Öffentlicher Verkehr

Neues Buskonzept für das Niederamt liegt vor

Unterwegs in einem der vielen BOGG-Busse. Das Niederamt erhält ein neues Konzept

Unterwegs in einem der vielen BOGG-Busse. Das Niederamt erhält ein neues Konzept

Eine Arbeitsgruppe aus Vertretern von Gemeinden und Kanton legt den Bericht zur Anpassung der Buslinien im Niederamt vor.

Der Kanton Solothurn hat eine Studie in Auftrag gegeben, die aufzeigt, wie das Niederamt ab dem Fahrplan 2022 oder 2023 optimal an das S-Bahnnetz angeschlossen werden kann. Im Bericht, den die betroffenen Gemeinden zur Mitwirkung erhalten haben, geht es vor allem darum, der «ÖV-Drehscheibe» Schönenwerd Rechnung zu tragen. Mit der Inbetriebnahme des Eppenbergtunnels verkehren ab Fahrplan 2021 die S26 Olten–Aarau–Rotkreuz und die S23 Langenthal–Olten–Aarau–Baden fast im exakten Halbstundentakt, jeweils mit guten Anschlüssen in Aarau und Olten.

Welche Linien sind vom Konzept betroffen?

Die Linien 501 (Egerkingen–Hägendorf–Olten–Gösgen–Schönenwerd), 507 (Egerkingen–Olten–Trimbach–Lostorf–Niedergösgen), 517 (Dulliken–Ober­gösgen–Lostorf), 518 (Rohr b. Olten–Stüsslingen–Lostorf) und die Linie 203 (Aarau-Schönenwerd–Gretzenbach).

Warum ist das Projekt für das Niederamt wichtig?

Ausgewertete Passagierzahlen und Analysen der ÖV-Nachfrage, dichtere Taktfahrpläne der S-Bahn, die Entwicklung von Quartieren und individuelle Ansprüche der Gemeinden flossen in die Vorschläge ein. Erfasst wurden auch zu berücksichtigende Schülertransporte sowie Ein- und Ausstiegsfrequenzen der einzelnen Haltestellen.

Für das Teilnetz nördlich der Aare wurde eine von drei Varianten ausgewählt. Welche?

Die Unterschiede der Varianten waren gering. Für die Gemeinden war klar, dass die Variante mit den meisten Direktverbindungen zur Kreisschule Mittelgösgen bevorzugt wird.
Bei der einen Variante wären die Direktverbindungen zwischen Lostorf und Erlinsbach weggefallen, eine weitere Variante hätte für Stüsslingen einen Umweg bei der Fahrt von und nach Olten zur Folge gehabt.

Welchen Wünschen von Gemeinden konnte nicht entsprochen werden?

In Lostorf und Stüsslingen besteht ein Bedürfnis nach einer umsteigefreien Fahrt über Erlinsbach nach Aarau. Diese lässt sich aber nicht in die bestehende Linie Erlinsbach–Aarau integrieren. Obergösgen wünscht, dass die Linie 517 Dulliken–Obergösgen–Lostorf auch in der Zwischenzeit und an Samstagen regelmässig verkehrt. «Dazu ist die Nachfrage bei dieser Linie aber zu schwach», sagt Daniel Schwarz, Projektleiter AVT SO, öffentlicher Verkehr.

Der grösste Nutzen für die Pendler bestehe darin, dass das Umsteigen in Schönenwerd gut klappt und neue Verbindungen mit kürzerer Reisezeit geschaffen würden. Störend sei heute zum Beispiel, dass die Linie 507 von Erlinsbach herkommend, in Niedergösgen ende – einige hundert Meter vor dem Bahnhof Schönenwerd. Die Verbindung Erlinsbach–Olten werde via Schönenwerd erheblich schneller, als dies heute via Aarau der Fall sei. Auch Verbindungen am Abend sollen besser werden.

Wie geht es weiter?

Die Rückmeldungen von Gemeinden, Organisationen und Unternehmungen werden ausgewertet. Die Resonanz ist laut Schwarz gut. Der Regierungsrat und der Kantonsrat entscheiden mit dem Budget für den öffentlichen Verkehr 2022/23 über diese Mehrkosten. Die Umsetzung im Fahrplan geschehe anschliessend bei den Transportunternehmungen BOGG und BBA. Aus heutiger Sicht werden die Änderungen mit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2022 in Kraft treten.

Das neue Angebotskonzept schafft einen höheren Betriebsaufwand von rund 1,2 Millionen Franken. Davon entfallen etwa rund 0,77 Millionen Franken auf den Kanton Solothurn und rund 0,43 Millionen auf die Solothurner Gemeinden. Der Anteil der Solothurner Gemeinden ist gestützt auf die rechtlichen Bestimmungen zur Verteilung von ungedeckten ÖV-Kosten auf Kanton und Gemeinden.

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