Trimbach
Nach Fehlbesetzung in Schulleitung: Bewerbungen sollen sorgfältiger geprüft werden

Die Anstellung eines Co-Schulleiters führte zum Abgang mehrerer Lehrkräfte. «Dieses Mal wird im Bewerbungsverfahren genauer hingeschaut», sagt der zuständige Gemeindepräsident. Der Gemeinderat zieht eine externe Beratung bei.

Noël Binetti
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Freie Vakanz in der Co-Schulleitung von Trimbach: Der krankgeschriebene Schulleiter kehrt nicht zurück.

Freie Vakanz in der Co-Schulleitung von Trimbach: Der krankgeschriebene Schulleiter kehrt nicht zurück.

Bruno Kissling

Als 2019 ein langjähriger Schulleiter die Co-Schulleitung und das Mühlemattschulhaus in Trimbach verliess, war die Lehrerschaft ein gut eingespieltes und funktionierendes Team. Die Stelle wurde durch den Gemeinderat neu besetzt. Der Führungsstil des neu eingesetzten Nachfolgers konsternierte aber schnell einige Lehrkräfte.

In der Folge entwickelte sich unter der Lehrerschaft eine Stimmung, die geprägt war von Misstrauen seitens der Schulleitung. Dieses mündete in schweren Vorwürfen, welche der neue Schulleiter gegenüber einzelnen Lehrpersonen erhob. Die Beschuldigungen – es ging um die Zweckentfremdung von Geldern aus einer Schulkasse – erwiesen sich als haltlos. Dennoch kehrte damals keine Ruhe im Team ein. Die Vorwürfe standen im Raum und es gelang dem Gemeinderat als zuständige Behörde nicht, den Konflikt sauber aufzuarbeiten und die Wogen zu glätten.

Der Gemeindepräsident stellte sich hinter die Personalie des neuen Schulleiters. Mehrere Lehrpersonen haben sich darum entschieden, persönliche Konsequenzen zu ziehen und ihre Stelle per Ende Schuljahr 2019/20 zu künden, die Schule Trimbach zu verlassen.

Auch der neue Schulleiter blieb seiner Stelle fern: Er ist seit dem Eklat im Frühling 2020 krankgeschrieben. Ad Interim wurden seine Aufgaben an die dw Schulconsulting übergeben, ein Unternehmen, das auf solche Fälle spezialisiert ist.

Eine zusätzliche externe Fachperson für Teamentwicklung wurde eingesetzt, um wieder eine gemeinsame Basis zwischen Lehrerschaft und Schulleitung herzustellen. Einige Zeit war offen, ob der krankgeschriebene Schulleiter an die Schule zurückkehren wird. Er selbst und der für die Schulleitung zuständige Gemeindepräsident, Martin Bühler, wollten damals auf konkrete Fragen dieser Zeitung nicht eingehen. Es folgte eine Stellungnahme Bühlers, in der er sich hinter den betreffenden Schulleiter stellte und sich auf dessen Persönlichkeitsrechte berief.

Externe Berater begleiten Bewerbungsverfahren

Nun veröffentlichte die Gemeinde Trimbach ein Stelleninserat auf die entsprechende Vakanz. Gesucht wird eine Person für die Co-Schulleitung, die zuständig ist für die 3.-6. Klasse. Weiter gehört die Leitung der Bereiche «Spezielle Förderung» sowie «Werkunterricht und Gestalten» zu den Aufgabenbereichen der Stelle, die mit einem Pensum von 90 Prozent ausgeschrieben ist. Man wünsche sich eine Führungspersönlichkeit mit pädagogischem Hintergrund. Die Verantwortung liege in der operativen Bereichsleitung, gleichzeitig wird eine entwicklungsorientierte Haltung vorausgesetzt. Damit ist klar: Der betreffende Schulleiter kehrt nicht in das Mühlemattschulhaus zurück.

Dem Stelleninserat ist zu entnehmen, dass der Gemeinderat bei der Rekrutierung von externen Beratern unterstützt wird. Auf Anfrage bestätigt Bühler die geplante Neubesetzung: «Dieses Mal wird im Bewerbungsverfahren genauer hingeschaut.» Damit sich alle Interessierten auf diese Stelle bewerben können, habe man sich entschieden, das Verfahren durch die dw Schulconsulting begleiten zu lassen.

Damit sei sichergestellt, dass niemand, der in einer anderen Gemeinde angestellt sei, sich direkt bei der Gemeinde Trimbach bewerben müsse und so Anlass zu Gerüchten gebe. Der Gemeinderat könne von der Fachkenntnis der Berater profitieren. Zudem kenne Max Wittwer, Gründer und Co-Leiter dw Schulconsulting sowie aktueller ad Interims-Schulleiter in Trimbach, die genauen Bedürfnisse der Schule und der Lehrerschaft. Betreut werde das Dossier aber von dessen Mitarbeiter. Erst in einem zweiten Schritt wird der Gemeinderat an der Entscheidung beteiligt sein. «Wir hoffen, dass wir bis im Januar eine geeignete Person ernennen können, die dann die Stelle im Spätsommer 2021 antritt.»

Wiederholung soll vermieden werden

Angesprochen auf die letzte Ernennung eines Schulleiters, die zum Abgang von acht Lehrkräften führte, sagt Bühler: «Ich glaube nicht, dass damals etwas falsch gelaufen ist bei der Auswahl.» Es sei aber aus einem kleinen Personenkreis gewählt worden. Man hoffe nun, dass sich dieses Mal mehr qualifizierte Personen auf die Stelle bewerben. «Wir möchten vermeiden, dass sich die Angelegenheit wiederholt», erklärt Bühler. Für alle Betroffenen sei die Situation belastend gewesen. Man wolle kein weiteres Experiment wagen.

Wie es um die aktuelle Stimmung in der Lehrerschaft steht, erklärt Bühler mit folgenden Worten: «Die Rückmeldung aus einer letzten Sitzung hat ergeben, dass achtzig Prozent der Lehrerinnen und Lehrer von Trimbach mit der Schulleitung zufrieden sind.» Bei den übrigen Personen bestehe noch immer ein Wunsch nach weiterer Klärung. Da schaue der Gemeinderat gemeinsam mit der Schulleitung, welche Fragen man beantworten könne. Grundsätzlich bestehe aber die Einstellung zu einem Blick nach vorne.

Zum zurückliegenden Zwist zwischen Lehrerschaft und Schulleiter ergänzt Bühler: «Für uns ist die Causa abgeschlossen.» Der Gemeinderat habe sich bemüht, den krankgeschrieben Schulleiter so gut als möglich zu begleiten. Auch zweifle man in keiner Weise an dessen weiterhin bestehenden Krankschreibung. Es besteht ein Kündigungsschutz. Für den Schulleiter sei aber klar, dass er nicht ans Mühlemattschulhaus zurückkehren werde. «Diese Entscheidung hat er dem Gemeinderat frühzeitig mitgeteilt.»

Zu den Lehrpersonen, die ihre Stelle wegen der Vorfälle von sich aus aufgegeben haben, sagt Bühler: «Das war deren freie Entscheidung, die so vom Gemeinderat respektiert wurde.» Bühler sieht hier keinen weiteren Handlungsbedarf. Er sagt aber: «Ich hoffe, dass alle diese Lehrkräfte eine gute neue Stelle gefunden haben.»

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