«De Viehdokter?! E bi doch ke Chue!?» Fabienne Matter bringt Agnes Binggeli, eine modebewusste, etwas zickige junge Dame aus dem Unterland glaubhaft über die Bühne. Genauso möchte es Regisseur und Vereinspräsident Elmar Vogel haben: «Das Theater lebt von Mimik und Gestik.» Der selbsterlernte Regisseur führt bereits seit mehr als 30 Jahren Regie in der Gemeinde Dulliken. Nach einem Jahr Pause übt der Theaterverein Dohle wieder ein neues Stück ein: «Flitterwuche ufem Holderbäselihof» vom Luzerner Theaterautor Josef Brun.

Die Schauspieler sind begeistert davon: «Das ist eines der besten Stücke, das wir je gespielt haben», meint zum Beispiel Heidi Bachmann, die dieses Jahr zum ersten Mal die Hauptrolle spielt. Es handelt vom Dienstbotenpaar Trudi und Chrigel, das nach dem Tod der Besitzer des idyllischen Holderbäselihofs das Land erben sollte. Noch bevor jedoch das Testament Rechtskraft erhält, vermieten die beiden ein Zimmer auf dem Hof. Ganz nach dem Motto «Ferien auf dem Bauernhof» und erhalten kurz darauf eine Reservation vom Pärchen Binggeli aus dem Unterland. Alles scheint gut zu laufen, bis sich ungebetene Gäste auf dem Hof niederlassen: Lisi und Dora, die sich einen Teil des Erbes krallen möchten sowie Kari und Röbi, Gefängnisflüchtlinge, die ihnen dabei helfen sollen.

Gute Unterhaltung

Die Tollpatschigkeit gewisser Charakter führen zu witzigen Verwirrungen und sorgen konstant für gute Unterhaltung. Das gekonnt gestaltete Bühnenbild ergänzt die Leistung der Schauspieler für die nötige idyllische «Bauernhof-Stimmung».

Die Rollen sind besetzt mit zehn Mitgliedern des Theatervereins. Manche traten bereits gemeinsam auf den Bühnen in Dulliken auf, da existierte der Theaterverein, der im Jahr 2000 gegründet wurde, noch gar nicht. Andere sind neu dazu gestossen. Wie zum Beispiel Carina Hug. Die 18-Jährige steht mit ihrer ersten Rolle, der «Chrüter Berti», auf der Bühne: «Sie ist ein liebenswürdiges ‹Dorforiginal›», ergänzt die junge Schauspielerin. Josef Wittmer hingegen spielt schon seit 30 Jahren Theater und ist mit seinen 77 Jahren der Älteste der Gruppe. Nach vier Jahren Abwesenheit von der Bühne hat er als Polizist Nötzli einen kurzen, jedoch wichtigen Auftritt. Er könne sich leider lange Texte nicht mehr merken, meint er. «Auf mich müssen sie daher keine Rücksicht nehmen.»

«Irrsinniger Zusammenhalt»

Unabhängig von Alter haben alle etwas gemeinsam und das macht sich auf der Bühne bemerkbar: die Leidenschaft für das Theater und die Liebe zum Verein. «Wir haben einen irrsinnigen Zusammenhalt und haben es immer sehr lustig miteinander», so der Tenor. Diesen Zusammenhalt braucht es auch, denn seit den Sommerferien probt die Gruppe zwei Mal pro Woche von rund 19.30 Uhr bis 23.30 Uhr zusammen.

«Ich hoffe auf drei Mal ‹full house›», meint Heidi Bachmann und ergänzt: «Wir investieren nämlich recht viel Zeit in das Stück – das soll nicht umsonst sein.» Bis zu den Vorführungen hat die Gruppe noch rund eine Woche Zeit, um an gewissen Szenen zu feilen. Am Samstag, 17. November geht es dann mit der ersten Vorführung los. «Es ist die Uraufführung des Theaterstücks, darauf sind wir sehr stolz und hoffen natürlich, dass Josef Brun eventuell vorbeischaut», meint Regisseur Elmar Vogel: «Es wäre sehr schön, wenn er auch hier wäre.»

Die Vorführungen finden jeweils am 17., 23. und 24. November in der Mehrzweckhalle in Dulliken statt. Reservationen sind per Telefon unter 079 348 53 58 oder online unter www.theater-dohle.ch möglich.