Wiederum erschienen viele interessierte Zuschauer an der diesjährigen Hauptübung der Feuerwehr Obergösgen. Kommandant Alexander Rijavec begrüsste seine Mannschaft, die anwesenden Gäste, Vertreter der Behörden und ganz besonders die Vertretung des Fahrzeuglieferanten, der Rosenbauer Schweiz AG. Nachdem sich in den letzten Jahren beim Mannschaftstransporter aus dem Jahr 1993 die Reparaturen häuften, entschied die Feuerwehrkommission, das Fahrzeug zu ersetzen. Die Rosenbauer Schweiz AG erhielt den Auftrag, das neue Fahrzeug zu bauen. In diversen Sitzungen und Besprechungen wurde es nach den Wünschen der Feuerwehr konzipiert.

Jetzt war der Moment gekommen. Mit grosser Spannung erwarteten die Zuschauer das neue Fahrzeug. Mit Musik und viel Rauch öffnete sich das Tor zum Feuerwehrmagazin und das neue Logistikfahrzeug fuhr mit LED-Blaulicht und lautem Martinshorn aus der Halle. Die Unterschiede zum alten Mannschaftstransporter sind schnell sichtbar. Das neue Fahrzeug, ein Mercedes-Benz 519 BlueTEC, mit einem Gesamtgewicht von 5,5 Tonnen, ist nicht mehr ein Personentransporter mit vielen Sitzplätzen, sondern ein Fahrzeug mit einem Kastenaufbau und Hebebühne.

Es kann mit drei Modulen und maximal sieben Personen beladen werden. Mit dem Fahrzeug wurden auch drei Module angeschafft: Ein Atemschutzmodul mit sechs Atemschutzgeräten und zwölf Ersatzflaschen, ein Löschmodul mit Schläuchen, Hohlstrahlrohren, Hydrantenschlüssel sowie ein leeres Modul, welches nach einem Einsatz mit dreckigen Schläuchen und anderem Material gefüllt werden kann. Im Fahrzeug selber findet sich weiteres Einsatzmaterial. Auf dem Dach befindet sich die zweiteilige Schiebeleiter, welche mittels elektronischer Absenkung einfach heruntergenommen werden kann.

Zwei Jahre Vorbereitung

Peter Frei, Gemeindepräsident von Obergösgen, überbrachte die Dankesworte des Gemeinderates. Er bedankte sich bei der Feuerwehrkommission und ganz besonders bei der Beschaffungskommission für die geleistete Arbeit in den vergangenen zwei Jahren. Marcel Streich von der Firma Rosenbauer Schweiz AG informierte über die technischen Besonderheiten des neuen Fahrzeugs.

Mit der Abgabe des symbolischen Schlüssels an den Gemeindepräsidenten ging das Fahrzeug offiziell an die Gemeinde Obergösgen über. Peter Frei reichte den Schlüssel an den Kommandanten Alexander Rijavec weiter. Danach folgte die Fahrzeugtaufe durch Pfarrer Michael Schoger. Er sprach der ganzen Mannschaft den Segen durch den Schutzpatron, dem heiligen Florian, aus. Während der Besichtigung des Fahrzeuges konnten die Gäste bei einem Apéro die Hauptübung ausklingen lassen.

Grosseinsatz an Aarauerstrasse

Im zweiten Teil der Hauptübung blickte der Kommandant Alexander Rijavec auf das letzte Jahr zurück. Die Feuerwehr Obergösgen rückte seit der letzten Hauptübung zu 10 Einsätzen aus, welche total 414 Einsatzstunden ergaben. Besonders erwähnt wurde der Grossbrand an der Aarauerstrasse. Noch allen ist die dunkle Rauchwolke über Obergösgen am 14. Juli in Erinnerung. 

Der Einsatz dauerte insgesamt rund 28 Stunden. Zusätzlich zur Feuerwehr Obergösgen standen die Kantonspolizei Solothurn, die Feuerwehren aus Schönenwerd und Olten, sowie je ein Rettungswagen aus Olten und Zofingen im Einsatz. Total wurde das Feuer durch rund 60 Feuerwehrleute bekämpft. Die Feuerwehr bedankte sich besonders beim Samariterverein Obergösgen, welche die Einsatzkräfte mit Getränken und Essen versorgte, sowie bei allen beteiligten Blaulichtorganisationen für die konstruktive Zusammenarbeit. Nur so konnte noch Schlimmeres verhindert werden. Insgesamt wurden an diesem Einsatz rund 340 Einsatzstunden durch die Feuerwehr Obergösgen geleistet.

Beförderungen und Ehrungen

In diesem Jahr können Daniel Hagmann und Yves von Rohr zu Gefreiten befördert werden. Bereits 20 Jahre aktiven Feuerwehrdienst leistet Roland Biedermann. Noch länger dabei sind Roman Baumann und René Strub mit jeweils 25 Jahren in der Feuerwehr Obergösgen.

Die Feuerwehr Obergösgen muss sich von zwei engagierten Männern verabschieden. Edwin Loncar ist seit 2011 in der Feuerwehr Obergösgen tätig. Durch seinen Wegzug in Richtung Bern wird er die Feuerwehr verlassen. Adrian Giger ist seit 2006 dabei. Erst im Alter von 39 Jahren trat Adrian Giger der Feuerwehr Obergösgen bei. Nach der Übernahme seines elterlichen Hofes entschloss er sich, aktiven Feuerwehrdienst zu leisten.

Als Landwirt war er fast immer und schnell verfügbar – ein Glücksfall für die Feuerwehr Obergösgen, welche sich bei beiden für ihre geleisteten Dienste zum Wohl der Bevölkerung. Andreas Baumann, Gemeinderat und Ressortchef öffentliche Sicherheit, bedankte sich am Schluss ebenfalls noch für die grosse Bereitschaft und den Einsatz für die Öffentlichkeit.