Ortsplanung

«Neue Bauzonen sind nicht das Ziel»: Innere Verdichtung lautet die Devise in Schönenwerd

Blick auf Schönenwerd: Viele Ideen aus der Einwohnerschaft sind in das neue räumliche Leitbild eingeflossen. Ende Januar werden diese an einer Ergebniskonferenz vorgestellt.

Blick auf Schönenwerd: Viele Ideen aus der Einwohnerschaft sind in das neue räumliche Leitbild eingeflossen. Ende Januar werden diese an einer Ergebniskonferenz vorgestellt.

Die Ortsplanung ist ein demokratischer Prozess — alle Interessierten sollen sich in die Entwicklung des Dorfes Schönenwerd einbringen können. Das Ziel der neuen Ortsplanung ist die innere Verdichtung.

Schönenwerd im Jahr 2040: Fast 6000 Menschen leben im Ort, das sind rund 20 Prozent mehr als heute. Wenn sich diese Zukunfts-Schönenwerder dereinst in ihrem Dorf umsehen, dürfen sie zurecht stolz darauf sein, die Entwicklung der Gemeinde massgeblich mitgeprägt zu haben. Zumindest haben sie in der Gegenwart die Gelegenheit dazu.

An einer öffentlichen Zukunftskonferenz im März des vergangenen Jahres wurden Vorschläge, Ideen und Wünsche für die weitere Entwicklung von Schönenwerd gesammelt. Dies vor dem Hintergrund der anstehenden Ortsplanungsrevision. Die Anregungen aus der Bevölkerung flossen in das neue räumliche Leitbild ein, welches eine Arbeitsgruppe in den vergangenen Monaten erstellt hat.

Die Ergebnisse aus diesem Prozess werden Ende Januar der Bevölkerung öffentlich vorgestellt. «Die Leute sollen mitreden können», erklärt Schönenwerds Gemeindepräsident Peter Hodel die Idee hinter dieser Ergebniskonferenz. «Je nach Resultat wird das Leitbild anschliessend noch korrigiert.»

Der Aufruf, sich daran zu beteiligen, richtet sich nicht nur an die stimmberechtigten Einwohnerinnen und Einwohner von Schönenwerd, betont Hodel ausdrücklich. «Jeder, der hier wohnt, arbeitet, in einem Dorfverein aktiv ist oder sonst einen Bezug zur Gemeinde hat, ist willkommen.»

Abstimmung im März

Ganz bewusst setzt der Gemeinderat auf diese breite und niederschwellige Möglichkeit zur Mitgestaltung. Denn bei späteren Etappen – etwa der Abstimmung über das Leitbild – sind Einwohner ohne Stimmrecht von der Entscheidungsfindung automatisch ausgeschlossen. «Es ist darum eine sehr einfache und unkomplizierte Art, bei der Entwicklung des Dorfes mitzuwirken», sagt Hodel.

Vor der Konferenz werden entsprechende Unterlagen auf der Gemeinde-Website verfügbar gemacht. Ein Fragebogen soll weitere Inputs aus der Bevölkerung bringen. Mit den Erkenntnissen aus der Ergebniskonferenz werden Leitsätze und Leitbildplan nochmals überarbeitet und am 26. März der ausserordentlichen Gemeindeversammlung vorgelegt. «Sie dienen sozusagen als Grundlagenpapier für die spätere Ortsplanungsrevision», so Hodel.

Ziel: Innere Verdichtung

2019 soll die neue Ortsplanung umgesetzt sein. Sie bestimmt, wie Schönenwerd mit seinen Landressourcen umgehen wird. Das hat wiederum Einfluss auf alle möglichen Bereiche der Gemeindeentwicklung, wie etwa Wohnungsbau, Verkehr oder Energie. In welche Richtung sich Schönenwerd entwickeln wird, zeichnet sich bereits heute ab. «Neue Bauzonen sind nicht das Ziel», so der Gemeindepräsident. «Innere Verdichtung» lautet die Devise. Das bedeutet, dass bestehende Wohn- und Gewerbezonen besser und intensiver genutzt werden sollen.

Dabei sollen einzelne Quartiere jedoch nicht vernachlässigt werden und auch Schönenwerds industrielles Erbe kommt noch immer eine grosse Bedeutung zu. «Die Industrieareale sind wichtige Zeitzeugen», sagt Hodel. «Dazu wollen wir weiterhin Sorge tragen.» Ausserdem sei es für die Gemeinde wichtig, die Zentrumsfunktion, die Schönenwerd heute in der Region einnimmt, auch in Zukunft zu behalten.

Ergebniskonferenz Montag, 29. Januar, 19.30 bis 21 Uhr, Shedhalle Schönenwerd

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