Winznau

Neuer Versuch: Das verwunschene Haus im Wald soll wiederbelebt werden

Wird durch mehrere Schutzauflagen vor Veränderungen bewahrt: Der Bauernhof Wilmatt in Winznau.

Wird durch mehrere Schutzauflagen vor Veränderungen bewahrt: Der Bauernhof Wilmatt in Winznau.

Das Interesse an der Wilmatt in Winznau war gross. Ein Käufer wurde gefunden, doch noch immer ist kein Vertrag unterzeichnet - das Bewilligungsprozedere gestaltet sich aufwendig.

Bereits im Februar des vergangenen Jahres schien die Sache geritzt. Damals galt das Ehepaar Bastings als künftige Bewohner auf dem Wilmatthof. Dieser liegt eingebettet von Wald auf einer Lichtung zwischen Mahren und Trimbach. Eigentümerin des Grundstücks ist die Bürgergemeinde Winznau. Diese sucht erneut nach geeigneter Käuferschaft im Baurechtsvertrag.

Mit Bastings schien diese Suche nach zwei Jahren ein Ende zu finden. Bastings hatten Pläne für das denkmalgeschützte Haus: Der Schweinestall sollte in einen Stall für ihre drei Pferde umgebaut werden. Das Haus wollten die beiden sanieren und darin zwei neue Wohnungen auf rund 100 Quadratmetern erschaffen. Äusserlich sollte der Bauernhof seinen Charakter behalten. Es galt, mehrere Auflagen einzuhalten, darunter die der Juraschutzzone. Vom Regierungsrat 1942 erschaffen, soll diese «Gebiete von besonderer Schönheit und Eigenart» vor Bausünden bewahren.

Nach Inserat: 122 Interessierte

Manchmal kommt alles anders, so auch im Fall des über 350 Jahre alten Anwesens. Auf Anfrage sagt Manfred Guldimann, Bürgergemeindepräsident von Winznau: «Die Familie Bastings musste ihre Pläne aus privaten Gründen über Bord werfen. Von diesem Entscheid erfuhren wir Mitte 2019.» Das Projekt der damaligen Interessenten hatte bereits erste Hürden genommen und lag zur Prüfung beim Kanton. Anfang 2020 hat die Bürgergemeinde das Objekt Wilmatt erneut zum Verkauf ausgeschrieben. Es meldeten sich 122 interessierte Personen. In der Folge wurde ein Tag der offenen Tür veranstaltet. Guldimann dazu: «Es gingen 16 schriftliche Bewerbungen bei uns ein.» Die Bürgergemeinde habe sich davon für eine Partei entschieden.

Der Kaufinteressent arbeite momentan an den Plänen für das Projekt. «Eigentlich sind wir am gleichen Punkt wie vor Jahresfrist», sagt Guldimann. Bald gelangt das Gesuch auf mehreren Ebenen zur Prüfung. Neben Juraschutz- und Landwirtschaftszone steht das Haus auch unter Denkmalschutz. Beim neuen Gesuch sind keine Tiere vorgesehen. «So fallen wenigstens schon mal die Auflagen von Seiten des Tierschutzes weg», erklärt Guldimann. Das Unterfangen ist nämlich kompliziert: «Erst wenn der Kanton die Pläne geprüft und bewilligt hat, können wir als Gemeinde das Grundstück entsprechend umzonen.» Anschliessend kann gebaut werden.

Besitzer auf Zeit

Optisch soll das Haus erhalten und lediglich saniert werden. Zu den Plänen des voraussichtlichen Bauherrn sagt Guldimann: «Dieser will das Gebäude als Wohnhaus nutzen.» Die angrenzenden Feldflächen werden wie bis anhin Landwirten aus Winznau verpachtet. Auch das Gebäude selbst wechselt nicht für immer die Hand. Angedacht ist von der Bürgergemeinde ein Baurechtsvertrag auf Zeit. Neben einem Kaufpreis für das Haus bezahlt der neue «Besitzer» einen jährlichen Pachtzins für das Grundstück an die Bürgergemeinde. Land und Haus fallen dann – je nachdem, wie es im Vertrag geregelt wird – nach dessen Ablauf an die Bürgergemeinde zurück. Zum neuen Zeitplan sagt Guldimann: «Wir hoffen, dass die Absegnung des Vorhabens durch den Kanton bis Ende Jahr reibungslos über die Bühne geht.» Dann könnte 2021 mit dem Bau begonnen werden.

Noch fehlt die Unterschrift auf dem Vertrag.

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