Wisen

Neues Reglement: Feuerwehr ist nicht mehr für Herznotfälle zuständig

Die grösste Änderung im Reglement dürfte wohl die Umstrukturierung der Herznotfallgruppe sein. (Symbolbild)

Das Reglement der neuen Verbundfeuerwehr Wisenberg wurde an der Gemeindeversammlung einstimmig angenommen.

Der Bestand der Wisner Feuerwehr war mit 25 bis 30 Mitgliedern immer nur knapp gedeckt, besonders im oberen Kader fehlten die Leute. Daher musste sich die Feuerwehr vor einem Jahr dazu entscheiden, eine Fusion einzugehen: Nach der gescheiterten Abstimmung über die Fusion Olten + hat sich die Feuerwehr Wisen nach kantonalen sowie überkantonalen Nachbarn umgeschaut.

Mit Rü-Ki-Ze aus dem Basel-Land, also Rünenberg, Kilchberg und Zeglingen, hat die Zusammenarbeit schliesslich geklappt. Für Rü-Ki-Ze habe man sich entschieden, weil dies eine ländliche Region ohne Industriegebiete und Hauptstrassen, wo viele Unfälle vorkommen, ist. Gemeinsam mit Rü-Ki-Ze wurde schliesslich ein Vertrag ausgearbeitet. Dieser kam am Montag vor die 30 anwesenden Stimmberechtigten der Gemeindeversammlung.

Unabhängige Herznotfallgruppe

Die grösste Änderung im Reglement dürfte wohl die Umstrukturierung der Herznotfallgruppe sein. Diese gehört im Kanton BL nicht zur Feuerwehr und wird künftig auch in Wisen nicht mehr der Feuerwehr angehören. Diejenigen Personen, welche zurzeit in der Gruppe sind, werden weiterhin im Dienst bleiben, jedoch unabhängig von der Feuerwehr arbeiten.

Die Alarmierung funktioniert dann über eine Smartphone-App, und nicht mehr via Feuerwehr. Ansonsten gibt es keine grösseren Veränderungen im Reglement. Die Feuerwehr Wisenberg soll politisch von den jeweiligen Gemeinderäten und strategisch von der Feuerwehrkommission geführt werden.

Ein Stimmberechtigter forderte eine ausführlichere Erklärung zur Auflösung der Herznotfallgruppe und fragte, weshalb eine einzelne Person im Kanton diese beschliessen könne und wie die Notfallgruppe künftig funktionieren solle.

Gemeindepräsident Matthias Geiger erklärte, dass dies nicht die Entscheidung einer einzelnen Person gewesen sei, sondern dass dieser Beschluss gemeinsam mit der Feuerwehr gefasst wurde. Die Behandlung von Herznotfällen sei nicht die Kernaufgabe der Feuerwehr und deshalb müsse sie unabhängig funktionieren.

Ausserdem erläuterte Geiger die Vorteile der Alarmierung via App und dass die Sterberate bei Herznotfällen durch diese nach fünf Jahren von fünfzig Prozent auf fünf Prozent gesenkt werden solle. Geiger betonte, dass der Gemeinderat gemeinsam mit den Mitgliedern der Notfallgruppe die Organisation auf die Beine stellen würde und am Thema dranbleibe.

Das neue Reglement wurde einstimmig angenommen und muss nun noch in den anderen Gemeinden vor die Versammlung, um in Kraft treten zu können.

Ressortzuteilung erfolgreich

Auch die meisten der anderen Traktanden konnten einstimmig angenommen werden. So beispielsweise die Ressortzuteilung der neuen Gemeinderätin Anita Mathiuet, welche Vormundschaft und Sozialwesen, Landwirtschaft, Kultur und Gesundheitswesen übernehmen wird.

Auch das darauf folgende Traktandum, die Genehmigung des neuen Abwasserreglements sowie die Aufhebung des Reglements über die öffentliche Kanalisation von 1972 wurde einstimmig angenommen.

Bloss bei den Traktanden 6.1 und 6.2, der Genehmigung des Reglements über die Organisation und Durchführung der Kontrolle von Feuerungsanlagen sowie des Reglements über die Grundeigentümerbeiträge und Gebühren bei Feuerungskontrollen, waren sich die Stimmberechtigten nicht einig. 6.1 wurde mit 26 Ja-Stimmen, drei Gegenstimmen und einer Enthaltung angenommen, 6.2 mit 25 Ja-Stimmen, zwei Gegenstimmen und drei Enthaltungen.

Wisen investiert 2017 nicht

Zum Schluss der Versammlung wurde den Stimmberechtigten das Budget 2017 vorgestellt, welches einen Ertragsüberschuss von 56 976 Franken aufweist. Der Steuerhaushalt wird mit 38 267 Franken belastet, um den Aufwandüberschuss im Wasser und Abwasser zu decken. Investitionen sind für 2017 keine geplant. Das Budget wurde von den 30 Anwesenden einstimmig angenommen.

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