Däniken
Neuer Pastoralraumleiter im Niederamt: Auf Wieslaw Reglinski folgt der Inder Danam Yammani

Auf Wieslaw Reglinski folgt im Pastoralraum Niederamt der aus Indien stammende Danam Yammani als neuer Pastoralraumleiter. Die Aufgabe in den fünf Pfarreien sieht der seit 2004 in Europa tätige Yammani als Herausforderung an.

Noël Binetti
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Edith Rey, Regionalverantwortliche des Bistums Basel, überreicht dem neuen Pastoralraumleiter Danam Yammani ein Willkommensgeschenk in Form eines Holzkreuzes.

Edith Rey, Regionalverantwortliche des Bistums Basel, überreicht dem neuen Pastoralraumleiter Danam Yammani ein Willkommensgeschenk in Form eines Holzkreuzes.

Patrick Lüthy

Danam Yammani leitet neu den Pastoralraum Niederamt. Am Sonntag fand in der Römisch-katholischen Kirche Däniken seine Einsetzungsfeier statt. Als Nachfolger von Wieslaw Reglinski ist Yammani der zweite Pfarrer in dieser Funktion.

Durch die Einsetzungsfeier leitete Edith Rey, Regionalverantwortliche des Bistums Basel. Mitgestaltet wurde der feierliche Gottesdienst vom lokalen Seelsorgerteam der Kirchgemeinde. Die Vakanz der frisch besetzten Stelle dauerte beinahe ein Jahr. Laut Kirchgemeinde deckt Yammani mit seinem Profil die vielseitigen Aufgaben, die dieses Amt mit sich bringe, ab.

Von Indien über Italien ins Niederamt

Geboren und aufgewachsen ist Yammani zusammen mit drei Geschwistern in Veerapalle, ein Dorf mit rund 1400 Einwohnern in Südindien. «Unser Dorf wurde von einem holländischen Missionar aufgebaut, so kam der christliche Glaube zu uns», erklärt Yammani auf Anfrage. 2004 sandte der Bischof Yammani nach Europa. Er ging nach Italien und arbeitete dort in verschiedenen Pfarreien als Kaplan und Pfarradministrator. Seit 2016 wirkt Yammani mit seiner Arbeit in der Schweiz, zuletzt als Pfarradministrator in der Kirchgemeinde St.Anna in Mühlau AG.

Yammani wirkt als weltlicher Priester und nicht als Ordensmann. Auf die Frage, warum er sich für das Priesterseminar entschied, sagt Yammani: «Bereits als Kind war ich dem Glauben zugetan. Ich war Ministrant und ging ins katholische Gymnasium. Als ich 18 Jahre alt war, sagte mir eine innere Stimme, dass ich das Priesterstudium beginnen solle. Während des Studiums war ich davon überzeugt, Priester zu werden.»

Das Niederamt ist Yammani noch wenig bekannt, doch er freut sich auf die Aufgabe: «Zuerst möchte ich das ganze Team kennen lernen. Ich wünsche mir einen guten Kontakt zu den Menschen aus den verschiedenen Pfarreien, wo ich meine Arbeit als Seelsorger beginne.»

«Kirche hat Mühe Stellen zu besetzen.»

Die fünf Pfarreien im Niederamt zählen insgesamt etwa 5500 Mitglieder. «Die Zahlen sind jedes Jahr rückläufig», wie die Kirchgemeinde auf Anfrage mitteilt. Edith Rey ist Regionalverantwortliche des Bistums Basel. Sie sagt: «Wir sind glücklich, dass Danam Yammani die Aufgabe als Pastoralraumpfarrer angenommen hat.»

Für die Kirchgemeinden sei es zunehmend schwierig, Leitungsfunktionen und Stellen in der Seelsorge zu besetzen, «das macht uns aktuell Sorgen». Dieses Problem der Kirche bestehe schweizweit und auch in anderen Ländern und Teilen der Erde. Für Rey kommt mit der Einsetzung Yammanis die Dimension der Weltkirche zum Ausdruck: «Wir leben den Austausch auf der ganzen Welt. So ist es für uns möglich an vielen Orten zu wirken. Vor 200 Jahren reisten Europäer nach Indien, um den Glauben weiterzutragen. Ich finde schön, dass wir jetzt hier von Danam Yammanis Glauben erfahren dürfen, der aus Indien in die Schweiz kam.»

Zum Pastoralraum im Niederamt sagt Rey: «Es ist ein eher ländlicher Raum, mit guten Strukturen. Das Team ist handlungsbereit und gut aufgestellt. Hier kann man hinkommen und etwas bewegen.» Yammani geniesse auch Freiraum, um an der Gemeinde weiterzubauen.

Viele Aufgaben in fünf verschiedenen Pfarreien

In seiner neuen Stelle als Pastoralraumpfarrer übernimmt Yammani verschiedene Funktionen. Er leitet die Gottesdienste in den Pfarreien Däniken, Dulliken, Gretzenbach, Schönenwerd und Walterswil. Das Yammani gleich für fünf Pfarreien zuständig ist, stellt für ihn eine neue Situation dar. «Doch die priesterlichen Aufgaben bleiben ja immer dieselben.»

In seine neue Aufgabe will er hineinwachsen: «Noch kann ich nicht genau abschätzen, was mich erwartet. Die Gemeindemitglieder will Yammani vom Glauben überzeugen, indem er diesen selbst vorlebt. «Jeder Mensch hat mal seine Zweifel. Persönlich helfen mir besonders in diesen Momenten das Gebet und Gespräche mit Menschen.» Bei Anliegen und Fragen der Gemeindemitglieder will Yammani in erster Linie gut zuhören. Er sagt: «Bei Fragen, auf die ich keine Antwort weiss, schliesse ich die betroffenen Menschen ganz fest in mein Gebet ein und rate ihnen, auch selbst auf Gott zu vertrauen.»

In einem Interview mit dem römisch-katholischen Pfarrblatt der Region Olten wird Yammani gefragt, was das lustigste Wort in deutscher Sprache sei, welches er bisher gelernt habe. Er antwortet auf die Frage mit «Fertig lustig». Dieser Ausdruck habe er in Mühlau kennen gelernt, «natürlich positiv gemeint».

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