Schönenwerd
Neu im Friedhofsangebot: Die «Ewige Ruhe»

Auf dem Friedhof ist eine Umgestaltung in Gang. Der bald 50 Jahre alte Urnenhain wird neu angelegt, daneben entsteht ein Gemeinschaftsgrab. Erstmals entsteht ein «Platz der Ewigen Ruhe».

Verena Fallegger
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Der Urnenhain (im Schild 5, vorn) wird erneuert, das neue Gemeinschaftsgrab entsteht im angrenzenden Schild 4 (hinten).

Der Urnenhain (im Schild 5, vorn) wird erneuert, das neue Gemeinschaftsgrab entsteht im angrenzenden Schild 4 (hinten).

Verena Fallegger

In diesen Tagen wurde im Schönenwerder Friedhof der Urnenhain – im Schild 5 – durch den Bildhauer Daniel Poffa aufgehoben. Die ersten Urnenplatten waren Ende der Sechziger-, Anfang der Siebzigerjahre gelegt, die jüngsten vor etwas mehr als 25 Jahre. Nun haben diese Anlaufstellen für die Hinterbliebenen das Ende ihrer Ruhezeit erreicht – aber es wird neue geben.

Die Gemeindeversammlung hatte im Dezember für die Aufhebung und Neugestaltung des Friedhofschilds 5 und die Neuerstellung von Schild 4 einen Investitionskredit von brutto 100 000 Franken genehmigt. Laut Gemeindepräsident Peter Hodel sind die Werkverträge für diesen Auftrag mittlerweile unterschrieben, sodass die Arbeiten beginnen konnten. Begleitet werden diese von den SKK-Landschaftsarchitekten aus Wettingen.

Alte Platten für neue Namen

Die 120 beschrifteten Deckplatten des Urnenhains wurden ausgegraben und auf Paletten zwischengelagert, um dann zur Weiterverarbeitung ins Steinwerk transportiert zu werden. Die Namen werden abgeschliffen, danach werden die Steine neutral, mit einer abgeschrägten Oberseite für die künftigen neuen Inschriften, wieder an ihre alten Standorte gelegt. Die wuchernden Cotoneaster werden durch eine neue Bepflanzung ersetzt.

Die Neugestaltung von Schild 5 wird nicht allzu sehr ins Auge stechen. Denn die abgeschliffenen Steine werden wieder in der gleichen runden Form angeordnet. Auch die bestehende, vom Gretzenbacher Bildhauer Hans Münger (1920–2009) geschaffene Skulptur wird weiterhin ihren Standort behalten.

Ecke für Asche ohne Namen

Als Neuerung wird in einer Ecke von Schild 5 ein «Platz der Ewigen Ruhe» entstehen, eine anonyme Grabstätte. Dies wird ein Ort für Menschen, die einfach nur eine kleine Stelle wünschen, wo ihre Asche gestreut wird. Peter Hodel bestätigt, dass dies ein Bedürfnis sei, denn bisher mussten die Angehörigen mit diesem Wunsch auf den Oltner Friedhof ausweichen.

Neues Gemeinschaftsgrab

Auf dem benachbarten, bisher freien Schild 4 ist ein neues Gemeinschaftsgrab geplant. Die Namen der Verstorbenen werden dort auf kleine Metallplaketten graviert. So können die Hinterbliebenen ihrer Angehörigen gedenken. Es werden keine Grabsteine gesetzt. Die Asche wird von den Gemeindearbeitern in den Boden eingelassen, und alles wird begrünt sein. Die Wiese wird so bleiben, wie sie heute zu sehen ist.

Wenn der gewünschte Zeitrahmen eingehalten werden kann, wird bis Ende Jahr die Gestaltung des Friedhofes abgeschlossen sein – und dann kehrt wieder die gewünschte Ruhe ein.