Dulliken
Nach dem Aufstieg in die NLA: Spielfeld der Baseballer ist nicht konform

Die Truck Stars Dulliken schaffte den Aufstieg in die Nationalliga A. Dafür muss sich der Verein nun aber bis Anfang Saison ihr Spielfeld aufrüsten.

Silvana Schreier
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Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte spielen die Truck Stars Dulliken ab nächster Saison in der höchsten Spielklasse der Schweiz.

Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte spielen die Truck Stars Dulliken ab nächster Saison in der höchsten Spielklasse der Schweiz.

zvg

«Es ist eine verzwickte Situation.» Der Dulliker Gemeindepräsident Walter Rhiner versucht, seine Gedanken in Worte zu fassen, will aber auf keinen Fall eine Wertung vornehmen – in welche Richtung auch immer.

Rückblick: Am vergangenen Wochenende traten die Truck Stars Dulliken in der Halbfinal-Serie gegen die Romanshorn Pirates an. Mit zwei zu null Punkten gewann das Dulliker Team die Serie. Und durfte damit den erstmaligen Aufstieg in der Vereinsgeschichte in die Nationalliga A feiern. «Wir waren noch nie an diesem Punkt. Es ist grossartig», sagt René Thommen, PR-Manager des Vereins Truck Star Dulliken.

Wurfhügel, Sandflächen und Netze fehlen

Kaum war der Aufstieg in die höchste Spielklasse der Schweiz besiegelt, kam der Verband Swiss Baseball and Softball Federation (SBSF) mit Forderungen auf den Verein zu. Das Spielfeld – die Truck Stars tragen ihre Spiele auf dem Fussballfeld der Sportanlage Ey aus – wurde bemängelt. Es sei nicht konform für die Nationalliga A.

Thommen kennt die Forderungen: «Wir sind einer der wenigen Clubs, die nicht auf einem offiziellen Baseballfeld spielen.» So fehlen den Truck Stars der obligatorische Wurfhügel, die ausreichend geschützten Spielerbänke am Feldrand, genügend hohe Netze und die Sandflächen. Will der Dulliker Verein aufsteigen, müssen die Forderungen bis zum Beginn der neuen Saison erfüllt werden.

«Jetzt müssen wir uns umschauen»

Der 35-jährige Baseballverein suchte bereits vor einigen Jahren das Gespräch mit der Gemeinde. Mit ihrer «Vision 2020» gelangten sie an den Gemeinderat. Der Wunsch: ein eigenes Baseballfeld auf dem Grundstück «Härdli», oberhalb des Sportplatzes. Das Land gehört zum einen Teil der Einwohnergemeinde, der andere Abschnitt ist im Besitz der Bürgergemeinde.

280'000 Franken gross wäre die Investition, davon würde der Verein 20'000 Franken, der Sport-Toto-Fonds 56'000 Franken übernehmen. Die Gemeinde müsste 204'000 Franken beisteuern. Der Antrag wurde vom Gemeinderat 2018 diskutiert und abgelehnt. Ein Rückschlag für den Dulliker Traditionsverein: «Wir müssen uns umschauen, ob wir uns nun irgendwo einmieten oder einkaufen können», sagt Thommen. Das würde ein Abschied aus Dulliken bedeuten, «obwohl hier unsere Heimat ist».

Vergleich mit FC Dulliken sei unmöglich

Der Gemeindepräsident würde einen Wegzug des 80 Mitgliedern starken Vereins bedauern. Es sei eine «verzwickte Situation», betont Rhiner. Aber: «Wir können dem Club nicht einfach die komplette Infrastruktur zur Verfügung stellen. Das wäre weder finanziell noch von der Fläche her möglich.»

Es sei sehr schwierig, den Baseballverein mit dem FC Dulliken zu vergleichen, zu unterschiedlich seien die Sportarten. Rhiner ist jedoch bereit, die neue Ausgangslage nach dem Aufstieg des Baseballvereins mit den Verantwortlichen zu besprechen.

Derweil fokussiert sich Thommen zusammen mit der ersten Mannschaft auf die Final-Serie am kommenden Samstag. Die Truck Stars stehen um 11 und um 14 Uhr auf dem Spielfeld in Dulliken. Obwohl der Aufstieg bereits vor dem Final klar ist, wolle das Team nochmals siegen. Thommen: «Es darf auch noch mehr Champagner fliessen.»

Souverän hat nochmals das letzte Wort

Die Dulliker stimmten an der Rechnungsgemeindeversammlung am 10. Dezember 2018 über den Investitionskredit über zwei Millionen Franken für den Neubau des Clubhauses in der Ey ab. Der Antrag wurde angenommen. Im Mai wurde bekannt, dass nicht nur der Zeitplan für die Umsetzung des Vorhabens, sondern auch der Rahmenkredit zu eng angesetzt war.

Darum findet am Montag, 23. September, um 20 Uhr eine ausserordentliche Gemeindeversammlung statt. Der Souverän wird über das Nachtragskreditsbegehren von 500'000 Franken abstimmen. Gemeindepräsident Walter Rhiner erklärt: «Es ist sicher nicht ideal, dass wir zusätzliches Geld beantragen müssen. Aber wenn wir das Projekt sinnvoll durchführen wollen, können wir es nicht billiger machen.» (sil)

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