Für eine solche Präsentation ist das Restaurant Froburg oberhalb von Trimbach ideal gelegen. Umso mehr, weil am Donnerstagnachmittag auch eine Exkursion auf das Gelände der Ruine Froburg auf Wisener Boden vorgesehen war. Wegen des unerwarteten Schneefalls wurde daraus aber nichts. Der Bedeutung und dem Glanz der druckfrischen Karte des Geologischen Atlasblatts Nr. 158 «Hauenstein» tat dies aber keinen Abbruch.

Der Geologische Atlas, mit Blattschnitt und Topografie der Landeskarte als Basis, gibt detaillierte Auskunft über den Untergrund. Das ist eine wichtige Grundlage für Baugrunduntersuchungen, Tunnelbau, Naturgefahrenprävention, die Gewinnung mineralischer Rohstoffe, die Nutzung der Geothermie und für die Erdwissenschaften.

«Die neue Karte ist detaillierter»

Kartenautor Peter Jordan erklärt: «Von den geologischen Karten mit ihrem Inventar profitieren alle. Es ist die Basis für Bauingenieure, Raum- und Ortsplanung sowie für Archäologen und Fossiliensammler.» Auch der Grundwasserschutz stütze sich darauf.

Reto Burkhalter — er ist Kartenredaktor bei der Schweizerischen Landestopografie Swisstopo — ergänzt: «Die neue Karte ist, gegenüber der alten von vor gut hundert Jahren, detaillierter. Denn wir haben inzwischen viel mehr und genauere Daten. Die Tektonik hat sich nicht geändert, aber die Kenntnis darüber — auch dank Tunnel- und Stollenbauten sowie Sondierbohrungen vor Ort.»

So wurde Olten zum Verkehrsknotenpunkt

Das neue Blatt «Hauenstein» deckt das Gebiet zwischen Olten, Zeglingen, Hölstein und Mümliswil in den Kantonen Basel-Landschaft und Solothurn ab. Es umfasst einen Teil des Tafeljuras im Norden und einen Querschnitt durch den Faltenjura im Süden. Die Breite des Faltenjuragürtels — eines Verkehrshindernisses — verringert sich in der Region von Westen nach Osten markant. Das hat den Bau vieler Strassen- und Bahnachsen zwischen Mittelland und Basel begünstigt.

Olten hat seine Bedeutung als Verkehrsknotenpunkt nicht zuletzt den regionalen geologischen Gegebenheiten zu verdanken. Diese mündeten Anfang des 20. Jahrhunderts in den Bau des Hauenstein-Basistunnels. Der Durchbruch an der schmalsten Stelle des Faltenjuras hat Olten dank des schnellen Nord-Süd-Achsenabschnitts erst recht zum Verkehrsknotenpunkt gemacht.

«Sie spiegelt und blendet nicht und braucht keinen Strom»

Aber braucht es denn noch gedruckte Karten? «Ja», meint Oliver Kempf, stellvertretender Leiter der geologischen Landesaufnahme und Rohstoffe bei Swisstopo. «Ich kann diese hochwertige, langlebige Karte überallhin mitnehmen; sie spiegelt und blendet nicht und braucht keinen Strom.» Junge Geologen hingegen würden gedruckte Karten auch im Gelände weniger benutzen und dafür digitale Geräte bevorzugen.

Swisstopo will den Geologischen Atlas in zehn bis zwölf Jahren fertiggestellt haben: Er umfasst 220 Karten im Massstab 1:25 000. Die Aktualisierung der Jura-Karten ist bald fertig, doch grössere Lücken bestehen noch in den zentralen und östlichen Alpen.

Die Blätter können im Geodatenportal des Bundes eingesehen werden (map.geo.admin.ch). Die Karte «Hauenstein» kostet 50 Fr. und ist erhältlich unter: www.swisstopo.ch