Niedergösgen
Nach schwerem Unfall: «Ich werde nie wieder Elektro-Scooter fahren»

Der am Sonntagabend schwer verunfallte Lenker eines Elektro-Scooters ist sich sicher, hätte er einen Helm getragen, wäre der Unfall nur halb so schlimm gewesen. Der verletzte Beat Kellenberger hat seinen Sturz mit viel Glück überlebt und möchte allen Lenkern ähnlicher Fahrzeuge das Tragen eines Helms ans Herz legen.

Jasmin Kunz
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Beat Kellenberger nach seinem schweren Elektro-Scooter Unfall.

Beat Kellenberger nach seinem schweren Elektro-Scooter Unfall.

Tele M1

Nach seinem schweren Unfall mit einem Elektro-Scooter am Sonntag ist der 39-jährige Lenker inzwischen wieder zu Hause. Er konnte das Spital auf eigenen Wunsch frühzeitig verlassen, erhält jedoch bis auf Weiteres Betreuung durch die Spitex, wie der verunfallte Beat Kellenberger dem Oltner Tagblatt berichtet. «Ich bin so froh, dass ich das alles so glimpflich überstanden habe», erzählt Kellenberger. «Ich musste im Ganzen dreimal wiederbelebt werden. Das sehe ich als Zeichen: Ich werde nie mehr Elektro-Scooter fahren.»

Der schwere Unfall ereignete sich am Sonntagabend in Niedergösgen auf der Inselstrasse. Kellenberger war mit seinem Elektro-Scooter auf dem Weg nach Hause, als er in der dreissiger Zone mit einem Randstein kollidiert. Dabei verletzt er sich so schwer am Kopf, dass er noch am Unfallort zwei Mal wiederbelebt werden muss. Die Sanitäter beschlossen vor Ort, den schwer verletzten Mann aus Sicherheitsgründen nicht im Krankenwagen zu transportieren. Er musste von der Rega ins Spital geflogen werden. An Bord des Helikopters musste er noch einmal wiederbelebt werden.

Mit einem solchen Elektro-Scooter ist der Unfall passiert Nach Auskunft der Kantonspolizei Solothurn fallen Elektro-Scooter unter die Kategorie der Leicht-Motorfahrzeuge. Im Strassenverkehr sind sie Fahrrädern gleichgestellt, Lenker benützen also Radstreifen und Radwege. Fahrverbote für Motorfahrzeuge gelten nicht für Elektro-Scooter.Laut Polizei fahren Elektro-Scooter in der Regel mit um die 20 Stundenkilometer,. In der Praxis können einige Lenker ihr Fahrzeug aber offenbar bis auf 40 km/h beschleunigen.

Mit einem solchen Elektro-Scooter ist der Unfall passiert Nach Auskunft der Kantonspolizei Solothurn fallen Elektro-Scooter unter die Kategorie der Leicht-Motorfahrzeuge. Im Strassenverkehr sind sie Fahrrädern gleichgestellt, Lenker benützen also Radstreifen und Radwege. Fahrverbote für Motorfahrzeuge gelten nicht für Elektro-Scooter.Laut Polizei fahren Elektro-Scooter in der Regel mit um die 20 Stundenkilometer,. In der Praxis können einige Lenker ihr Fahrzeug aber offenbar bis auf 40 km/h beschleunigen.

zvg

«Es ist eigentlich ein Wunder, dass ich noch am Leben bin», sagt Kellenberger und möchte andere Elektro-Scooter Lenker dazu anhalten, unbedingt einen Helm zu tragen. «Ich habe durch den Unfall ein Hirnaneurysma, noch immer besteht die Gefahr einer Hirnblutung. Ich musste notoperiert werden, meine Verletzungen mussten genäht werden, die Nase ist gebrochen und auch einen Zahn habe ich mir ausgeschlagen - das alles wäre bestimmt nicht passiert, wenn ich einen Helm getragen hätte». Der 39-jährige leidet noch immer unter starken Kopfschmerzen und darf sein zu Hause nur im Notfall verlassen.

Der Elektro-Scooter befindet sich zurzeit noch bei der Polizei, ob er ihn zurück erhält ist noch offen. Doch für ihn ist schon jetzt klar: «Den Elektro-Scooter werde ich verkaufen, mir ist das zu gefährlich. Ich habe das Schicksal jetzt schon genug herausgefordert». Der Unfall vom Sonntag ist nämlich nicht der erste. Bereits zum zweiten Mal innerhalb eines Monats ist er mit seinem Fahrzeug gestürzt.

Der erste Unfall ereignete sich auf dem Weg zur Poststelle in Niedergösgen. Ein Autofahrer übersah den Elektro-Scooter Lenker in der Kurve, wobei ein Blechschaden am Fahrzeug entstanden ist.

Dabei stellt sich natürlich die Frage, wie gefährlich solche Elektro-Scooter sind. «Die kleinen Rädli sind das Problem. Damit kommt man schon bei kleinen Bodenwellen ins Wanken», meint der 39-Jährige. Sobald er wieder ganz genesen ist, will Beat Kellenberger auf ein Elektrovelo als Fortbewegungsmittel umsteigen, dafür will er sich aber zuerst noch einen Helm kaufen.