Schönenwerd

Nach Chemieunfall: Flüssige Uhrengläser in Stahltanks lösten den Alarm aus

Das Rührwerk steckt nach der Reaktion in der ausgehärteten Chemie fest. Am Freitag waren rund 50 Personen wegen in Schönenwerd im Einsatz.

Das Rührwerk steckt nach der Reaktion in der ausgehärteten Chemie fest. Am Freitag waren rund 50 Personen wegen in Schönenwerd im Einsatz.

In einem Industriebetrieb in Schönenwerd entwichen am Freitagabend Dämpfe aus einem Behälter. «Die Feuerwehr hat sehr gut reagiert», sagt der Geschäftsführer. Die Firma hat etwas gelernt aus dem Vorfall.

Am Freitagabend hatte sich in einem Lagerraum der Firma Topacryl AG in Schönenwerd eine chemische Flüssigkeit in einem Behälter aus Stahl überhitzt. Ein automatischer Brandmeldealarm ging raus. Umgehend wurde die Feuerwehr aufgeboten. Auf Anfrage sagt Geschäftsführer Ivo Suter, von wo der Alarm ausging: «Bei der Chemikalie handelte es sich um Methylacrylat. Wir stellen aus diesem Stoff Acrylglas für unterschiedliche Produkte her.» Weiter erklärt Suter: «Vor dem Wochenende bereiten wir jeweils das Material für die Produktion in der Folgewoche vor. Dieses wird dann in 250 Liter grossen Tanks in flüssiger Form in einem Kühlraum gelagert.» Weil ein Mitarbeiter des Betriebs in die Ferien ging, wurden dieses Mal zwei Tanks vorbereitet. Wie auch bei anderen Chemikalien spielen für die Reaktion des Stoffes die Faktoren Zeit, Temperatur und Druck eine Rolle.

Suter geht davon aus, dass beim vorliegenden Fall der Faktor Zeit eine Rolle spielte. So setzte sich in einem Tank eine chemische Reaktion in Gang, das Material begann auszuhärten. Dieser Vorgang ist wegen der entstandenen Hitze auf einen zweiten Tank übergegangen. Wegen der Wärme entwickelte sich Dampf, dieser löste den Alarm aus.

Als die Feuerwehr im Gebäude statt einem Brand entzündliche Dämpfe feststellte, wurden die Chemiewehr Olten sowie Chemieexperten des Kantons aufgeboten. Ivo Suter sagt: «Die Feuerwehr hat sehr gut reagiert. Für uns war am Anfang unklar was los ist. Wir konnten nicht ins Gebäude, dass machte es für uns schwierig.»

Chemieunfall in Schönenwend löst Grosseinsatz aus

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Wegen eines Chemieunfalls in einer Plexiglas-Fabrik in Schönenwerd kam es gestern Abend zu einem Grosseinsatz der Feuerwehr. Über 50 Personen waren im Einsatz. Lange war unklar, ob Gefahr für die Bevölkerung besteht. Der Verkehr wurde sicherheitshalber gesperrt.

Als der Grund für den Alarm klar war, lüfteten die Einsatzkräfte die Räume, die Behälter wurden gekühlt. Die Firma konnte die Produktion heute wieder aufnehmen. «Unser grösstes Problem ist für uns jetzt die ausgehärtete Flüssigkeit in den zwei Tanks. Allenfalls gelingt es uns mit bohren, sie aus den Stahltanks zu entfernen», sagt Suter. Und: «Aus diesen Chargen sollten hochwertige Gläser für die Uhrenindustrie entstehen.» 

Vier Stunden im Einsatz

Wie die Polizei am Samstag mitteilte, wurden beim Einsatz laufend Messungen durchgeführt. Als keine entzündlichen Dämpfe mehr festgestellt wurden, zog sich die Feuerwehr nach vier Stunden Einsatz in Etappen zurück. Verletzt wurde niemand. Für die Bevölkerung bestand keine Gefahr. Auch das Amt für Umwelt war vor Ort.

Suter sagt: «Aus diesem Vorfall können wir etwas lernen.» Obwohl die Sicherheitsvorkehrungen gegriffen haben, soll die Signalisation und Beschriftung für Sicherheitskräfte verbessert werden. So können sich diese in einem Notfall schneller orientieren.

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