Gretzenbach
Negatives Budget 2019: Gemeinde muss Finanzen im Auge behalten

Das Budget für 2019 weist mit rund 375'000 Franken ein deutliches Minus aus. Der Gretzenbacher Hans Vögeli, Finanzverwalter, mahnt zur Vorsicht.

Beat Wyttenbach
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Kirchenfeldstrasse muss saniert werden
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Strassensanierung Einerseits soll die Strasse für 690'000 Franken saniert werden.
Leitungen ersetzen Andererseits müssen auch die Wasserleitungen erneuert werden. Da fallen Ersatzkosten von 120'000 Franken an.
Einstimmiges Ja Der Souverän stimmte beiden Investitionskrediten ohne Gegenstimmen zu.

Kirchenfeldstrasse muss saniert werden

Bruno Kissling

Gretzenbachs Gemeindepräsident Daniel Cartier konnte am Montagabend 34 Stimmberechtigte zur Budgetgemeindeversammlung in der Bibliothek des Schulhauses Meridian willkommen heissen. Nach einem musikalischen Auftakt durch vier Musikschüler galt es, die Traktandenliste abzuarbeiten.

Kerntraktandum des Abends war das Budget 2019, das — bei einem Aufwand von 13,3 Millionen Franken und einem Ertrag von 12,9 Millionen Franken — mit einem Defizit von 375'270 Franken abschliesst.

«Mehrkosten im Sozialbereich tun am meisten weh»

Hauptverantwortlich dafür, so Finanzverwalter Hans Vögeli, seien «die massiv ansteigenden Kosten» in den Bereichen Bildung und Soziales. «Vor allem die Mehrkosten von 11,1 Prozent im Sozialbereich tun uns am meisten weh. Die steigenden Sozialkosten können wir einfach nicht mehr mit Mehreinnahmen bei den Steuern abfangen», rechnete Vögeli vor.

Nettoinvestitionen sind in der Höhe von 1,7 Millionen Franken vorgesehen, wovon rund 190'000 Franken aus eigenen Mitteln finanziert werden können. Der Finanzierungskenngrad beträgt demzufolge elf Prozent, der Finanzierungsfehlbetrag beläuft sich auf 1,6 Millionen Franken. Die Gesamtabschreibungen betragen 600'000 Franken. Bei den Spezialfinanzierungen verzeichnen sowohl die Wasserversorgung (43'960 Franken) als auch die Abwasserentsorgung (37'050 Franken) ein Plus, die Abfallbeseitigung (1140 Franken) hingegen einen kleinen Verlust.

Einstimmiges Ja zum Budget

Das Budget 2019 wurde vom Souverän oppositionslos gutgeheissen, ebenfalls die unveränderten Steuerfüsse von 115 Prozent für natürliche und juristische Personen. Zudem schafft die Gemeinde den Skonto auf Steuervorbezüge (bisher ein Prozent) ab.
Dennoch mahnte der Finanzverwalter: «Es gilt, das Investitionsvolumen, die Steuererträge und die hohen Abschreibungen im Auge zu behalten. Viel Spielraum haben wir da nicht.»

Anschliessend nahmen die Anwesenden Kenntnis von der Erfolgsrechnung des öffentlich-rechtlichen Unternehmens Wasserversorgung Unteres Niederamt. Diese schliesst mit einem kleinen Aufwandüberschuss von 1500 Franken ab. Nettoinvestitionen sind in der Höhe von rund 2 Millionen Franken vorgesehen. Hinzu kommt ein Zusatzkredit bei der Investitionsrechnung von 331'000 Franken für Primärleitungen.

Souverän genehmigt zwei Kredite

Weiter sagte der Souverän einstimmig Ja zu zwei Investitionskrediten, die die Kirchenfeldstrasse (vom Römersaal bis zur Gemeindegrenze Schönenwerd) betreffen. Da die Wasserversorgung neu ab dem Pumpwerk Aarenfeld erfolgt, wird eine grosskalibrige Wasserleitung benötigt. So fallen Ersatzkosten von 120'000 Franken an. Zudem wird die Strasse selbst für 690'000 Franken erneuert.

Für den Ersatz der Wasserleitung in der Köllikerstrasse Nord sprachen die Stimmbürger einstimmig einen Verpflichtungskredit über 190'000 Franken. Ebenfalls einstimmig Ja sagten die Gretzenbacher zum Kredit über 82'000 Franken für die Sanierung der Dachfenster in der Turnhalle 57.

Ortsplanungsrevision «ist auf gutem Weg»

Auch stimmte der Souverän am Montagabend der Anpassung des Gebührentarifs per 1. Januar 2019 ohne Gegenstimme zu. Unter anderem mussten die Preise für die Raumbenutzung in den Gebührentarif aufgenommen sowie juristische Anpassungen vorgenommen werden.

Zudem nahmen die Anwesenden den Finanzplan 2020 bis 2024 zur Kenntnis. Dieser sieht absolut Notwendiges im Investitionsbereich in diesem Zeitraum vor; «dies wegen der prekären Finanzlage», so Gemeinderat Kurt Spielmann, der für das Ressort Finanzen zuständig ist. Zuletzt teilte Gemeindepräsident Cartier mit, die Ortsplanungsrevision sei auf einem guten Weg. Für Frühling 2019 sei zu diesem Thema eine ausserordentliche Gemeindeversammlung vorgesehen.

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