Obergösgen

Neuer Gemeindepräsident: Bisher steht nur ein Kandidat fest

Dorfkern Obergösgen: Die Gemeinde erhält 2017 einen neuen Gemeindepräsidenten.

Dorfkern Obergösgen: Die Gemeinde erhält 2017 einen neuen Gemeindepräsidenten.

Für die Nachfolge von Gemeindepräsident Christoph Kunz (SP) ist erst Vize Peter Frei ins Rennen gestiegen. Offiziell nominiert worden ist er aber noch nicht. Bisher steht nur ein Kandidat für die Nachfolge von Gemeindepräsident Christoph Kunz fest.

Ein halbes Jahr vor dem Wahlentscheid über die Nachfolge von Gemeindepräsident Christoph Kunz (SP) scheint das Rennen in Obergösgen schon gelaufen: Gegen die Kandidatur des freisinnigen Gemeindevizepräsidenten Peter Frei will bis jetzt niemand antreten.

Anfang Juli 2016 hatte Christoph Kunz bekannt gegeben, dass er 2017 nicht für eine dritte Amtsperiode als Gemeindepräsident kandidieren wird. Schon damals hatte der Vize Peter Frei klar Position bezogen und erklärt, dass er für eine Kandidatur zur Verfügung stehe. «Daran hat sich nichts geändert – ich bin bereit», bestätigte er gestern auf Anfrage. Frei ist seit 2009 Gemeinderat, führte in seiner ersten Amtsperiode das Ressort Bau, seit 2013 das Ressort Finanzen, Steuern und Wirtschaft. Er ist Informatik-Projektleiter und kann Ende Februar seinen 55. Geburtstag feiern.

Offiziell nominiert ist Frei noch nicht: «Unsere Vorstandssitzung findet in den nächsten Tagen statt», sagt Frei, der auch Ortsparteipräsident ist. Im Vorstand dürfte aber eher die Suche nach Kandidaten für die Gemeinderatswahlen zu reden geben als Freis Kandidatur für Präsidium: Gemeinderätin Jeannette Schärer will nicht mehr antreten, bei Marco Pally ist der Entscheid noch nicht definitiv.

CVP-Präsident will nicht

Bei den andern Ortsparteien zeichnet sich keine Kampflust gegen die Kandidatur der FDP ab. Peter Kyburz, Parteipräsident der CVP und deren einziger Gemeinderat, hatte schon im Sommer abgewinkt: Er will sich auf seine Ämter als Kantonsrat und Gemeinderat konzentrieren und seine Berufstätigkeit als Lokomotivführer im bisherigen Rahmen weiterführen. Kyburz will zwar dem Vorstand und der Generalversammlung nicht vorgreifen. Aber da er selber der aussichtsreichste Kandidat wäre, ist realistischerweise nicht mit einer CVP-Kandidatur für das Obergösger Gemeindepräsidium zu rechnen. «Unser Ziel wird sein, Kandidaten für eine Gemeinderatsliste zu finden, damit es eine echte Wahl gibt», stellt Kyburz denn auch fest.

SP sucht Köpfe für den Gemeinderat

Bei der SP, die aktuell wie die FDP drei der sieben Gemeinderäte stellt, streckte der Vorstand gestern Abend die Köpfe zusammen. «Von unseren bisherigen Gemeinderäten wird niemand fürs Gemeindepräsidium kandidieren. Die SP konzentriert sich auf die Suche nach Kandidatinnen und Kandidaten für den Gemeinderat», teilte die Partei im Anschluss an die Sitzung auf Anfrage mit. Ob die Bisherigen Kilian Hasanow und Edwin Loncar nochmals antreten, steht noch nicht fest.

Es sieht also ganz danach aus, dass die Obergösger SP ihr vor acht Jahren von der FDP (Daniel Huber) übernommenes Gemeindepräsidium kampflos preisgibt. «Das finde ich nicht so dramatisch», sagt SP-Parteipräsident Urs Huber, der derzeit vor allem durch den Vorsitz im Solothurner Kantonsrat in Anspruch genommen ist.

SVP-Mann will in den Gemeinderat

Eine eigentliche SVP-Ortspartei gibt es in Obergösgen bisher nicht. Ein Inserat mit einem Aufruf zur Gründung einer SVP-Kreispartei Winznau-Obergösgen-Niedergösgen im November blieb nach Auskunft des Initianten Andreas Baumann ohne Echo. Dies, obwohl die SVP bei den letzten Nationalratswahlen vom Oktober 2015 in Obergösgen fast 33 Prozent der Stimmen erhalten hatte.

Baumann ist allerdings entschlossen, auf eigene Faust für den Gemeinderat zu kandidieren, wie er anlässlich seines Besuchs einer Gemeinderatssitzung den amtierenden Ratsmitgliedern persönlich angekündigt hat. Dabei hofft er auf die Unterstützung der zahlreichen nicht organisierten SVP-Sympathisanten im Dorf. Einen ersten Test wird Baumann am 12. März absolvieren, denn er ist auch Kandidat auf der SVP-Liste der Amtei Olten-Gösgen für den Kantonsrat.

In Obergösgen war der 55-Jährige bisher nicht politisch aktiv, da er erst im Sommer 2015 aus Wangen zugezogen ist. Ob er nicht auch gleich für das Gemeindepräsidium kandidieren will? «Da hätte ich ja wohl kaum Chancen», winkt er auf Anfrage ab. Andreas Baumann ist gelernter Maschinenschlosser, war bis 2003 auch als Pilot von Rundflügen berufstätig und anschliessend in den Bereichen Verkauf und Montage.

Augenmerk auf Gemeinderatslisten

Spannend werden in Obergösgen also eher die Gemeinderatswahlen vom 21. Mai – wobei sich vor allem die Frage stellt, wie viele und welche Personen die Parteien zu einer Kandidatur motivieren können. Gibt es im Mai keine Überraschung, dürfte die Gemeindepräsidentenwahl vom 2. Juli für den voraussichtlichen FDP-Kandidaten Peter Frei eine Formsache sein.

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