Gmeind

Neue Gesichter im Gemeindepavillon von Eppenberg-Wöschnau

Zum ersten Mal dabei (v.l.): Neubürger Ragith Perabaharan, Jungbürgerin Julia Huber und der neue Finanzverwalter Walter Egger.

Zum ersten Mal dabei (v.l.): Neubürger Ragith Perabaharan, Jungbürgerin Julia Huber und der neue Finanzverwalter Walter Egger.

An der Gemeindeversammlung in Eppenberg-Wöschnau wurde neben dem Budget auch der neue Finanzverwalter, Walter Egger, vorgestellt.

Eine Budgetgemeindeversammlung in Eppenberg-Wöschnau hat etwas von einer vorweihnachtlichen Familienfeier. Hier ein «Lue do», da ein «Hoi, wie gohts?», und schon bald breitet sich im Gemeindepavillion eine schon fast heimelige Wärme aus.

Nichtsdestotrotz führte Gemeindepräsident Stephan Bolliger am Donnerstag in souverän-sachlicher Manier durch die Versammlung, die er mit Dankesworten an die Rats- und Kommissionsmitglieder, die Verwaltung und natürlich die Einwohner für ihre Unterstützung eröffnete.

Unter den 22 Stimmberechtigten, die sich zur Versammlung eingefunden hatten, gab es auch drei neue Gesichter: Für Jungbürgerin Julia Huber und den im August eingebürgerten Ragith Perabaharan war es ebenso die erste Budgetgmeind auf dem Eppenberg wie für Walter Egger, der ab Januar die Finanzverwaltung leitet. Er stammt aus der Innerschweiz und wohnt in Mahren. Als Stimmenzähler durfte er am Donnerstagabend quasi zur Feuertaufe antreten.

Ortsdurchfahrt muss warten

Um Zahlen ging es dann auch im Finanzplan 2019 bis 2022, den der Gemeindepräsident zur Kenntnisnahme präsentierte. Dabei handle es sich um vorsichtige, jedoch realistische Annahmen, basierend auf einem leichten Bevölkerungswachstum auf 330 Einwohner und bei einem gleichbleibenden Steuersatz von 99 Prozent für natürliche und 115 Prozent für juristische Personen.

Der Personal- und Sachaufwand sollte sich nicht gross verändern. «Das hängt aber auch von gesetzlichen Änderungen und der Teuerung ab», mahnte Bolliger. Auch bei den Steuereinnahmen werden keine grossen Sprünge erwartet. Die Investitionen für diesen Zeitrahmen bewegen sich im Bereich von 1 Million Franken, wobei laut Aussagen des Gemeindepräsidenten noch vieles in der Schwebe sei.

In diesem Zusammenhang informierte Bolliger auch, dass die Ortsdurchfahrtssanierung aufgrund der Bautätigkeit am Eppenbergtunnel wahrscheinlich auf das Jahr 2021 oder noch später verschoben werde. Der Gemeinderat geht aber davon aus, dass der Gemeindeanteil vollständig durch die SBB übernommen werde.

Infogram: Budget Eppenberg-Wöschnau

Bürgergemeinde springt ein

Defizite werden in Eppenberg-Wöschnau in den kommenden Jahren wohl zur Norm. 2018 wird mit einem Aufwandüberschuss von 102'439 Franken gerechnet. Das entspricht rund 15 Steuerprozenten. «Es hat sich aber gezeigt, dass diese Annahmen in der Regel eher pessimistisch sind», so Bolliger

Am Ende seien die Verluste häufig kleiner. Dennoch komme die Gemeinde nicht darum herum, alle Investitionen zwei Mal zu überdenken. Noch sei die Gemeinde aber finanziell gesund. «An eine Steuererhöhung müssen wir in den nächsten zwei bis drei Jahren noch nicht denken», sagt Stephan Bolliger; vielleicht sogar länger.

Dazu trägt auch eine besondere Vereinbarung zwischen Einwohner- und Bürgergemeinde bei: Die Bürgergemeinde hat sich grosszügigerweise dazu bereit erklärt, die Differenz der Einwohnergemeinde bis zu einem gewissen Sockelbetrag zu übernehmen.

Steuerfuss unverändert

Vom Gemeindepräsident über die Zusammensetzung des Budgets 2018 informierte, stimmten die Anwesenden schliesslich einstimmig für dessen Annahme. Dieses sieht für das kommende Jahr einen Aufwand von rund 1,54 Millionen Franken und einen Ertrag von rund 1,44 Millionen Franken. Der Aufwandüberschuss liegt gut 65'000 Franken tiefer als im Vorjahr.

Der Steuerfuss bleibt unverändert, ebenso die Gebühren. Die Nettoinvestitionen summieren sich auf rund 326'000 Franken. Ein Kreditantrag für die Kanalisationsleitungen im Dorfteil Eppenberg über 50'000 Franken wurde ebenfalls einstimmig genehmigt.

Ja sagten die Eppenberger und Wöschnauer ausserdem zur Anpassung des Zusammenarbeitsvertrages Offene Jugendarbeit im unteren Niederamt sowie zur Anpassung der Vereinbarung Sekundarschulkreis Unteres Niederamt.

Zum Schluss setzte der Präsident seine Gemeinde in Kenntnis, dass die Hauptstrasse wohl im Verlauf des kommenden Jahres wieder ihr ursprüngliches Trassee erhalte und informierte über Pensenanpassungen und neue Öffnungszeiten auf der Verwaltung. Mit der Ziehung des Gewinners für einen Blumenstrauss – eine Eppenberger Eigenheit mit Tradition – ging die Versammlung schliesslich gegen 21 Uhr zum inoffiziellen Teil mit Apéro über.

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