Dulliken
Neue Zukunft in Sicht: Wurde ein Käufer für Franziskushaus gefunden?

Die Kaufverhandlungen für das Franziskushaus in Dulliken sollen demnächst abgeschlossen werden. Noch ist das Haus aber ausgeschrieben.

Silvana Schreier
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Das Franziskushaus in Dulliken scheint bald einen neuen Besitzer zu haben.
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Die Aargauische Kantonalbank will sowohl die Liegenschaft als auch die Parzellen darum herum veräussern.
Das Franziskushaus wurde 1968 fertiggestellt. Der Architekt war Otto Glaus.
Seit 2012 steht die Liegenschaft unter Denkmalschutz.
Im Franziskushaus sind eine Kapelle, eine grosse Küche, 81 Schlafzimmer und eine Aula untergebracht.
Zuerst wurde das Haus als Kloster des Kapuzinerordens genutzt.
Anschliessend wurde im Gebäude eine Internatsschule untergebracht.
Zuletzt lebten Studenten im Franziskushaus.
Franziskushaus Dulliken - 06-2019
Unter Denkmalschutz stehen neben dem Äussern des Gebäudes auch sämtliches Inventar und Mobiliar.

Das Franziskushaus in Dulliken scheint bald einen neuen Besitzer zu haben.

Bruno Kissling

Das Licht fällt sanft durch die Fenster der Kapelle. Im Foyer stehen Lederstühle und Hocker. Die 81 Schlafzimmer wären bereit für neue Gäste. Und in der grossen Küche warten die Geräte auf den Tag, an dem sie wieder genutzt werden. Das Franziskushaus am Waldrand in Dulliken steht seit September 2016 leer. Nun könnte ein neuer Besitzer der denkmalgeschützten Liegenschaft wieder Leben einhauchen.

Und das nach einer bewegten Geschichte: Die 1968 fertiggestellte Liegenschaft war zunächst ein Kloster des Kapuzinerordens. Anschliessend wurden die Räumlichkeiten gelegentlich für Seminare vermietet.

Abschlussverhandlungen laufen

Das gehört alles zum Franziskushaus

Der Architekt Otto Glaus (1914-1996) entwarf den Sichtbetonbau im Stile des «Brutalismus». 1968 war das Gebäude fertiggestellt. Da es Teil der modernen Baukultur ist, wurde es im Zonenplan als «schützenswertes Kulturobjekt» eingetragen.

Der Denkmalschutz bezieht sich beim Franziskushaus aber nicht nur auf die äussere Gebäudestruktur, sondern auch auf die Ausstattung im Innern und das Mobiliar. Letzteres wurde ebenfalls von Otto Glaus entworfen. Der Wert des Inventars wird auf insgesamt 100'000 Franken geschätzt. Dazu gehören etwa Kirchenbänke, Stühle, Schreibtische und Kerzenständer. (sil)

Während fünf Jahren war das Franziskushaus eine Internatsschule. Im Jahr 2012 kaufte die Immocon AG schliesslich das Gebäude mitsamt Umschwung. Der Inhaber Otto Wipfli wandelte das Haus in ein Wohnheim für Studenten der Fachhochschule Nordwestschweiz um. Mit geringem Erfolg. Als auch die Idee einer Asylunterkunft im Franziskushaus scheiterte, schloss das Gebäude seine Türen.

Bis jetzt: Die derzeitige Eigentümerin, die Aaragauische Kantonalbank (AKB), steht in den Abschlussverhandlungen mit einem Kaufinteressenten, wie die AKB auf Anfrage bestätigt. Die Bank ersteigerte das Franziskushaus im Mai 2018. Für 3,53 Millionen Franken erstand die Bank damals sowohl die Liegenschaft als auch die beiden unbebauten Parzellen aus der Konkursmasse der Immocon AG. Der Grund für die Ersteigerung: Die AKB ist Gläubigerin im Konkursverfahren gegen die Immocon AG.

Verkaufspreis: 3,5 Millionen Franken

Bereits vor einem Jahr machte die AKB klar: Das Ziel ist es, das ungewöhnliche Objekt weiterzuverkaufen. Ein neuer Eigentümer für das Grundstück über 19'326 Quadratmeter ist gesucht. Der Verkaufspreis: 3,5 Millionen Franken. Das Franziskushaus war in den vergangenen Monaten mehrmals auf Immobilienplattformen ausgeschrieben. Obwohl das Verkaufsinserat derzeit noch online ist, soll der Verkauf der aussergewöhnlichen Liegenschaft aber in den nächsten zwei bis drei Wochen besiegelt sein.