Starrkirch-Wil
Nach 26 Jahren im Familienbesitz: Das Restaurant Rütli soll verkauft werden

Nach dem Tod des Besitzers soll das Restaurant Rütli in Starrkirch-Wil verkauft werden.

Kelly Spielmann
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Nach dem Tod von Rütli-Wirt Siegfrid Eiholzer suchen die Angehörigen nach einem Käufer für den Familienbetrieb.

Nach dem Tod von Rütli-Wirt Siegfrid Eiholzer suchen die Angehörigen nach einem Käufer für den Familienbetrieb.

Remo Fröhlicher

Fast jeder Tisch ist besetzt, auf der Gartenterrasse rauchen und lachen die Stammgäste, im Saal brutzeln die heissen Steine und hausgemachten Cordon bleus auf den Tellern der Gäste. Seit 1991 ist dies im Rütli in Starrkirch-Wil ein Bild, das sich einem fast täglich bietet – damals hat Sonja Eiholzer das Restaurant übernommen. Nach 26 Jahren im Familienbesitz soll es nun verkauft werden.

Nach dem Tod von Sonja Eiholzer im Jahr 2007 übernahm ihr Sohn Siegfried Eiholzer das Ruder. Unter seiner Leitung wurde das Restaurant weitergeführt, vor einigen Jahren renoviert und von der Dorfbeiz in ein Steakhouse verwandelt – die Stammgäste blieben der Familie stets treu. Doch im November des letzten Jahres verstarb Wirt Siegfried Eiholzer mit nur 57 Jahren. Eine neue Lösung für den Gastrobetrieb musste her. Eiholzers Schwester Jolanda Plüss und deren Tochter Jeany Kissling übernahmen den Betrieb ad interim.

Als langfristige Lösung komme die Übernahme durch die zwei Frauen jedoch nicht infrage, denn keine der beiden verfügt über die nötige Erfahrung in der Gastronomie, um das Restaurant über einen längeren Zeitraum weiterzuführen. «Und ein Restaurant braucht einen Gastgeber», so Jolanda Plüss.

Der Sohn ist noch zu jung

Das Ziel sei zuerst gewesen, dass der Sohn von Siegfried Eiholzer das Restaurant übernehmen würde, wie sein Vater sich es gewünscht hatte. Doch der Sohn ist erst vierzehn Jahre alt. «Bis er zum Wirten bereit wäre, würde es sicher zehn Jahre dauern. So lange können wir nicht weitermachen», erklärt Plüss die Situation. Daher haben sie und ihre Tochter sich dazu entschieden, einen neuen Besitzer für das «Rütli» zu suchen. Seit Ende Juni ist das Restaurant nun zum Verkauf ausgeschrieben.

Hoffnung für die Zukunft

Doch ein Verkauf soll nicht automatisch das Ende der Starrkirch-Wiler Beiz bedeuten. «Wir würden gerne einen Käufer finden, der das Restaurant im Sinn der Familie weiterführt», hofft Jolanda Plüss. Dabei wären die Frauen froh, wenn auch das Personal übernommen würde, denn die Mitarbeitenden seien ein gut eingespieltes Team.

Sieger der Herzen

Obwohl sich die Familie erhofft, dass der neue Besitzer das Restaurant weiterführen wird, ist es keine Bedingung zum Verkauf. «Wenn jemand daraus Wohnungen machen will, kann er das natürlich», sagt sie. Doch da das Restaurant so gut läuft, hofft sie, dass es bestehen bleibt. «Es wäre sehr schade für alle, müssten wir ganz schliessen», sagt sie.

Dass das «Rütli» bei den Gästen gut ankommt, konnte es letzten Monat bei «Mini Beiz, Dini Beiz» zeigen: Es holte 33 Punkte und somit den zweiten Platz. Für Jolanda Plüss und ihr Team ist das Rütli trotzdem der Sieger der Herzen, wie es seit der Ausstrahlung auch am Gebäude angeschrieben ist. Für sie bleibt zu hoffen, dass dies auch der neue Besitzer so sehen wird.