Niedergösgen
Nach Einsprachenflut: Unabhängiges Gutachten für Auenpark

Nach der Einsprachenflut gegen die geplante Überbauung Auenpark in Niedergösgen soll ein Fachgutachten Klarheit bringen. Dabei soll die Verkehrssituation rund um das Gebiet mit geplanten 130 Wohnungen genauer betrachtet werden.

Christoph Zehnder
Drucken
Teilen
Die Verkehrssituation rund um die geplante Überbauung an der Hinteren Schachenstrasse in Niedergösgen wird nochmals überprüft.

Die Verkehrssituation rund um die geplante Überbauung an der Hinteren Schachenstrasse in Niedergösgen wird nochmals überprüft.

Bruno Kissling

30 Einsprachen und eine Sammeleinsprache mit 21 Unterschriften gingen während der öffentlichen Auflagefrist gegen das Projekt Auenpark in Niedergösgen ein. Das Megaprojekt zwischen der Hinteren Schachenstrasse und der Erlinsbacherstrasse soll dereinst 130 Wohnungen in zehn Gebäuden umfassen. Hinter dem Projekt steht die Coop-Pensionskasse. Die Erschliessung der Überbauung mit eigener Einstellhalle erfolgt über die Hintere Schachenstrasse.

Der Grossteil der eingegangenen Einsprachen gegen den Gestaltungsplan bezieht sich laut Gemeinderat auf die Verkehrssituation. Insbesondere zum erstellten Verkehrsgutachten gibt es offene Fragen. Die Delegierten des Gemeinderates haben sich aus diesem Grund in den vergangenen Wochen mit Bauherrschaft, Architekt sowie Vertretern der Eigentümerschaft und des Planungsbüros zusammengesetzt und das weitere Vorgehen besprochen. Aus dem Planungsbüro kam der Vorschlag, ein unabhängiges Fachgutachten über das Verkehrsgutachten in Auftrag zu geben. Der Gemeinderat hat dafür grünes Licht gegeben.

Konkret bedeutet das: Die Verkehrssituation rund um das Gebiet wird nochmals unter die Lupe genommen. «Es wird zum Beispiel überprüft, ob die Verkehrszahlen stimmen», erklärt Gemeindeschreiberin Antonietta Liloia auf Anfrage. Die Messungen dürften zu diesem Zeitpunkt bereits vorgenommen worden sein, so die Gemeindeschreiberin, da das Verkehrsaufkommen jetzt in der Ferienzeit deutlich geringer sein dürfte.

Der Gemeinderat hat das schweizweit tätige Ingenieur-Büro Transitec mit der Erstellung des unabhängigen Fachgutachtens beauftragt. Das Unternehmen ist auf Verkehrslösungen spezialisiert. Kostenpunkt: rund 7000 Franken. Der Kredit dafür wurde vom Gemeinderat an der letzten Sitzung vor den Sommerferien bewilligt. Bis zur nächsten Sitzung, Mitte August, sollten die Ergebnisse vorliegen. Die Erkenntnisse daraus dürften sich auch auf die Einspracheverhandlungen auswirken. Diese sollen bereits im August und September stattfinden. Die Einsprecher werden dazu schriftlich eingeladen.

Ja zum Schulsozialdienst

Der Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause ausserdem einer Leistungsvereinbarung mit dem Schulsozialdienst zugestimmt. Der Schulvorstand der Sekundarschule Unteres Niederamt (SUN) hat den Einsatz der Schulsozialarbeit beschlossen. Die Kosten für das 95-Prozent-Pensum belaufen sich insgesamt auf rund 140 000 Franken. Die Primarschule Schönenwerd übernimmt 30 Prozent, jene in Däniken 15 Prozent des Pensums. Niedergösgen hat die Kosten für das 50-Prozent-Pensum bereits im Budget 2017 berücksichtig und nun als letzte der drei Vertragsgemeinden die Zustimmung erteilt. Die Leistungsvereinbarung zwischen den Schulkreisegemeinden und der Stiftung Perspektive, Solothurn-Grenchen, ist vorerst auf drei Jahre beschränkt.

Neue Anzeige für Schiessstand

Bereits im vergangenen Jahr hatte die Gemeindeversammlung einen Kredit über 120 000 Franken für die Erneuerung der Trefferanzeige beim Schiessplatz genehmigt. Die günstigste Offerte beträgt jedoch 122 865 Franken (ohne Mehrwertsteuer) und stammt von der Firma SIUS aus Effretikon. Der Gemeinderat hat der Arbeitsvergabe zugestimmt, unter der Bedingung, dass der Schützenverein die Differenz aus eigener Tasche begleicht.

Teurer als erhofft fällt auch die Sanierung der Regenauslässe aus. Der Kredit dafür betrug 240 000 Franken. Die Schlussabrechnung beläuft sich jedoch auf 276 696 Franken. Grund für die Kreditüberschreitung sind laut Gemeinderat die Projektierungskosten. Das Projekt sei im Jahr 2007 bereit zur Auftragsvergabe gewesen. Doch der damalige Rat habe das Projekt in der Hoffnung auf tiefere Preise auf unbestimmte Zeit verschoben. Diese Hoffnung hat sich leider nicht erfüllt, der Gemeinderat hat die Schlussabrechnung genehmigt. Beim Ersatz der Wasserleitung an der Zilempstrasse konnte die Gemeindekasse hingegen geschont werden. Der Kredit von 110 000 Franken wurde mit einer Schlussabrechnung von knapp 90 000 Franken nicht ausgeschöpft.

Vereine müssen Aktivitäten nachweisen

Der Gemeinderat hat das Gesuch um Aufnahme des Vereins «Herzen der Musik» in die Liste der Niedergösger Vereine gutgeheissen. Die Anfrage sei etwas speziell gewesen, heisst es seitens der Gemeinde, da der Sitz des Vereins lediglich wegen des Wohnsitzes des Präsidenten in Niedergösgen ist. Der Verein verfolgt nämlich den Zweck, Künstler aus der Volks- und Schlagermusikszene zu unterstützen, wie es auf der Vereinswebsite heisst. Laut Gemeinderat stammt nur ein verschwindend kleiner Teil der Mitglieder aus Niedergösgen. Die Gemeinde werde daher künftig nur noch Vereine unterstützen, die «ein aktives Vereinsleben führen», wie es in einer Mitteilung heisst. Bevor der Jahresbetrag ausbezahlt werde, müssen Vereine deshalb der Finanzverwaltung das Generalversammlungsprotokoll, den Jahresbericht sowie Informationen zum Sitz des Vereins einreichen. Die Vereine erhalten hierzu ein separates Schreiben. (cze)

Aktuelle Nachrichten