eingesprungene Bauverwalter Jörg Amsler kann seine Mission wie geplant im Juli beenden.

Am 26. September ist eine ausserordentliche Gemeindeversammlung vorgesehen: Dann soll eine öffentlich-rechtliche Unternehmung gegründet werden, die zusammen mit Gretzenbach ein neues Grundwasserpumpwerk baut und betreibt und am 1. Januar 2017 starten soll.