Gretzenbach
Nach dem Verkauf des ehemaligen Spritzenhauses wird das Steinmuseum endgültig aufgelöst

Das Steinmuseum in Gretzenbach wird aufgelöst. Das ehemalige Spritzenhaus, in dessen Keller es bisher untergebracht war, ist von der Einwohnergemeinde an die Metzgerei Schneider verkauft worden. Diese nutzt das Gebäude als Lager; die Steine müssen daher bis Ende Jahr raus.

Isabel Hempen
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Urs Schenker und Bürgergemeindepräsidentin Ruth Liechti im Steinmuseum. Bis Ende Jahr wird die Ausstellung geräumt.

Urs Schenker und Bürgergemeindepräsidentin Ruth Liechti im Steinmuseum. Bis Ende Jahr wird die Ausstellung geräumt.

Bruno Kissling

Die Schliessung des Museums sei aber ohnehin absehbar gewesen, sagt Urs Schenker, Sohn des verstorbenen Museumsgründers Franz Schenker. Seit dem Tod des Vaters im Jahr 2011 habe es keine Besucher mehr verzeichnet. Zuvor hätten jedes Jahr einige Schulklassen, Gruppen und Vereine dem Museum auf Voranmeldung hin einen Besuch abgestattet.

Die Bürgergemeinde Gretzenbach hatte Franz Schenker, einem leidenschaftlichen Sammler von Versteinerungen, auf dessen Vorschlag hin den Keller des Gretzenbacher Spritzenhauses zur Einrichtung eines Steinmuseums zur Verfügung gestellt. Dieses wurde 1984 eröffnet und von Franz Schenker betreut. Seit dessen Hinscheiden im Alter von 81 Jahren sei das Museum nicht mehr aktiv bewirtschaftet worden, wie Sohn Urs Schenker weiss. «Die zeitliche Kapazität wäre noch das eine, aber da muss jemand auch total begeistert sein», sagt er. Ein kleines Museum dieser Art stehe und falle mit dem Engagement des Initianten. Da niemand mehr offiziell zuständig gewesen sei, habe das Museum vor sich hin geschlummert.

Kanton hat kein Interesse

Das ehemalige Feuerwehrmagazin sei nun auf Mitte dieses Jahres verkauft worden. «Von der neuen Eigentümerin bekamen wir grosszügigerweise ein halbes Jahr Zeit, den Keller zu räumen», wie Schenker sagt. Eine erste Idee sei gewesen, jene Exponate an den Kanton zu übergeben, die von öffentlichem Interesse seien. Allerdings habe eine Fachperson vor allem die Versteinerungen begutachtet und sei zum Schluss gekommen, dass diese nicht als einzigartig einzustufen seien. «Ein zusätzliches Erschwernis war, dass mein Vater nicht bei allen Steinen die Herkunft vermerkt hatte», so Schenker. Dies wäre für eine wissenschaftliche Sammlung notwendig.

Die Gemeinde hat das ehemalige Spritzenhaus verkauft.

Die Gemeinde hat das ehemalige Spritzenhaus verkauft.

Bruno Kissling

Um für einzelne Exemplare der Sammlung Abnehmer zu finden, haben sich die Bürgergemeindepräsidentin Ruth Liechti und Urs Schenker intensiv Gedanken gemacht. Am Freitag, den 15. Dezember wird im Spritzenhaus zwischen 16 und 20 Uhr ein Museumsabend mit Kaffee und Kuchen stattfinden, organisiert von den Nachkommen Franz Schenkers und der Bürgergemeinde Gretzenbach. Entsprechende Flyer, welche auf den Anlass hinweisen, würden zu gegebener Zeit im Dorf verteilt. Am Samstagnachmittag, den 16. Dezember, besteht zwischen 13 und 16 Uhr die Möglichkeit, Steine aus der Sammlung zu erwerben. Der Erlös soll gemäss den Organisatoren zugunsten eines Rastplatzes im Gretzenbacher Wald eingesetzt werden. Dies sicher im Sinne des Gründers, der auch das Gretzenbacher Heimatmuseum aus der Taufe hob und in der Waldkommission der Bürgergemeinde sehr aktiv war. «Er engagierte sich mit viel Herzblut in der Gemeinde», erinnert sich Urs Schenker.

Den Schwerpunkt der Sammlung bilden die Versteinerungen, die Franz Schenker grösstenteils in der Schweiz und im nahen Ausland selbst fand. Ausserdem umfasst sie verschiedene Steinarten sowie rohe Schmuck- und Edelsteine, des Weiteren Erze und Muscheln. «Ich hoffe, dass wir für möglichst viele Exponate einen neuen Platz finden», sagt Urs Schenker. Offen ist, was mit den Steinen geschehen soll, welche keine neuen Besitzer finden.

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